Richard Wagner – Sein Leben in Bildern

Ein farbenreiches Porträt jenseits von Götterdämmerung und Wagnerkult

Richard Wagner(pr). Da ist zum einen das musikalische Genie, der Erneuerer des abendländischen Musiktheaters, der von Fürsten und Königen hofierte Starkomponist. Da ist aber auch der intrigante Aristokratengünstling, der mit seiner Schrift „Das Judenthum in der Musik“ antisemitischen Stimmungen seiner Zeit Ausdruck verlieh. Richard Wagner war ein zwiespältiger Zeitgenosse. Von den einen geliebt, von den anderen verachtet, bildeten sich viele Mythen um seine Person. Walter Hansen zeigt nun ein neues Wagnerbild. Frei von allen Legendenbildungen führt er in seiner durch und durch fundiert recherchierten Biografie „Richard Wagner – Sein Leben in Bildern“ die Lebensstationen des Komponisten vor Augen.

 

Richard Wagner war ein „Kriegskind“, wie es im ersten Kapitel heißt. Kaum ein paar Monate alt, musste er die Schrecken der Völkerschlacht in seiner Geburtsstadt Leipzig über sich ergehen lassen. Seine Liebe zur Musik entdeckte er früh. Webers „Freischütz“ war sein erstes beeindruckendes Opernerlebnis. Als junger Mann versuchte er sich in eigenen Musikdramen, schrieb Beethovens Neunte eigenhändig ab und lernte bei Thomaskantor Theodor Weinlig das Komponieren. Erste Opernentwürfe erarbeitete er in Berlin, Riga und Paris. Dort vollendete er den „Fliegenden Holländer“ und revolutioniert damit die europäische Operntradition.

 

Doch die Zeit war noch nicht reif dafür. Zurück in Deutschland, feierte Richard Wagner seinen ersten großen Erfolg mit „Rienzi“, einer herkömmlichen Nummernoper. Als er sich 1848 an der Revolution beteiligte, muss er vor den siegreichen sächsischen Truppen in die Schweiz fliehen. Und noch jemand war hinter ihm her: seine Gläubiger. Hochverschuldet führte er ein Wanderleben, bis ihn schließlich König Ludwig II. unter seine Fittiche nahm. – Die wechselvolle Geschichte des Richard Wagner ist damit aber noch nicht zu Ende. Sie fängt vielmehr erst an. Autor Walter Hansen erzählt sie einfühlsam in ausgesuchten Bildern, die sich mit treffenden Kommentaren abwechseln.

 

Vieles, was in herkömmlichen Wagnerbiographien nicht zu finden ist, kann in „Richard Wagner – Sein Leben in Bildern“ bestaunt werden. Die reich bebilderte Biografie ist eine kleine Ausstellung im Buchformat. Karikaturen, Steckbriefe, Bühnenbilder, Porträts, frühe Fotographien, aber auch zeitgenössische Darstellungen von historischen Persönlichkeiten, wichtigen Begebenheiten und den Aufenthaltsorten Richard Wagners liefern dem Betrachter ein umfassendes Bild der Lebensumstände des großen Komponisten. Walter Hansen hat dafür bei Museen, Archiven, Antiquariaten und privaten Sammlern recherchiert und einzigartige Funde zutage gefördert, die Seltenheitswert besitzen. Daneben erläutern ausführliche Bildunterschriften des Verfassers den jeweiligen Kontext, in den die zahlreichen Abbildungen eingebunden sind. Ein biographisch gefasster Fließtext führt den Leser kenntnisreich und ohne alles mythisierende Geschwätz durch die Bilder dieser einmaligen Ausstellung.

 

So schafft Walter Hansen in seiner reich bebilderten Biografie, was Richard Wagner in der Oper gelungen ist: ein Werk aus einem Guss. Oblag diesem die Gabe, Text und Musik in ein geschlossenes Ganzes zu verweben, so versteht es Walter Hansen, Text und Abbildungen in „Richard Wagner – Sein Leben in Bildern“ auf das Trefflichste miteinander zu kombinieren. Nur so ergibt sich am Ende ein Bild, das einen verstaubten Wagnerkult über Bord werfen kann und sich auf das Wesentliche konzentriert.

 

Autorenportrait:

Walter Hansen lebt als freier Schriftsteller in München. Seine Jugendbücher und kulturhistorischen Sachbücher wurden mehrfach übersetzt und ausgezeichnet.

Richard Wagner

Walter Hansen

Richard Wagner

Sein Leben in Bildern

Deutscher Taschenbuch Verlag, München

ISBN 978-3-423-34457-9

Originalausgabe, 1. Auflage 2007, 176 Seiten, mit zahlreichen teils farbigen Abbildungen, Broschur, Format 18 x 25,5 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 19,50 (D) / € 20,10 (A) / sFr 33.-

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