Mord im Weinkeller

12 Kriminalgeschichten mit ausgesuchten Weinempfehlungen sowie vielen Rezepten für exquisite Weinbegleitspeisen

Mord im Weinkeller(mag). Weinanbau ist ein Handwerk, das von einigen Winzern mit großer Leidenschaft und viel Herzblut betrieben wird, für andere ist es vor allem ein knallhartes Geschäft. So bleibt es nicht aus, dass es hin und wieder zu Mord und Totschlag in dem Gewerbe kommt. In dem Sammelband „Mord im Weinkeller“ haben das Herausgeberduo Andrea C. Busch und Almuth Heuner insgesamt zwölf Krimikurzgeschichten zusammengetragen. Die Herausgeberinnen und zehn namhafte Autoren, darunter die Engländerin Ann Granger, der Amerikaner Kiris Neri, die Italienerin Carmen Iarrera und der Katalane Fernando Martínez Laínez, haben jeweils zu einem Wein eine kriminelle Geschichte geschrieben. Die Geschichten spielen in dem jeweiligen Anbaugebiet und der Wein, zum Beispiel Rioja, Chianti, Grüner Veltiner oder Beaujolais, hat häufig eine zentrale Bedeutung für die kriminelle Handlung.

 

Die Geschichten sind oft recht vorhersehbar und bedienen allerhand Klischees. Einzelne sind jedoch recht stimmungsvoll oder zeigen viel Humor. Abgesehen von der aufgesetzt derben Sprache des Triebtäters aus der Geschichte von Serge Dounovetz sind die kurzen Krimis gefällig geschrieben. Etwas oberlehrerhaft kommen die Ausführungen über den Weinanbau der Römer daher, die in die Geschichte „Wein, Weib und Tod“ von Almuth Heuner eingewoben sind. Die Zusammenstellung der Kurzkrimis machen „Mord im Weinkeller“ nicht zu einem Juwel der mordlüsternen Erzählkunst, die Kombination mit den informativen Weintexten, den Rezepten und den Illustrationen lassen das Buch aber zu einer Perle der Buchgestaltung werden.

 

Nach jeder Kriminalgeschichte folgt eine Seite mit Informationen zu den Weinen. Da erfährt der Leser unter anderem etwas über den Weinanbau im Napa Valley bei San Francisco, über verschiedene Rebsorten und die Art ihrer Weiterverarbeitung sowie warum Champagner so teuer ist, obwohl er keineswegs ein rares Gut ist. Die informativen Texte verzichten auf jede Form von blumiger Weinpoesie und sind so für Laien gut verständlich. Ausgewiesenen Weinkennern wird einiges bekannt vorkommen, was die anregende Lektüre des Buches „Mord im Weinkeller“ nicht stören sollte.

 

Zum Abschluss jedes Kapitels gibt es einen Rezeptteil mit fünf bis acht Gerichten der jeweiligen Regionen, unter anderem aus Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Die Rezepte sind unterschiedlich aufwändig und sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Dabei wurde kaum Wert darauf gelegt, dass die Gerichte zu den jeweiligen Weinen passen. Die Auswahl der Rezepte enthält wenig überraschendes, sind aber in der Auswahl der Zutaten zuweilen recht kostspielig. Der Krimisammelband „Mord im Weinkeller“ soll kein Kochbuch im engeren Sinne sein. Die Rezepte dienen ebenso wie die Bilder der Illustration der Geschichten und der Landschaften, in denen die Morde geschehen. So entsteht ein stimmungsvolles Gesamtbild. Originell sind die etwas mittelalterlich angehauchten Rezepte zum Müller-Thurgau aus der Pfalz, während die Guacamole mit hartgekochten Eiern zum spanischen Sherry eher befremdlich wirkt.

 

Illustriert wurde „Mord im Weinkeller“ von dem Graphiker Bengt Fosshag. Zu jedem Kapitel hat er einen blattgroßen Linolschnitt gestaltet und die oberen Ecken der Rezeptseiten schmücken zwei kleine Vignetten, ein Mann und eine Frau, die sich mit einem Glas Wein zuprosten. Die reduzierten Bilder zeigen überwiegend Menschen – meistens lebendig. Die etwas kantigen Figuren kommentieren humorvoll und durchaus stimmungsvoll die kriminellen Handlungen. Die Illustrationen von Bengt Fosshag tragen wesentlich dazu bei, dass „Mord im Weinkeller“ so ein auffallend schön gestaltetes Buch ist.

 

Im Anhang des Buches „Mord im Weinkeller“ befinden sich zu jedem Autor ein paar biographische Angaben und ein umfangreiches Weinglossar, das die wichtigsten Begriffe verständlich erläutert. Zum Abschluss gibt es noch ein Weinregister, ein Rezeptregister nach Gruppen und eine alphabetische Liste der Gerichte.

 

„Mord im Weinkeller“ ist ein schönes Geschenk für Freunde, die schöne Bücher, interessante Weine und gutes Essen genießen können!

 

Herausgeberportrait:

Andrea C. Busch ,  geboren 1963, ist Übersetzerin für Englisch und Niederländisch und schreibt Krimis und Kurzgeschichten. Sie ist Mitglied bei den „ Sisters in Crime“ , einer internationalen Organisation von Krimiautorinnen und Fans.

Almuth Heuner , geboren 1962, hat mehrere Jahre als Schlussredakteurin gearbeitet. Heute ist sie freie Übersetzerin für Englisch und schreibt Krimis. Sie ist Vorsitzende der deutschen „ Sisters in Crime“ .

Beide sind ebenfalls Herausgeberinnen von „Mord im Grünen“.

 

Illustratorenportrait:

Bengt Fosshag , geboren 1940, hat Grafik-Design studiert und war Art Director einer Werbeagentur. Seit 1983 ist er freier Illustrator. Er ist international und national vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „ Golden Award of Montreux“ und dem „ Silbernen Löwen“ von Cannes. Im Jahr 2002 wurde er mit dem renommierten „ Art Directors Preis“ in Gold sowie dem „ Deutschen Designer Club Preis“ in Silber für seine Illustrationen in „Mord im Grünen“ ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in der Nähe von Frankfurt.

Mord im Weinkeller

Andrea C. Busch und Almuth Heuner (Hrsg.)

Mord im Weinkeller

12 Kriminalgeschichten mit ausgesuchten Weinempfehlungen sowie vielen Rezepten für exquisite Weinbegleitspeisen

Mit Illustrationen von Bengt Fosshag

Gerstenberg Verlag, Hildesheim

ISBN 978-3-8369-2582-2

1. Auflage 2007, 239 Seiten, mit zahlreichen s/w-Illustrationen, Hardcover gebunden, Format 24 x 17 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 24,90 (D) / € 25,60 (A) / sFr 43,80

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