Maria Callas – Bilder eines Lebens
Ein Porträt der großen Operndiva jenseits von Klatsch und Mainstream
(pr).
Ganze Geschichten erzählen uns die Fotographien, die Herausgeber Yann-Brice
Dherbier in seiner Bildbandbiographie „Maria Callas – Bilder eines Lebens“ zusammengestellt
hat. Da ist zum Beispiel jenes Bild: Maria Callas fletscht die Zähne. Ein
sichtlich verzweifelter Mann weicht ihr mit verstörten Blicken aus, versucht
vor ihr zu fliehen. Gewaltsam hatte sich der Herr Zutritt zur Loge der Primadonna
verschafft, um ihr eine Schadensersatzklage zu überreichen. Das bringt
sie in Rage. Ungehalten bestürmt sie den ungebetenen Gast, überschüttet
ihn mit Flüchen. In diesem Moment drückt ein Fotograf auf den Auslöser
seiner Kamera. Und da ist jenes Bild: Maria Callas, die streitsüchtige
Diva.
Die Klatschpresse zehrte noch lange von dem Phantombild. Maria Callas als distanzierte, arrogante Opernheilige war ein gefundenes Fressen für den Glamourjournalismus der Boulevard- und Modeblättchen. Doch war sie wirklich so, wie die Meinungsmache à la Yellow Press von ihr behauptete? Ein Blick auf ihren Lebensweg zeigt eine ganz andere Maria Callas: Früh schon musste sie Gesangsunterricht nehmen, um ihrer geizigen Mutter das nötige Kleingeld nach Hause zu bringen. Doch der Unterricht macht ihr Spaß, und ihr Talent wird schnell erkannt.
1949 heiratet sie Giovanni Meneghini, der sie als Manager ihrer Opernauftritte unterstützt und fördert. Doch diese Ehe geht bald in die Brüche. Als Maria den griechischen Milliardär Aristoteles Onassis kennenlernt, ist sie ihm wie verfallen. Sie wünscht sich ein Kind, doch die zahlreichen Affären des Milliardärs lassen diesen Traum bald platzen. Für Maria Callas ist es ein Alptraum. Sie leidet an Magengeschwüren, bricht mitten auf der Bühne zusammen, die Klatschpresse titelt: „Die Callas bringt sich für Onassis um.“ Doch bald stirbt ihre große Liebe, und sie verfällt in tiefe Depressionen. Am 16. September 1977 verstirbt Maria Callas im Alter von nur 53 Jahren an Herzversagen.
Ein Traum war es nicht, dieses Leben. Die größten Triumphe in den Opernhäusern der Welt, die Liebe und Verehrung unzähliger Fans, der Ruhm als „Diva assoluta“ machten Maria Callas zur Legende. Doch gleichzeitig war die beste Opernsängerin des 20. Jahrhunderts auch eine Märtyrerin, die wie jene zahllosen Frauengestalten, die sie auf der Bühne verkörperte, an der Liebe zugrunde ging. Jene Spannung zwischen Ruhm und Tragik hat Herausgeber Yann-Brice Dherbier in seinem Bildband „Maria Callas – Bilder eines Lebens“ auf unvergleichliche Art und Weise zum Ausdruck gebracht. Momente des höchsten Glücks wie der tiefsten Verzweiflung finden sich darin wieder. Die großformatigen Fotos, teils in Farbe, meist in Schwarzweiß, laden dazu ein, sich mit dem Leben der Maria Callas auseinanderzusetzen. Immer wieder finden sich Zitate der Diva verstreut zwischen den einzelnen Bildern. In einer dem Bildband vorangestellten Kurzbiographie von Axelle Emden, aus dem Französischen von Eike Böttcher übersetzt, können alle Höhen und Tiefen ihres tragischen Schicksals nachgelesen werden.
Wer sich also ein Bild von Maria Callas machen möchte, das in seinem Verständnis tiefer geht als die oberflächlichen Erzeugnisse der Klatschpresse, sollte sich an Yann-Brice Dherbier halten. Sein Bildband „Maria Callas – Bilder eines Lebens“ zeigt die streitbare ebenso wie die liebevolle, fürsorgliche, leidende Maria Callas. Und wer war sie nun wirklich? Die Antwort liegt irgendwo zwischen diesen Bildern.
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