König Ludwig II.

Sein Leben in Bildern und Memorabilien

König Ludwig II.(pr). König Ludwig II. von Bayern ist eine Legende. Die von ihm erbauten Schlösser, wie das legendäre Schloss Neuschwanstein, zeugen davon. Doch sein Leben war alles andere als eine Märchen. In dem Bildband „König Ludwig II.“ lässt Jean Louis Schlim das Leben des legendären Königs Revue passieren, ergänzt durch viele Porträts, Zeichnungen und Fotografien.

 

Ludwig II. wurde am 25. August 1845 geboren. Seine Kindheit hat er Freunden gegenüber stets als „Qual“ beschrieben. Seine Eltern bekam er kaum zu Gesicht, und seinen Wunsch, alleine zu sein, konnte er nur selten ausleben. Nur mit seinem Onkel Prinz Adalbert verband ihn eine Freundschaft. Dieser war es auch, der ihn mit der Kunst, der Literatur und dem Theater bekannt machte. Ludwig II. wurde bereits 1864 mit 19 Jahren König von Bayern, nachdem sein Vater überraschend gestorben war. Autor Jean Louis Schlim beschreibt den Charakter des jungen Königs als geistig begabter als sein Vater, gutmütig, tief religiös und zur Zurückhaltung neigend, dabei aber immer eifersüchtig auf seine Königswürde bedacht.

 

König Ludwig II. mied auch als Regent große Menschenmengen und ließ sich bei öffentlichen Anlässen so oft es ging durch seinen Onkel Prinz Adalbert vertreten. Ludwig selbst zog sich immer häufiger zurück, so beispielsweise auf die Roseninsel im Starnberger See, auf der er nur wenige Vertraute empfing, darunter die Kaiserin Elisabeth von Österreich. Jean Louis Schlimm beschreibt hier eine überlieferte Anekdote: Ein Dienstbote soll den König nämlich in vollem Indianerkopfschmuck gefunden haben, als der gerade „Der letzte Mohikaner“ las.

 

Eine wichtige Begegnung für König Ludwig II. war ein Treffen mit Richard Wagner, den er tief bewunderte und für den Rest seines Lebens fördern sollte. So ließ Ludwig II. das Festspielhaus in Bayreuth sowie eine Villa für Richard Wagner errichten. Durch zwei Kriege – der Krieg zwischen Österreich und Preußen, bei dem Bayern auf der Seite Österreichs kämpfte, sowie durch den Deutsch-Französischen Krieg, der zur Gründung des Deutschen Reiches führte – während seiner Regierungszeit wurde die Souveränität Ludwigs II. stark geschwächt. Ludwig II. wurde dazu gezwungen, dem König von Preußen die Kaiserkrone anzubieten – für ihn eine große Schmach. Darüber und über die Korruption seiner Minister war er so enttäuscht, dass er sich immer mehr zurückzog und lieber seinen Bauprojekten frönte, wie das Schloss Herrenchiemsee, das er als Tempel des Absolutismus für den französischen König Ludwig XIV. errichtete. Ludwigs Bauvorhaben wurden jedoch erst nach seinem Tod fertiggestellt. Wegen dieser Tätigkeiten geriet er auch immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten, welche seine Minister bewusst förderten, um ihn zu destabilisieren.

 

1886 wurde Ludwig II. in einer Nacht- und Nebelaktion entmündigt und sein Onkel Luitpold als Regent eingesetzt. Dies ist auf eine Intrige seiner Minister zurückzuführen. Auf Schloss Berg sollte der bayrische König genesen. Am 13. Juni 1886 unternahm Ludwig II. mit dem Arzt Doktor von Gudden, der ihn für geisteskrank erklärt hatte, einen Spaziergang, bei dem beide ums Leben kamen. Ihre Leichen wurden im Starnberger See treibend gefunden. Bis heute ist ungeklärt, wie es zu den Todesfällen kam. Die offizielle Version lautete, dass Ludwig II. versucht habe zu fliehen und den Arzt umgebracht habe, danach aber selbst in den Fluten des Sees umgekommen sei. Der Autor von „König Ludwig II.“ teilt diese Ansicht aber nicht.

 

Jean Louis Schlim beschreibt detailliert das Leben des bayrischen Märchenkönigs, der nach seinem Tod von allen verehrt wurde. Zitate von Zeitzeugen verleihen dem Text zusätzliche Authentizität. So ist auch ein Zitat von Otto von Bismarck zu finden, in dem er den bayrischen Monarchen als seiner Zeit voraus würdigt.

 

Viele Abbildungen lassen den Leser in die Zeit Ludwigs II. eintauchen. So sind zahlreiche Porträts von Bekannten, Familienmitgliedern und Freunden Ludwigs abgedruckt. Und auch die Orte, die Ludwig besucht hat, sind im Bild dargestellt, wie beispielsweise seine Schlösser. Außerdem gibt es Abbildungen von Münzen dieser Zeit sowie anderen Gegenständen, die mit Ludwig II. in Verbindung stehen. Ein Beispiel dazu ist ein Foto von drei Zigaretten der Marke „Laferme“, die sich bei seinem Tod in Ludwigs Zigarettenetui befunden hatten und bis heute überdauert haben. Durch diese Abbildungen wird der aufwändig gestaltete Bildband fast zu einer Ausstellung in Buchformat.

 

„König Ludwig II.“ ist ein wunderschöner Bildband, der alles Wissenswerte über den Märchenkönig Bayerns enthält. Mit vielen Abbildungen ansprechend gestaltet, ist er ein Muss für Geschichtsinteressierte und Verehrer des bayerischen Märchenkönigs.

 

Autorenportrait:

Jean Louis Schlim wurde 1952 in Luxemburg geboren und lebt seit 1977 in München, wo er vor allem mit Vorträgen, Ausstellungen und Publikationen zur Technikgeschichte des 19. Jahrhunderts bekannt wurde. Ganz besonders befasste er sich mit der Technik-Begeisterung des bayrischen Königs Ludwig II., zu der er gleich mehrere Publikationen veröffentlicht hat. Mit seinen Büchern zur Geschichte der Dynastie des Hauses Luxemburg hat sich der Autor inzwischen auch international einen Namen gemacht.

König Ludwig II.

Jean Louis Schlim

König Ludwig II.

Sein Leben in Bildern und Memorabilien

Nymphenburger Verlag, München

ISBN 978-3-485-01066-5

1. Auflage, 96 Seiten, mit über 220 teils farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 24 x 24 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 9,95 (D) / € 10,25 (A) / sFr 34,90

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