Jeder nach seinem Kopf

Die verrücktesten Künstlergeschichten der italienischen Renaissance

Jeder nach seinem Kopf(mag). Es ist eher die Ausnahme, dass ein Autor aus dem 16. Jahrhundert Leser unserer Zeit begeistern kann. Doch dem italienischen Universalgenie Giorgio Vasari, geboren 1511, gelingt dies mühelos. Giorgio Vasari ist es zu verdanken, dass wir heute so viel über die ausgezeichneten Künstler der italienischen Renaissance wissen. Er hat die Lebensgeschichten, „Vite“ genannt, seiner Künstlerfreunde und -kollegen aufgeschrieben, Anekdoten gesammelt und Bildbeschreibungen verfasst. Dadurch ist uns ein umfassendes Bild der Künstler jenseits von Legenden und Zerrbildern erhalten geblieben, und Giorgio Vasari wurde zum Begründer der europäischen Kunstgeschichte. Der Wagenbach Verlag hat nun Giorgio Vasaris Künstlerbiographien neu aus dem Italienischen übersetzten lassen und veröffentlicht das umfangreiche Werk in einer Taschenbuchreihe.

 

Als „ein Geschenk für alle Freunde der Kunst, der Exzentrik und für alle, die es mit Pontormos Devise halten: Jeder nach seinem Kopf!“ hat Klaus Wagenbach zusammen mit Susanne Müller-Wolff aus dem großen Werk von Giorgio Vasari 25 kurze Geschichten, Streiche, Parabeln und Anekdoten ausgewählt und in dem Buch „Jeder nach seinem Kopf – Die verrücktesten Künstlergeschichten der italienischen Renaissance“ veröffentlicht. Bei der Auswahl der Texte hat sicher eine Rolle gespielt, dass die Begebenheiten besonders unterhaltsam oder skurril sein sollten. So ist ein gut lesbarer, amüsanter Sammelband entstanden, dem man gar nicht anmerkt, dass die Texte schon vor über 300 Jahren geschrieben wurden.

 

Das schön gestaltete rote Bändchen der „Salto“-Reihe enthält zu fast jeder Künstlerepisode ein kleines Holzschnittporträt. Der Leser stolpert ohne lange Einleitung mitten in die spannende Welt der Malerei und erfährt unter anderem von Raffael, dass er einmal so verliebt war, dass er nur malen konnte, wenn die Angebetete in seiner Nähe war. Sebastiano del Piombo hat nicht nur Michelangelo fürchterlich gekränkt, sondern hatte auch im Alter sehr zum Leidwesen seiner Bewunderer keine Lust mehr zum Malen gehabt. Künstler wie Baldassare Peruzzi waren zu bescheiden, um von geizigen fürstlichen Auftraggebern den verdienten Lohn einzufordern, und Polidoro da Carravaggio wurde aus Geldgier von einem Gehilfen heimtückisch ermordet. Man muss die Künstler nicht alle kennen, um dieses Buch mit Genuss zu lesen. Es wird schnell deutlich, dass die Männer, die die vielen beeindruckenden Kunstwerke geschaffen haben, nicht nur Genies, sondern auch Menschen mit alltäglichen Sorgen waren. Die Giganten der Kunst werden ein bisschen von ihrem Sockel geholt, in dem von den verrücktesten Begebenheiten berichtet wird. Gleichzeitig macht das Buch neugierig, mehr von dem Künstlern und deren Werken zu erfahren.

 

„Jeder nach seinem Kopf“ bietet einen kurzweiligen Einstieg in die faszinierende Welt der italienischen Renaissance und für Kunstkenner überraschende Details!

 

Autorenportrait:

Giorgio Vasari, geboren 1511 in Arezzo in der Toskana, war ein Universalgenie: Maler, Architekt (unter anderem als Baumeister der Uffizien), Berater der Medici, Kunstsammler und Historiker. Sein Hauptwerk sind die Leben der hervorragendsten Künstler, kurz: „Le vite“, erstmals erschienen 1550 und im Laufe der Jahre erweitert. Giorgio Vasari starb 1574 in Florenz.

Jeder nach seinem Kopf

Giorgio Vasari

Jeder nach seinem Kopf

Die verrücktesten Künstlergeschichten der italienschen Renaissance

Verlag Klaus Wagenbach, Berlin

ISBN 978-3-8031-1256-9

1. Auflage 2008, 96 Seiten, mit zahlreichen s/w-Vignetten, Leinen gebunden.

Unverbindliche Preisangabe: € 13,90 (D) / € 14,30 (A) / sFr 25,10

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