Himmelreich

Eine fantastische Liebesgeschichte

Himmelreich(mkb). Das Wort „Himmelreich“ könnte sowohl materiellen Reichtum, als auch ein Übermaß an Glück ausdrücken, ist je nach Bedarf mal pragmatisch und mal mystisch-romantisch. Der Schweizer Rolf Dobelli hat diesen Interpretationsspielraum für sich genutzt, daraus einen pragmatisch, mystischen Roman werden lassen und diesen schlicht „Himmelreich“ getauft.

 

Philip Himmelreich ist 42 Jahre alt und führt 4.000 Mitarbeiter einer Zürcher Bankfiliale. Sein Leben ist die klassische Erfolgsgeschichte eines Mannes im mittleren Alters: Karriere, Ehe und noch mehr Karriere. Kinder sind in seiner Lebensplanung nicht vorgesehen, Josephine auch nicht! Nüchtern veranlagt, ist Philip eine Affäre zu anstrengend, hat er sich an die Rechtsanwältin und Ehefrau Anna gewöhnt und schlittert nur durch Zufall in den Seitensprung mit der Buchhändlerin Josephine hinein. Seine Versetzung nach New York kommt ihm da sehr gelegen und er beendet die Liebschaft. So weit, so gut.

 

Zürich – New York. Abflug mit Verspätung. Mit diesem Satz beginnt der Roman, mit diesem Satz hebt die Hauptfigur Philip Himmelreich ab und wird die nächsten sieben Stunden und 233 Seiten lang einem geschwätzigen Nachbarn ausgesetzt. Auf der Flucht vor dessen Redeschwall schließt Philip die Augen und lässt der Erinnerung und seiner Fantasie freien Lauf. Die Erinnerung reicht vom Kennen lernen bis zum Ende seiner Liebschaft mit Josephine, und die Fantasie trägt ihn in die himmlischen Sphären einer Abzweigung, die ihn in Gedanken aus der karrieregesteuerten Bahn wirft.

 

Weißt du was? Dann muss ich dich eben entführen. Ein Hirngespinst Josephines, das im Kopf unseres Romanhelden Himmelreich einen Flug lang zur möglichen Variante des Karrieresprungs nach New York ausreift. Auf der Flucht jagen die Liebenden über Europas Straßen, werfen einer Menschenmenge das erschwindelte Lösegeld vor und stranden schließlich auf einer einsamen Insel. „Time to Destination: 0 Hours, 0 Minutes.“ Mit der Landung des Airbus, landet Philip Himmelreich auch wieder in der Wirklichkeit, findet sich in der Warteschlange vor der amerikanischen Einwanderungsbehörde wieder und stellt sich auf einen „Sommer ohne Sexund dafür „mit glänzenden Verkaufszahlen“ ein.

 

Josephine und die erfundene Entführung rückt immer weiter in die Ferne, kommt noch einmal zum Vorschein, als seine Ehe nachträglich fast an der Affäre zerbricht. Anna zieht nach New York und sie wagen einen Neuanfang, Philip feilt an Umsätzen und Mitarbeitermotivation und beide am plötzlich eingesetzten Kinderwunsch. Dann holt die Polizei den Hauptdarsteller zum Verhör: Er wird verdächtigt, Josephine entführt zu haben. An diesem Punkt schlägt die Geschichte eine ganz neue, unwirkliche Richtung ein und kehrt in Philip Himmelreichs Fantasien zurück...

 

„Himmelreich“ driftet vom Möglichen ins Skurrile, kehrt ausgestattet mit jener Skurrilität in die Wirklichkeit zurück und wartet mit einem nicht vorhersehbaren Ende auf – eine unterhaltsame, schöne Lektüre für Realisten und Träumer!

Autorenportrait:

Rolf Dobelli, geboren 1966 in Luzern, studierte an der Universität St. Gallen Betriebswirtschaft und wurde dort promoviert. Er war mehrere Jahre lang Finanzchef und CEO verschiedener Tochterfirmen des Swissair-Konzerns und lebte in Australien, Hongkong, England und in den USA. 1998 gründete er zusammen mit Freunden eine eigene Firma, den mittlerweile größten Anbieter von Buchzusammenfassungen weltweit. Er wohnt und arbeitet in Miami und Luzern.

Himmelreich

Rolf Dobelli

Himmelreich

Diogenes Verlag, Zürich

ISBN: 978-3-257-06537-4

1. Auflage, 384 Seiten, Leinen gebunden mit Schutzumschlag.

Unverbindliche Preisangabe: € 19,90 (D) / € 19,90 (A) / sFr 34,90

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