Herbert von Karajan – Bilder eines Lebens
Ein Porträt des großen Dirigenten in einzigartigen Fotografien
(pr).
Eines jener zahlreichen Porträts in dem opulenten Bildband „Herbert von
Karajan – Bilder eines Lebens“ von Herausgeber Pierre-Henri Verlhac sticht sofort
ins Auge. Die Bildunterschrift lautet: „… bei der Grundsteinlegung des neuen
Philharmoniegebäudes in Berlin.“ Im Nadelstreifenanzug klopft Herbert
von Karajan da an jenem 19. Juni des Jahres 1960 einen Stein auf dem frisch
aufgetragenen Mörtel zurecht. Die umstehenden Maurer blicken skeptisch
drein: Da muss wohl noch einiges gerade gerückt werden. – Bestimmt wäre
Herbert von Karajan auch ein guter Häuslebauer geworden, hätte er
sein Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule Wien nicht nach drei Semestern
abgebrochen. Stattdessen studierte er lieber Musikwissenschaften.
Herbert von Karajan war Perfektionist. Bereits im Alter von 18 Jahren wusste er: „Welche Richtung ich einschlage, ist egal. Es kann Dirigieren, Skilaufen oder Autorennsport sein. Aber ich will der Beste sein.“ Sein ungebrochener Ehrgeiz ließ ihn schnell zum gefragten Meisterdirigenten reüssieren. Mit 27 war er jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands und machte seinem Vorbild Wilhelm Furtwängler massive Konkurrenz. Nach dessen Tod schließlich wird Herbert von Karajan „Generalmusikdirektor Europas“ genannt. Er ist musikalischer Leiter der Salzburger Festspiele, dirigiert die „Wiener Philharmoniker“, ist Konzertmeister der „Wiener Symphoniker“ auf Lebenszeit, Dirigent der Luzerner und Edinburgher Festwochen und Chefdirigent der „Berliner Philharmoniker“. Als deren neuer Konzertsaal 1963 endlich steht – Herbert von Karajan hatte wie erwähnt drei Jahre zuvor den Grundstein gelegt – leitet er auch die Eröffnungsfeier.
Diesmal gibt es keine skeptischen Blicke, der Maestro beherrscht sein Handwerk perfekt. Zum Auftakt holt er nun nicht mit der Maurerkelle, sondern mit dem Dirigentenstab aus. Das Bild ist einzigartig. Ein Mann steht inmitten eines vollen Konzertsaals, für dessen Errichtung er vehement gekämpft hat. Nun weiht er die „Neue Philharmonie“ mit Beethovens „Neunter Symphonie“ ein. Solche Momente gehören zu den Sternstunden, die der Maestro in seiner Künstlerlaufbahn erleben durfte. In dem einzigartigen Bildband „Herbert von Karajan – Bilder eines Lebens“ hat sie Pierre-Henri Verlhac nun gesammelt und herausgegeben.
Von Kindesbeinen an führen ausgesuchte Fotographien dem Betrachter Herbert von Karajans Lebensstationen vor Augen. Großformatig, meist in Schwarzweiß und mit prägnanten Bildunterschriften versehen, lesen sich die „Bilder eines Lebens“ spannender als jeder Krimi. Nein, sie „schauen“ sich vielmehr. Beim Blättern wird man immer wieder an dem einen oder anderen Foto hängenbleiben, Details studieren, die Aura des großen Konzertmeisters herausspüren. Bilder sagen in diesem Fall mehr als Worte. Kurz und bündig sind dementsprechend das Vorwort von Anne-Sophie Mutter, langjähriger Violinsolistin unter Herbert von Karajan, und der dem Bildteil vorangestellte biografische Essay von Jürgen Otten gehalten. Zwischen den einzelnen Fotographien finden sich immer wieder wörtliche Zitate aus dem Munde des unvergesslichen Orchesterleiters. Auch sie legen Zeugnis ab vom großartigen Wirken des Meisters, doch ein wahres Bild bekommt man erst durch jene einmaligen, zum Teil noch unveröffentlichten Fotographien.
Mit dem Bildband „Herbert von Karajan – Bilder eines Lebens“ hat Pierre-Henri Verlhac eine einzigartige Gesamtschau von Leben und Wirken des großen österreichischen Dirigenten herausgegeben. Die großformatigen Aufnahmen bannen die Atmosphäre der Konzertsäle, dass man die göttliche Musik darin förmlich noch zu hören meint. Allen voran jene der Einweihungsfeier der Berliner Philharmonie, des „Zirkus Karajani“, wie sie der Volksmund nun liebevoll nennt.
Herausgeberportrait:
Pierre-Henri Verlhac, selbst Musiker und Fotograf, hat bereits mehrere Bildbände zu Persönlichkeiten aus Kultur und Politik veröffentlicht, unter anderem „Nurejew“ und „Grace Kelly“.
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