Griechenland
Eine Reise in der Antike
(mag).
Wer vor den Ruinen antiker griechischer Gebäude steht oder sich Bilder
von Ausgrabungen ansieht, versucht sich das Leben der Menschen vor mehr als
2.000 Jahren vorzustellen. Der preisgekrönte Sachbuch-Illustrator Stephen
Biesty beflügelt mit seinem Sachbuch „Griechenland – Eine Reise in der
Antike“ die Fantasie der Betrachter und lässt ihn tief in das Leben der
damaligen Zeit eintauchen.
Der Kornhändler Aristagores unternimmt 436 v. Chr. eine Reise von Milet nach Athen, Delphi und Olympia, sein zwölfjähriger Sohn Neleus und dessen zehn Jahre alter Bruder Periander dürfen ihn begleiten. Das Reisetagebuch besteht aus einer Übersichtskarte und neun Stationen. Zu jeder Etappe gibt es einen kurzen Text, in dem Neleus seine Eindrücke der Fahrt und die Erlebnisse unterwegs berichtet. Die Texte und Erläuterungen wurden von Autor Stewart Ross verfasst und von Birgit Brandau aus dem Englischen übersetzt.
Im Mittelpunkt jeder Doppelseite des Sach-Bilderbuches „Griechenland – Eine Reise in der Antike“ steht eine raumgreifende Illustration. Der Zeichner Stephen Biesty hat mit sehr viel Sorgfalt und Liebe zum Detail die einzelnen Stationen der Reise gemalt. Die farbenfrohen Bilder zeigen dem Betrachter unter anderem griechische Wohnhäuser und Werkstätten, Schiffe und Hafenanlagen, Tempel und Theater sowie die Wettkämpfe in Olympia. Die kleinteiligen Zeichnungen stecken voller Informationen über das Leben im antiken Griechenland. Die Bilder erinnern an Wimmelbilder, die den Betrachter in sich hineinziehen. Die vielen Details lassen das Auge nicht zur Ruhe kommen. Es ist ein großes Vergnügen, die vielen Szenen und dargestellten Begebenheiten zu entdecken. Dabei legt der Illustrator großen Wert auf historische Genauigkeit, zeigt aber auch durch humorvolle Randszenen, dass Geschichte Spaß machen kann.
Um die Fülle der Informationen noch steigern zu können, hat der Engländer Stephen Biesty die dargestellten Häuser, Schiffe und Landschaften im Querschnitt gezeichnet – der englische Originaltitel von „Griechenland – Eine Reise in der Antike“ lautet daher auch „Greece in Spectacular Cross-section“ (Griechenland in spektakulären Querschnitten). Außerdem hat er so genannte „Explosionszeichnungen“ angefertigt, in denen die Bauteile von Schiffen oder Gebäuden abgesprengt sind und so die komplexen Darstellungen perspektivisch zerlegt werden. So entstehen sehr anschauliche Bilder mit Innenansichten voller Informationen.
Auf den ersten Blick erscheinen manche Illustrationen recht wuselig und klitzeklein, bei genauerem Betrachten – was der Illustrator ja erreichen möchte – findet man sich leicht zurecht und freut sich an der Fülle der dargestellten Kleinigkeiten. Ergänzt werden die Zeichnungen von kleinen Randinformationen, die die Aufmerksamkeit auf Einzelheiten der Geschehnisse lenken. Das kenntnisreiche Sachbuch „Griechenland – Eine Reise in der Antike“ zieht den Betrachter sofort in seinen Bann und lässt einen gar nicht mehr los. Die Fülle der Informationen wird man aber sicher erst beim mehrmaligen Betrachten erfassen können. Durch die Rahmenhandlung, die sich durch das Buch zieht, wird deutlich, dass das Buch für Kinder ab zehn Jahren geeignet ist, interessierte Erwachsene werden aber sicher auch ihre Freude daran haben.
Im Anhang des farbenfrohen Sachbuches befindet sich ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen aus dem Leben der Griechen, ein bebildertes Verzeichnis der griechischen Götter und dem griechischen Alphabet sowie einem umfangreichen Register.
„Griechenland – Eine Reise in der Antike“ ist ein interessantes Sach-Bilderbuch für alle, die Lust auf eine Reise in die Antike haben oder denen die Antike schmackhaft gemacht werden soll!
Illustratorenportrait:
Stephen Biesty, 1952 geboren, zählt zu den renommiertesten Sachbuch-Illustratoren Englands. Für sein Buch „Rom – Ein Spaziergang durch die Ewige Stadt“ erhielt er 2004 den Sachbuch-Preis der „United Kingdom Literary Association“.
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