Frindel

oder die Kunst, ein Wort neu zu erfinden

Frindel(mag). „Frindel“? Wer oder was ist ein „Frindel“? Mit dieser Frage ist der neugierige Leser schon mittendrin in der witzigen Geschichte „Frindel oder die Kunst, ein Wort neu zu erfinden“ von Andrew Clements. Der Kinderbuchautor erzählt von dem Wettstreit zwischen Nick Allen und seiner Englischlehrerin Mrs. Granger um das Wort „Frindel“. Michael Krieger hat die hinreißende Geschichte aus dem Amerikanischen übersetzt.

 

Mrs. Granger ist eine strenge Frau, für die das Wörterbuch Gesetz ist. Sie sagt zwar „Wir bestimmen, wie die Dinge heißen“, aber ein Wort, das nicht im Wörterbuch steht, gibt es für sie nicht und darf daher nicht benutzt werden. Um der Lehrerin einen Streich zu spielen, erfindet Nick ein neues Wort. Ab sofort will er für Kugelschreiber oder Füller nur noch das neue Wort „ Frindel “ benutzen. Er überredet seine Mitschüler, das Spiel mitzuspielen. Mrs. Granger kann über diesen Spaß nicht lachen und verbietet den Kindern das Wort „Frindel“ zu benutzten. Doch die Schüler finden trotz Strafarbeiten immer mehr Gefallen an der Sache, so dass der Streit eskaliert. Nachdem über 100 Kinder nachsitzen müssen, berichtet die lokale Zeitung über den Streit zwischen Schule und Schülern, ein ortsansässiger Unternehmer produziert den ersten Kugelschreiber mit Aufdruck „Frindel“, und das Fernsehen schickt Reporter in den kleinen Ort. Das Wort „Frindel“ zieht immer weitere Kreise ...

 

Andrew Clements führt in seinem Buch „Frindel“ die jungen Leser sehr geschickt, fast spielerisch an das Thema Sprache heran und zeigt, dass Wörterbücher nicht langweilig sein müssen. Der clevere Nick ist sehr sympathisch, und eine Mrs. Granger gibt es an vielen Schulen, so dass es Kindern Spaß macht, dem Verlauf der kurzweiligen Geschichte zu folgen. Einige Passagen sind etwas schulmeisterlich und der kleine Nick wirkt manchmal altklug, aber insgesamt gelingt es Andrew Clements das scheinbar trockene Thema kurzweilig und für Kinder ab zehn Jahren nachvollziehbar darzustellen.

 

Nicht gelungen ist die Darstellung des Streites zwischen Nick und Mrs. Granger mit Begriffen aus dem Krieg, zumal der Autor an anderen Stellen von der Auseinandersetzung wie von einer Schachpartie schreibt. Der Verlauf der Geschichte von dem eher zufälligen Streich des Jungen bis zum Eintrag in das Wörterbuch und der lukrativen Vermarktung des Begriffes „Frindel“ entspricht dem Muster amerikanischer Erfolgsgeschichten mit entsprechendem Happyend; der aufmüpfige Nick ist eigentlich ein braver fleißiger Schüler und die hartherzige Mrs. Granger eine wunderbare Pädagogin.

 

Für den Buchdeckel von „Frindel“ zeichnete Ralf Butschkow ein lustiges Bild. Schade, dass das Buch nicht mit mehr Zeichnungen des Illustrators bebildert ist! Das Schriftbild ist sehr angenehm gestaltet. Die kurzen, in sich abgeschlossenen Kapitel erleichtern es dem jungen Leser, die Geschichte abschnittsweise weiter zu lesen.

 

Andrew Clements hat mit „Frindel oder die Kunst, ein Wort neu zu erfinden“ eine spannende Geschichte geschrieben, die junge Leser für den Umgang mit Sprache sensibilisiert, vor allem aber ein großes Lesevergnügen ist!

 

Autorenportrait:

Andrew Clements widmete sich nach sieben Jahre als Lehrer an einer staatlichen Schule in der Nähe von Chicago ganz der Karriere als Schriftsteller. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen vier Kindern in Westborough, Massachusetts, und hat bereits einige Bilder-, Kinder- und Jugendbücher herausgebracht.

Frindel

Andrew Clements

Frindel

oder die Kunst, ein Wort neu zu erfinden

Aus dem Amerikanischen von Michael Krieger

Carl Ueberreuter Verlag, Wien

ISBN 978-3-8000-5048-2

1. Auflage, 104 Seiten, Hardcover gebunden, Format 14,5 x 20,7 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 10,95 (D) / € 10,95 (A) / sFr 19,80

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