Fit für den Kunstmarkt

Ein Leitfaden für Kunstsammler und solche, die es werden wollen

(mag). Um sich ein Bild zu kaufen, hat man verschiedene Möglichkeiten: Man kann durch Galerien streifen, auf Auktionen mitbieten, zu Kunstmessen gehen, oder man besucht den Künstler in seinem Atelier. Wo findet man die Kunst, die einem noch für die Sammlung fehlt? Was muss man beim Kauf zeitgenössischer Kunst beachten? Und wie bekommt man das Kunstwerk dann heil und versichert nach Hause? In ihrem Handbuch „Fit für den Kunstmarkt“ hat die Kunstjournalistin Claudia Herstatt viele nützliche Informationen für Kunstsammler zusammengetragen. Sie wendet sich mit ihrem aufwändig recherchierten Buch „Fit für den Kunstmarkt“ ausdrücklich an Sammler, denen es um die Kunst geht und nicht an Käufer, die Kunst erwerben, um damit möglichst hohen Profit zu machen. In kenntnisreich kommentierten Listen stellt sie verschiedene Medien, zum Beispiel Zeitschriften, Internetseiten, Radio- und TV-Sendungen vor. Sie gibt einen Überblick über bedeutende Privatsammlungen, Sammlermuseen und internationalen Kunstmessen. Besonders benutzerfreundlich sind dabei die vielen notierten Adressen, Öffnungszeiten oder Websites.

 

Claudia Herstatt gibt in ihrem Buch „Fit für den Kunstmarkt“ nicht nur organisatorische Hilfestellungen, sie erläutert auch neueste Formen der Kunst, aktuelle künstlerische Arbeitsweisen und die Besonderheiten des Fotografiemarktes. Sie gibt Denkanstösse und versucht möglichst viele Themen anzusprechen, was zu einer gewissen Oberflächlichkeit, zum Beispiel zum Problem der Preisgestaltung, zwingt. Aufgelockert werden die vielen Informationen durch lange aussagekräftige Zitate von Kunstsammlern und anderen Experten. Insgesamt ist das Buch „Fit für den Kunstmarkt“ eine sehr nützliche Hilfestellung, die nicht nur Anfängern reichliche Informationen bietet.

 

Leider haben sich in das Kapitel über Kunstauktionen einige Fehler eingeschlichen: Wenn man auf einer Auktion etwas ersteigert, kommt zu dem Zuschlag noch das Aufgeld (bis zu 20 %) dazu. Das so genannte Aufgeld enthält nicht die Mehrwertsteuer. Diese wird auf den Zuschlag und das Aufgeld gemeinsam erhoben, was die zu bezahlende Summe noch einmal erheblich erhört. Auch stimmt es nicht, dass Auktionshäuser Schätzungen kostenlos machen, es sei denn, man möchte etwas zur Versteigerung anbieten. Claudia Herstatt stellt die Behauptung auf, dass durch die Bietgefechte bei Auktionen die Kunst unnötig teuer wird. Wenn der Sammler aber direkt bei einer Versteigerung kauft, spart er das Geld für den Galeristen, der in der Regel den Zwischenhandel betreibt.

 

In Anhang des Buches „Fit für den Kunstmarkt“ befindet sich eine kleine Literaturauswahl zu Büchern über zeitgenössische Kunst, Arbeiten auf Papier, Design, Fotografie und Medien. Leider fehlt der Auswahl an literarischen Werken das Theaterstück „Kunst“ von Yasmina Reza, und die Behauptung „Utz“ von Bruce Chatwin sei nur noch antiquarisch zu erwerben, ist schlichtweg falsch. Sehr nützlich sind die daran anschließende Auswahlliste von internationalen Galerien, jeweils mit Internetadresse, und ein Ortsregister. Für absolute Anfänger, an die sich die Autorin ausdrücklich richtet, wäre ein Glossar der Fachbegriffe eine nützliche Ergänzung, denn nicht jeder weiß, dass zum Beispiel ein „Vintage Print“ ein Originalabzug von einem Fotonegativ durch den Fotografen selber ist.

 

Diese zweite überarbeitete Ausgabe des Buches „Fit für den Kunstmarkt“ ist in einem praktischen kleinen Format gedruckt, so dass man es gut in die Tasche stecken kann. Der Anfang jedes Kapitels ist auf der ersten Doppelseite auf schwarzem Grund und in weißer Schrift gedruckt worden. Das sieht sehr schick aus, ist aber eine Vergeudung von Platz, den der Leser gut für eigene Notizen hätte nutzen können.

 

„Fit für den Kunstmarkt“ ist ein praktischer Führer durch den Dschungel des Kunstmarktes, der zum Selberentdecken einlädt!

 

Autorenportrait:

Claudia Herstatt ist seit 1989 freie Kunstjournalistin in Hamburg für „Die Zeit“, „Handelsblatt“ , „Kunstforum“ , „Welt am Sonntag“, davor „art“-Korrespondentin in Brüssel und Zürich, 1991/92 Sprecherin der „documenta IX“ in Kassel, von 2000 bis 2006 wöchentliche „Kunstmarkt“-Kolumne in „Die Zeit“.

Fit für den Kunstmarkt

Claudia Herstatt

Fit für den Kunstmarkt

Hatje Cantz Verlag, Ostfildern

ISBN 978-3-7757-1973-5

2. überarbeitete und erweiterte Auflage 2007, 216 Seiten, Broschur, Format 13,1 x 19,1 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 14,80 (D) / € k. A. (A) / sFr 26.-

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