Die Kunst, den Mann fürs Leben zu halten
Ein Buch zum Schmunzeln oder Aufregen
(vre).
Nach ihrem ersten Bestseller „Die Kunst, den Mann fürs Leben zu finden“
haben die beiden Schriftstellerinnen Ellen Fein und Sherrie Schneider eine Fortsetzung
geschrieben: „Die Kunst, den Mann fürs Leben zu halten“. Auf über
200 Seiten geben sie den Leserinnen Ratschläge, wie nun, da der Mann fürs
Leben gefunden wurde, sie ihren Partner für immer halten können. Der
Inhalt ist in der heutigen Zeit ziemlich starker Tobak und ob sich viele Frauen
damit anfreunden können, dass sie sich im Prinzip aufgeben sollen, um den
Ehemann oder Lebensgefährten ja nicht zu verärgern und er eventuell
das Weite sucht, kann doch erheblich bezweifelt werden.
Insgesamt haben die Autorinnen 43 Regeln aufgestellt, die frau dazu verhelfen soll eine glückliche Beziehung aufrecht zu erhalten. Manche dieser Regeln wie etwa „Achten Sie auf Ihr Äußeres“ sind ja noch sinnvoll, wobei auch hier manche Tipps beinhaltet sind, die doch wider der eigenen Überzeugung von manch einem weiblichen Wesen sein können. „Ziehen Sie einen Minirock und Highheels an, wenn es ihm gefällt, auch, wenn Sie sich unwohl fühlen“ kann nicht unbedingt als generelles Hilfsmittel in der Beziehungspflege gelten.
Oder auch die Regel für den Sex wird so manch einer Frau bitter aufstoßen: Wurde dank der jahrelangen Aufklärungsarbeit Ehrlichkeit in Bezug auf das sexuelles Paarverhalten probagandiert, werfen die Schreiberinnen alles über den Haufen. Laut ihrer Regel gilt es nun ab sofort zu lügen und dem Mann zuliebe mitzumachen, selbst wenn die Partnerin dank ihrer Mehrfachbelastung einfach zu müde ist oder sich nicht wohl fühlt.
Überhaupt empfehlen die Autorinnen, dass die Leserin mehr oder weniger alleine für den Erhalt der Beziehung zuständig ist, weil Männer das eben nicht so gut können. Mag das in vergangenen Zeiten so gewesen sein, ist es heute eher unwahrscheinlich, dass ein Mann nichts für eine gut funktionierende Partnerschaft unternimmt und sich entsprechend einbringt.
Während oder nach der Lektüre von „Die Kunst, den Mann fürs Leben zu halten“, aus dem Amerikanischen von Edith Winner übersetzt, kann man allerdings doch in ein gewisses Grübeln verfallen. Fragen nach der eigenen Einstellung sich selbst und der Partnerschaft gegenüber oder auch über Handlungsweisen im Alltag und in der Beziehung, verlangen nach der eigenen Antwortfindung und gegebenenfalls nach einem Weg um Lösungen zu finden.
„Die Kunst, den Mann fürs Leben zu halten“ ist eine nicht ganz ernstzunehmende Lektüre, welche sicherlich einige anregende (oder aufregende) Stunden beschert. Doch eine Garantie für den ewigen Erhalt der Beziehung oder Ehe kann auch dieses Buch nicht sein.
Autorenportrait:
Ellen Fein ist Psychologin und lebt mit ihrer Familie auf Long Island. Gemeinsam mit der Journalistin Sherrie Schneider schrieb sie „Die Kunst, den Mann fürs Leben zu finden“. Dieses Buch und sein Folgeband wurden weltweit Bestseller.
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