Bilderräuber – Die größten Kunstdiebstähle
Ein Bilderbuch für alle kleinen Detektive
(mag).
Wenn ein teueres Gemälde aus einem Museum oder einer Privatsammlung gestohlen
wird, ist dies oft eine Meldung in den Fernsehnachrichten wert. Kunstdiebstähle
lassen die wenigsten Menschen unberührt. Da ist zum einen die Faszination,
dass Bilder für Millionen von Euro gehandelt werden und zum anderen das
Gefühl des Verlustes, da das einmalige und unwiederbringliche Original
vielleicht für immer verschwunden sein wird. Dieses allgemeine Interesse
macht sich Autor Mario Giordano zu nutze, um Kinder für die Welt der Kunst
zu begeistern. In seinem Bilderbuch „Bilderräuber – Die größten
Kunstdiebstähle“ stellt er 20 bedeutende Kunstwerke vor, die in den letzten
Jahren gestohlen worden sind.
Zu jedem Bild schreibt er ein paar kurze Bemerkungen über seinen Künstler und die Umstände seines spektakulären Diebstahls. Außerdem gibt Mario Giordano Künstlerdaten, Technik und Format sowie den Standort des Kunstwerkes an. Die Auswahl der Bilder erstreckt sich von Pieter Brueghel d. J. und Leonardo da Vinci aus dem 16. Jahrhundert bis zu Pablo Picasso, Andy Warhol und Lucien Freud aus dem 20. Jahrhundert. Neben Gemälden wird auch eine Skulptur, der Salzbehälter „Saliera“ von Benvenuo Cellini, der als wertvollste Goldschmiedearbeit gilt, vorgestellt.
Die Texte zu den Bildern sind recht kurz und der Informationsgehalt unterschiedlich gehaltvoll sowie beliebig, sie erinnern eher an kurze Meldungen. Der Text erscheint stellenweise recht holperig und bemüht auf Kinder zugeschnitten. Man tut Kindern aber keine Gefallen damit, wenn man sie nicht ernst nimmt und ihnen gut ausformulierte Texte vorenthält. Hier wurde leider die Chance, Kinder unterhaltsam zu informieren, leichtfertig vertan. Das Bilderbuch „Bilderräuber – Die größten Kunstdiebstähle“ ist für Kinder ab acht Jahren gedacht. Zwischen den chronologisch sortierten Bildern hat Mario Giordano an einigen Stellen Zitate der Künstler eingefügt, die sich überwiegend auf ihr künstlerisches Schaffen beziehen. Die Zitate wirken wahllos herausgegriffen. Kleine Kinder werden ohne eine kurze Erläuterung nicht viel mit diesen Sätzen anfangen können.
Alle 20 Kunstwerke sind neben dem Text auf einer überwiegend Blatt füllenden farbigen Abbildung zu sehen. Leider sind nicht alle Reproduktionen der Gemälde wirklich gut gelungen. Einige Bilder wirken verschwommen, andere sind recht dunkel oder sehen farblos aus. Die freigestellte Abbildung des Salzbehälters kann von der Faszination des filigranen Originals wenig wiedergeben. Neben fast jeder großen Abbildung befindet sich ein kleiner Bildausschnitt im gleichen Format. Dem Bilderbuch „Bilderräuber – Die größten Kunstdiebstähle“ ist eine passende Schablone beigegeben, mit der die Kinder das Detail suchen können und so angeregt werden, die Bilder genauer zu betrachten.
Eingerahmt wird der Bilderreigen von einer Seite mit Porträts beziehungsweise Fotografien der sechzehn Künstler zu Beginn und einer Abbildung ihrer Signaturen zum Abschluss. In Anhang des Buches gibt der Autor Literaturhinweise und stellt einige Webseiten zum Thema vor.
Tröstlich ist zu lesen, dass von den 20 gestohlenen Werken, immerhin zwölf ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden konnten. Das in dem Buch „Bilderräuber – Die größten Kunstdiebstähle“ noch als „Noch nicht wieder aufgetaucht“ bezeichnete Bild „Maya mit Puppe“ wurde im August 2007 sichergestellt. Die eigentlichen Probleme eines Kunstdiebes beginnen eben erst, nachdem er das Kunstwerk gestohlen hat und zu Geld machen möchte – es sei denn er arbeitet im Auftrag!
„Bilderräuber – Die größten Kunstdiebstähle“ ist ein Bilderbuch für alle kleinen Detektive auf der Jagd nach Kunsträubern.
Autorenportrait:
Mario Giordano, 1963 geboren, schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher, Drehbücher und Hörspiele. Er lebt in Hamburg.
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