Wenn der Himmel sich teilt

Ein spannender Roman vor einer grandiosen Landschaft

Wenn der Himmel sich teilt(mag). Der neue Roman „Wenn der Himmel sich teilt“ des amerikanischen Erfolgsautor Nicholas Evans beginnt mit dem ungeklärten Tod der 20-jährigen Abbie Cooper. Die Leiche der jungen Frau wurde im Schnee in den Rocky Mountains von zwei Skifahrern gefunden. Das FBI, das Abbie Cooper wegen dringenden Mordverdachtes und Mitgliedschaft in einer militanten Gruppe von Umweltaktivisten sucht, benachrichtigt die Eltern. Sarah und Ben Cooper sind inzwischen geschieden und reisen von New York beziehungsweise Santa Fe nach Montana zum Unglücksort. Als sie sich treffen, wirft Sarah ihrem Ex-Mann vor, dass er an dem Tod der gemeinsamen Tochter schuld sei …

 

Ausgehend von dieser Rahmenhandlung erzählt Nicholas Evans in Rückblicken die Liebesgeschichte von Sarah und Ben Cooper; vom ersten Kennen lernen, ihrer Hochzeit, den Kindern Abbie und Josh sowie den gemeinsamen Ferien auf der Ranch „ The Divide “ in den Rocky Mountains. Als Ben Cooper die junge Künstlerin Eve dort trifft, ist diese Begegnung das Ende der Ehe mit Sarah. Ben verlässt seine Familie, und für Sarah und die Kinder bricht eine Welt zusammen. Besonders Abbie, die gerade angefangen hat, Ökologie in Missoula zu studieren, ist tief verletzt. Ihre Universität ist ein Zentrum der entstehenden Umweltschutzbewegung in Amerika. Da Abbie in den Ferien gesehen hat wie die grandiose Natur in Wyoming durch die Profitgier einiger Großkonzerne zerstört wird, schließt sie sich einer Gruppe von Umweltschützern an. Bei einer Demonstration lernt sie den militanten Umweltaktivisten Rolf kennen und verliebt sich später in ihn.

 

In dem vielschichtigen Roman „Wenn der Himmel sich teilt“ erzählt Nicholas Evans zunächst nachvollziehbar vom Scheitern einer Ehe. Wobei deutlich wird, dass es ihm nicht um Schuldzuweisung geht. Sehr beeindruckend ist die Szene, in der er beschreibt, wie Ben seiner Ehefrau Sarah erklärt, dass er sie verlassen wird. Das geschilderte Entsetzen über die zerstörte Familie und die Hilflosigkeit der Kinder sind sehr anschaulich und gut nachfühlbar geschildert. Nicholas Evans gelingt es, große Gefühle darzustellen ohne allzu pathetisch oder gar kitschig zu werden. Ein weiterer Reiz des Romans „Wenn der Himmel sich teilt“ ist der Perspektivenwechsel, in dem die Geschichte erzählt wird. Das Ende einer Liebe wird von allen Beteiligten unterschiedlich erlebt und Nicholas Evans gibt jedem eine Stimme. Die zuweilen grotesken Situationen verleihen dem Buch stellenweise große Heiterkeit.

 

Nicholas Evans geht mit dem Roman „Wenn der Himmel sich teilt“ auch der Frage nach, wie es möglich ist, dass eine wenig rebellische Tochter aus gutbürgerlichen Verhältnissen zur gesuchten Umweltterroristin wird. Einen großen Reiz der Bücher von Nicholas Evans machen die einfühlsamen Naturbeschreibungen der grandiosen Landschaft der Rocky Mountains in Montana aus. In diesem Roman setzt er der Schönheit der Natur deren Zerstörung durch skrupellose Großkonzerne entgegen. Das Bedürfnis der Studenten, sich dieser Ungerechtigkeit entgegenzustellen, ist durchaus nachvollziehbar geschildert. Leider ist die Geschichte nicht frei von Klischees und allzu einfachen Erklärungsmustern. Dass die Glaubwürdigkeit einiger Personen zugunsten eines versöhnlichen Endes geopfert wird, ist schade. Nichtsdestotrotz ist der Roman ist sehr unterhaltsam und kurzweilig geschrieben. Ein spannendes Buch, das man nicht aus der Hand legen mag.

 

Der Roman „Wenn der Himmel sich teilt“ (im Original vielsagender: „The Divide“ – der Name der Ranch auf der Kontinentalscheide in den Rocky Mountains, auf der die Coopers ihren Urlaub verbringen) wurde von Werner Löcher-Lawrence aus dem Amerikanischen gut lesbar übersetzt.

 

„Wenn der Himmel sich teilt“ ist ein unterhaltsamer spannender Roman, zu dem brandaktuellen Thema Umweltschutzaktivitäten und dem ewig aktuellen Thema einer scheiternden Liebe.

 

Autorenportrait:

Nicholas Evans, geboren 1950, arbeitete nach seinem Studium in Oxford als Journalist. Ungewöhnliche Reportagen über die USA und den Nahen Osten machten ihn einem breiten Fernsehpublikum bekannt. Anfang der 80er Jahre begann seine steile Karriere als Drehbuchautor, und 1995 sorgte sein erster Roman, „Der Pferdeflüsterer“, für eine Sensation. Das Buch stürmte weltweit die Bestsellerlisten und wurde auch in der Verfilmung von und mit Robert Redford zu einem internationalen Kinoerfolg. Auch sein zweiter Roman „Im Kreis des Wolfs“ eroberte die internationalen Bestsellerlisten. Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in London.

Wenn der Himmel sich teilt

Nicholas Evans

Wenn der Himmel sich teilt

Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence

C. Bertelsmann Verlag, München

ISBN 978-3-570-00320-8

1. Auflage 2007, 446 Seiten, Klappenbroschur, Format 13,5 x 21,5 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 14,95 (D) / € 15,40 (A) / sFr 26,90

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