Versprich mir, dass wir glücklich werden
Eine Traumhochzeit mit Schönheitsfehlern
(mkb).
Blandine Le Callet hat den „schönsten Tag im Leben“ als Vorlage genommen
und mit ihrem Erstlingsroman „Versprich mir, dass wir glücklich werden“
im Perspektivenwechsel betrachtet. Die Augen, die durch die Hochzeitsfeier führen,
gehören Mitwirkenden und Gästen, deren zum Teil bittere Erfahrungen
mit dem jungen Glück verschmelzen und die Illusion der ewigen Liebe trüben.
Mit Ironie und Humor zieht die Autorin an den oberen Zehntausend vorbei und
kriecht gleichzeitig in sie hinein, trägt die Schminke und teure Kleiderschicht
der feinen Gesellschaft ab und legt den Menschen frei, der sich dahinter verbirgt.
Als erste Beobachterin wählt Blandine Le Callet das Blumenmädchen Pauline, nimmt mit ihr den kindlichen Blickwinkel ein, der die Fassade des bis zur Perfektion organisierten Festes durchschaut und zu dem werden lässt, was es ist: eine Farce! Dabei sollte die kirchliche Verbindung mit Vincent der schönste Tag in Bérengères Leben werden. Alles hat sie bis auf das i-Tüpfelchen geplant: Die Blumenkinder sind äußerlich aufeinander abgestimmt, die Tischdekoration farblich angeglichen, die Menukarte exquisit und die Musik verleitet zum Tanz. Und während sie organisiert, fällt dem Bräutigam die rosa Brille von der Nase, als er zusehen muss, wie seine mongoloide Lieblingsnichte aus Gründen des äußeren Eindrucks aus den Fotos und dem Geleit wegorganisiert wird.
Einen Protagonisten nach dem anderen führt die Autorin durch die Trauung, und mit jedem von ihnen kommt eine neue Problematik ins Spiel. Dies wirkt in Teilen wie eine unvollendete Geschichte und sorgt für den Spannungsbogen, der sich über die Erzählenden zieht, bis irgendwann der Perspektivenwechsel die im Leser entstandenen Mutmaßungen auflöst. Zum Beispiel über den Brautonkel, dessen Ehefrau nach einer Meinungsverschiedenheit plötzlich von der Bildfläche verschwindet, sowohl der Mann als auch der Leser eine Affäre dahinter vermutet. Erst einige Perspektiven später und mit der näheren Bekanntschaft mit Party-Gigolo Damien klärt sich die vermeintliche Untreue der Ehefrau auf.
Großmutter Maddy grübelt an der eigenen großen Liebe umher. Verbittert lässt sie durchblicken, dass der verstorbene Ehemann diese Liebe nicht gewesen sein kann. Man wartet, bis endlich die Enkelin und Braut zu Wort kommt, und auch dieses Rätsel aufgelöst wird. Während nun das Mädchen Pauline über die Geschwindigkeit staunt, in welcher der Priester durch die Zeremonie eilt, zeigt sich jener nach zwei an diesem Tage vollzogenen Trauungen als überarbeitet, schlittert, während er predigt, in eine Sinneskrise. Von seinen eigenen Worten angeekelt, leiert er den vorbereiteten Text immer flüchtiger herunter, hat nur noch das Ende dieser Farce vor Augen und krönt die Trauung mit der Namensverwechslung des Bräutigams.
„Versprich mir, dass wir glücklich werden“, übersetzt aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky, beschönigt nichts, lässt vielmehr die Realität sprechen und macht die Liebe dazu, was sie ist: den Willen, zu lieben! Ein Roman, der unterhaltsam über die Liebe aufklärt.
Autorenportrait:
Blandine Le Callet wurde 1969 geboren. „Versprich mir, dass wir glücklich werden“ ist ihr erster Roman, er stand seit Erscheinen monatelang ununterbrochen auf der französischen Bestsellerliste.
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