Urlaubslandsleute 2
… noch mehr Vorurteile für die Reise
(mkb).
Der typische Urlauber fliegt, fährt oder stoppt sich mit dem Daumen aus
der Heimat über eine oder mehrere Grenzen und hat sich zuvor gründlich
über das Land informiert, welches er besuchen möchte. Mit „Urlaubslandsleute
2 … noch mehr Vorurteile für die Reise“ hat Helge Sobik eine Lektüre
geschrieben, die den potentiellen Reisenden nicht in kulturelle und gastronomische
Höhepunkte führt, sondern ihn mit herrlichen Vorurteilen ausstattet.
Wenn „der Andalusier so etwas wie ein rotes Tuch“ für das Rindvieh ist, dann ist für den Andalusier der als Tourist getarnte Stierkampfgegner jenes Tuch. In Andalusien wird das Fleisch nämlich mit Tischdecke und Degen erlegt, dort wird Nützliches mit Unterhaltsamem verbunden und unter tosendem Beifall der Menge der Stier gleich für die Auslage beim Metzger zurechtgestochen. Der Texaner wiederum hält sich lieber am Revolver als am Messer fest und ist „stets zu einer zünftigen Schießerei aufgelegt“.
Helge Sobik reist diesmal mit seinem satirischen Werk an die abgelegeneren Orte der Welt. Drei Seiten lang widmet er sich Sri Lanka, lässt dort Kokosnüsse auf die Köpfe harmloser Passanten prasseln und Elefanten den Straßenverkehr behindern. Über den Koreaner weiß er, dass Norden nicht gleich Süden und umgekehrt ist, dass die Billigprodukte zuweilen in ihren Einzelteilen zu Boden fallen können und mit ziemlicher Sicherheit nicht wieder zu der einst funktionierenden Einheit zusammengesetzt werden können. Dem Emiraten ist alles schwarz was glänzt und der Nepalese treibt „sich meistens auf ein paar tausend Metern Höhe herum“. Kurz und bündig gräbt der Autor in seinen Urlaubslandsleuten bizarrste Traditionen und Eigenarten aus, die das betroffene Land jeweils urkomisch auf den Punkt bringt.
„Urlaubslandsleute 2 … noch mehr Vorurteile für die Reise“ ist eine erfrischende Lektüre für Urlauber und solche, die es werden wollen!
Autorenportrait:
Helge Sobik, geboren 1967 in Lübeck, ist heilfroh, dass er nicht Jurist geworden, sondern durch eine Reihe von Zufällen in den Journalismus geraten ist. Seit mehr als 15 Jahren schreibt er Auslandsreportagen. Seine Beiträge erscheinen u.a. in der „ Süddeutschen Zeitung“ , der „ Financial Times Deutschland“ , im „ Standard“ in Wien, der „ SonntagsZeitung“ in Zürich und Magazinen wie z.B. „ ADAC Reisemagazin“ , „ Vogue“ und „ Park Avenue“ . Sein Arbeitsschwerpunkt: Kanada. Sein Lieblingsaufenthaltsort: ein Moosteppich im Nirgendwo Labradors. Bisher hat er 16 Bücher veröffentlicht, unter anderem „Urlaubslandsleute“, von denen eines ins Englische, ein anderes ins Holländische und ins Tschechische übersetzt wurde.
© Copyright by: *tipp Redaktionspool Butjadingen