… Und das Leben bekommt mich zurück

Ein Lesebuch (nicht nur) für Verwitwete

… Und das Leben bekommt mich zurück(nas). Den geliebten Lebenspartner zu finden und ihn an den Tod zu verlieren, noch bevor man das gemeinsame Leben überhaupt leben konnte, dieses Schicksal trifft jeden Tag aufs Neue etwa 100 Menschen in Deutschland. Diese Menschen sind jung, ihr Alter liegt zwischen 20 und 55 Jahren und sie sind Witwen oder Witwer – ein Familienstand, den man fälschlicher Weise nur mit älteren Menschen in Verbindung bringt.

 

Wie geht man gerade als junger Mensch mit dem Verlust des Partners und all seinen Folgen um? Wie findet man seinen eigenen Weg zu trauern? Wie findet man zurück zum Leben? Für den Umgang mit Tod und Trauer gibt es kein Patentrezept, aber es gibt Hoffnung, denn „da draußen“ sind viele Trauernde, die ihr Schicksal bewältigen. Von ihren Erlebnissen, Ängsten, Sorgen und Fortschritten zu erfahren, macht Mut und zeigt, dass man nicht allein ist.

 

In ihrem Buch „…Und das Leben bekommt mich zurück“ haben Gerd Laudert-Ruhm und Susanne Oberndörfer Texte junger Verwitweter zusammengestellt, die über ihr Denken und Fühlen realistisch und authentisch Auskunft geben. Die Texte stammen aus den Foren der Internetseite verwitwet.de, in denen sich junge Witwen und Witwer über ihre Erfahrungen austauschen. Aus der Fülle der Beiträge wählten Gerd Laudert-Ruhm und Susanne Oberndörfer besonders eindrückliche, hilfreiche und ermutigende Texte aus.

 

Texte, wie dieser, der vom plötzlichen, schockierenden Tod eines Ehemannes erzählt: „Am 06.11.02 ist mein liebster Michael gestorben, morgens küssen & bis bald, mittags der Anruf und dann mein toter Mann in einem Krankenhaus in einer fremden Stadt, das ist alles unglaublich. Ich bin so verwirrt, so traurig, so verlassen, unsere Liebe war wie eine Heimat für mich, hier war ich willkommen und dort gehörte ich hin, und nun gibt es diesen Ort, weil diesen Menschen nicht mehr hier für mich und wo gehöre ich denn jetzt hin?

 

Texte, in denen Unsicherheit deutlich wird: „Ich bin nun seit elf Wochen Witwe, und immer wieder kommt natürlich die berühmte Frage „Wie geht's?“ Meist von Menschen, die man gar nicht gut kennt und eigentlich auch gar nicht nah an sich heran lassen möchte. Es scheint für mich darauf keine wirklich richtige Antwort zu geben, bei der nicht betretendes Schweigen eintritt oder zumindest ein unbehagliches Gefühl auf einer der Seiten. Antworte ich „ganz gut“, dann sieht man mich wie eine Wahnsinnige an, frei nach dem Motto: Der hat es doch nicht GUT zu gehen! Sage ich „im Moment schlecht“, weiß mein Gegenüber anscheinend gar nichts mehr zu sagen, und sage ich „mal gut, mal schlecht“, wirkt mein Gegenüber total verunsichert.

 

Texte, die Mut machen: „Ich habe oft solche Situationen erlebt, aber auch gemerkt, dass es die Scheu der anderen ist, wie sie mit dir umgehen. Sie haben Angst etwas Falsches zu sagen. Als ich das gemerkt habe, habe ich den Spieß umgedreht. Wenn ich auf einer Feier war, habe ich die Leute begrüßt, mich zu den Bekannten gesetzt, und gesagt, wie schade, dass das mein Mann nicht mehr erleben kann. Und siehe da, auf einmal war ich kein Exot mehr. Die (normalen) Leute sehen dich und ihnen wird klar, indem sie dich sehen, dass ihnen genau dasselbe jederzeit auch passieren kann. Und davor haben alle Angst. Du wirst sehen, wenn du die Initiative ergreifst, dann werden deine Bekannten auf einmal offener und dir gegenüber weniger scheu.

 

„… Und das Leben bekommt mich zurück“ gliedert die Texte thematisch in zwölf Themenkreise, darunter finden sich unter anderem „Tod nach Krankheit und plötzlicher Tod“, „Trauerwege“, „Alltagsbewältigung und geschärfter Blick“, ein Kapitel zum „Leben nach dem Tod?“ sowie eine Sammlung mit Gedichten und Songtexten zum Thema. Die Kapitel werden von Gerd Laudert-Ruhm und Susanne Oberndörfer jeweils kurz eingeleitet. Am Anfang des Buches befinden sich zudem zwei Einführungen. Im ersten einführenden Text wird die Entstehungsgeschichte des Buches beleuchtet. Daran schließt sich eine fach-wissenschaftliche Einführung zu den Themen Tod und Trauer an, die von der Trauerbegleiterin und Autorin Chris Paul verfasst wurde. Im Anhang von „…Und das Leben bekommt mich zurück“ sind hilfreiche Adressen und Websites für Trauernde, gut sortierte Literaturhinweise und die Quellenangaben für zitierte Gedichte aufgelistet.

 

„…Und das Leben bekommt mich zurück“ ist ein Lesebuch, das sich nicht nur an Verwitwete richtet, wie der Untertitel verdeutlicht. Wer das Glück hat, bisher nicht mit dem Tod eines geliebten Menschen konfrontiert worden zu sein, kann von der Lektüre ebenso profitieren, wie jene, denen dieses Glück nicht beschieden ist. Die Texte der Trauernden offenbaren nicht nur ihre Ängste und Sorgen, sondern vermitteln wie man sie in dieser schwierigen Situation unterstützen kann.

 

„… Und das Leben bekommt mich zurück“ sei jedem wärmstens empfohlen, der lernen möchte, wie man mit der eigenen oder der Trauer anderer umgehen kann!

 

Autorenportrait:

Gerd Laudert-Ruhm, geboren 1954, ist Heilpädagoge und Grundschullehrer. Seine Frau starb 1997 an Krebs, seine Kinder waren damals elf und 14 Jahre alt.

Susanne Oberndörfer, geboren 1967, lebt in Bonn und arbeitet als Diplom-Pädagogin in der Suchthilfe. Ihr Partner starb 2002 an einem Herzinfarkt.

Chris Paul ist Psychologin und 1. Vorsitzende des Trauer-Institutes Deutschland.

… Und das Leben bekommt mich zurück

Gerd Laudert-Ruhm und Susanne Oberndörfer

… Und das Leben bekommt mich zurück

Ein Lesebuch (nicht nur) für Verwitwete

Kreuz Verlag, Stuttgart

ISBN 978-3-7831-2519-1

1. Auflage, 208 Seiten, Klappenbroschur, Format 21,5 x 14,5 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 16,95 (D) / € 17,50 (A) / sFr k. A.

Buch bestellen.

© Copyright by: *tipp Redaktionspool Butjadingen

www.literaturtipp.com

Impressum