Shiva Moon

Eine Reise durch Indien

Shiva Moon(nas). Indien: Das Land, in dem alles irgendetwas mit „only“ kostet, Zugtickets mit einem Formular, „das mal ein Visumsantrag werden will, wenn es groß ist“, zu beantragen sind, und es sechsspurige Straßen gibt, „die gern auch zwölfspurig genutzt werden“. – So humorvoll berichtet Helge Timmerberg von seiner Reise entlang des heiligen Flusses Ganges. Sein Weg, auf einer schwarz-weiß Karte am Buchende nachvollziehbar, führt von der eisigen Flussquelle im Himalaja bis zur Deltamündung am Indischen Ozean. Wer und was ihm unterwegs Kurioses widerfährt, beschreibt Helge Timmerberg in „Shiva Moon – Eine Reise durch Indien“ mit einer vergnüglichen Portion Selbstironie, zum Beispiel wenn er sich fragt: „Sind Reiseschriftsteller über fünfzig ein ähnliches Phänomen wie Zuhälter über fünfzig, die auch nicht gut gewirtschaftet haben?

 

Als der Autor sich in den späten Sechzigern zum ersten Mal nach Indien aufmachte, auf dem Landweg, mit wenig Geld in der Tasche, wusste er weder, dass er Journalist und Reiseschriftsteller werden wollte, noch ahnte er, wie sehr ihn dieses Land in seinen Bann ziehen sollte. Zum Glück für uns Leser, resultierte aus dieser ersten Reise nicht nur der Entschluss, die Welt fortan mit hochwertigen Texten zu beglücken, sondern es entspann sich auch eine anhaltende Indiensehnsucht, die Anlass für zahlreiche weitere Besuche gab.

 

Welche Faszination der Subkontinent selbst auf einen Indienerfahrenen ausübt, spürt der Leser anhand der verblüffenden Anekdoten und Begebenheiten, mit denen Helge Timmerberg aufwartet. Da gäbe es zum Beispiel die Geschichte vom „De-Luxe-Room“ eines Hotels, der so sehr nach Verwesung stinkt, dass jeden Besucher der Brechreiz packt. „Es ist der Teppich. Er frisst sich selbst auf“, stellt Helge Timmerberg fest. Die Pointe, warum die Angestellten den Teppich nicht einfach entfernen, sei hier allerdings nicht verraten, denn es lohnt zu sehr, sie lesend zu entdecken.

 

Sind die Geschehnisse während der Reise allein schon erheiternd und gleichermaßen fesselnd, bewirkt die ungezwungen poetische und gleichzeitig von Ironie und Humor gezeichnete Sprache des Autors, dass man „Shiva Moon“ überhaupt nicht mehr aus der Hand legen will. Zu Recht gilt Helge Timmerberg als einer der wichtigsten deutschen Vertreter des „New Journalism“, eines literarischen, verdichteten Schreibens.

 

In „Shiva Moon“ fragt sich der Autor, ob er nach unzähligen Reisen nun endlich mit Indien fertig ist. Hat Indien seinen Reiz verloren, oder kommt Helge Timmerberg von diesem faszinierenden Land ebenso wenig los, wie der Leser vom nicht minder faszinierenden Buch?

 

„Shiva Moon – Eine Reise durch Indien“ garantiert Lesesucht!

 

Autorenportrait:

Helge Timmerberg , geboren 1952 in Dorfitter (Hessen), entschloss sich mit 20 im Himalaja dazu, Journalist zu werden. Seitdem schreibt er Reisereportagen aus allen Teilen der Welt – bisher mit Ausnahme der Fidschis und Australien. Seine Wohnung nennt er „Basis-Camp“, und alle Ansätze des modernen Nomaden, ernsthaft sesshaft zu werden, schlugen bisher fehl. Er versuchte es in Marrakesch (drei Jahre), in Havanna (zwei Jahre) und Wien. Zurzeit ist Marrakesch sein ständiger Abflugsort. Er schreibt für die wichtigsten Pressetitel der Republik und testete für verschiedene Redaktionen so gut wie sämtliche Drogen. Er ist aber nicht nur als Skandaljournalist bekannt geworden, sondern hat sich auch durch seine abenteuerlichen Reiseberichte einen Namen gemacht, die in jeder Hinsicht den ganzen Mann forderten.

Shiva Moon

Helge Timmerberg

Shiva Moon

Eine Reise durch Indien

Rowohlt Verlag, Berlin

ISBN 978-3-87134-541-8

3. Auflage 2006, 204 Seiten, mit 1 s/w-Abbildung, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen.

Unverbindliche Preisangabe: € 17,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 31,70

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