Mit der Liebe einer Löwin

Wie ich die Frau eines Samburu-Kriegers wurde

Literaturtipp(mag). Die Journalistin Christina Hachfeld reist Ende der 1980er Jahre zum ersten Mal nach Kenia. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes zieht es sie in die faszinierend fremde Welt Afrikas. Sie erliegt nicht nur der Schönheit Afrikas, sondern verliebt sich auch in einen Samburu-Krieger. Was wie eine der unzähligen Urlaubsgeschichten anfängt, entwickelt sich für die Hannoveranerin zur Liebe ihres Lebens. In ihrem autobiografischen Roman „Mit der Liebe einer Löwin“ erzählt Christina Hachfeld-Tapukai ihre anrührende Liebesgeschichte mit dem Samburu-Krieger Lpetati und von ihrem gemeinsamen Leben mit dem Naturvolk der Samburu im Norden Kenias.

 

Der Leser des Buches „Mit der Liebe einer Löwin“ schliddert ebenso unvermittelt in diese afrikanische Liebesgeschichte wie die Autorin selber. Während einer ihrer Keniareisen hat Christina Hachfeld sich mit dem Kenianer Lekaitik angefreundet. Als dieser sie zu seiner Zweitfrau machen möchte, lehnt sie das Angebot ab. Wenig später steht ihr der traditionell gekleidete Samburu-Krieger Lpetati gegenüber. Auch er macht ihr überraschend einen Heiratsantrag, verspricht ihr aber eine monogame Ehe. Angelockt vom Zauber Afrikas, der Erotik des schönen Afrikaners und der Welt, in der er lebt, lässt sie sich auf Lpetati ein. Neugierig geworden auf das Leben der Kenianer jenseits der Touristenorte an der Küste, begleitet sie Lpetati zu dessen Familie in den Sambura-Destrikt im Norden Kenias. Die Herzlichkeit der Menschen gibt ihr den Mut, sich auf das fremde, einfache und sehr arme Leben mit dem Samburu-Stamm einzulassen. Sie kehrt nach Deutschland nur noch zurück, um ihre dortigen Angelegenheiten abschließend zu regeln. Sie entscheidet sich für Afrika, behält sich aber vor, nach Deutschland zu reisen, um ihre erwachsenen Söhne, ihre Familie und Freunde zu besuchen.

 

Christina Hachfeld-Tapukais schildert in ihrem Buch „Mit der Liebe einer Löwin“ eindrücklich die Schwierigkeiten, die sich für sie in ihrem neuen Leben fernab jeder Zivilisation mit dem Samburu-Stamm ergeben. Die Familie ihres Mannes lebt in großer Armut, da keines der Familienmitglieder ein festes Einkommen hat. Auch das Rollenverständnis der afrikanischen Männer in der urtümlichen Gesellschaft und die Tradition der Beschneidung der Mädchen führen zu anfänglichen Problemen. Christina Hachfeld-Tapukais gelingt es, durch Toleranz und Respekt sich in das Leben der Samburu zu integrieren ohne ihrer eigene Identität ganz aufzugeben. Die leicht lesbare und gut verständliche Lebensgeschichte führt den Leser mitten in eine fremde Gesellschaft, die mit ganz anderen Unwägbarkeiten, wie lang andauernden Trockenphasen oder durch Gewitter wild gewordene Elefantenherden zukämpfen hat.

 

Amüsant zu lesen ist, dass ein Holzhüttenbau in Afrika (mit Blick auf den Mount Kenia!) mit unzuverlässigen Handwerkern, überhöhten Preisen und Materialdiebstahl sich nicht wesentlich von einem Hausbau in Europa unterscheidet. Als Christina Hachfeld-Tapukais den Musiker Binki aus Zaire trifft, lernt sie auch das moderne Afrika der Musiker in Nairobi kennen. Die großen kulturellen Unterschiede der Liebenden Lpetati und „Chui“, wie ihr Mann sie nennt, bewahren die beiden jedoch nicht davor, sich gegenseitig das Leben durch Nebenbuhler, Eifersucht und gekränkten Stolz schwer zu machen.

 

Die Autorin hat ein sehr persönliches Buch ihres beeindruckenden Lebensweges geschrieben. Dass ihre Beschreibungen zuweilen etwas oberflächlich erscheinen, ist schade. Der Leser wünscht sich an manchen Stellen detailliertere Erläuterungen zu den Lebensumständen der Menschen und der Landschaft in Afrika. Christina Hachfeld-Tapukais hat sich so gut in das Leben der Samburu integriert, dass ihr der ahnungslose Blick aus Europa verloren gegangen ist. Nichtsdestotrotz hat sie ein ergreifendes Buch über eine ungewöhnliche Ehe geschrieben. Die mutige Geschichte des ungleichen Paares zeigt auf eindrückliche Art, dass es möglich ist, auch große kulturelle Unterschiede zu überwinden, wenn Menschen sich mit Akzeptanz und Liebe begegnen.

 

Die wahre Liebesgeschichte „Mit der Liebe einer Löwin“ ist ein unterhaltsames Beispiel dafür, dass Liebe Berge versetzten kann!

 

Autorenportrait:

Christina Hachfeld-Tapukai stammt aus Hannover und arbeitet unter anderem als Journalistin, bevor sie Mitte der achtziger Jahre nach dem Tod ihres Mannes mit ihren beiden Söhnen zum ersten Mal nach Kenia reiste. Heute lebt die Autorin mit ihrem zweiten Mann, dem Samburu-Krieger Lpetati, und fünf afrikanischen Pflegekindern in einem kleinen Dorf bei Maralal.

Mit der Liebe einer Löwin

Christina Hachfeld-Tapukai

Mit der Liebe einer Löwin

Wie ich die Frau eines Samburu-Kriegers wurde

Bastei Lübbe Verlag, Bergisch Galdbach

ISBN 978-3-404-61591-9

1. Auflage 2006, 412 Seiten, Taschenbuch.

Unverbindliche Preisangabe: € 7,95 (D) / € 8,20 (A) / sFr 14,70

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