Maler Mörder Mythos

Geschichten zu Caravaggio

Maler Mörder Mythos(alü). Er hieß Michelangelo Merisi, war ein meisterhafter Maler, schon zu Lebzeiten ein Mythos, und er war ein Mörder. Ein Mörder, der fast 400 Jahre nach seinem rätselhaften Tod mit seinen ausdrucksstarken Bildern die Menschen fasziniert und zudem acht hochkarätige Kriminalautoren zum Schreiben inspiriert. Spannendes, Poetisches und Interessantes haben Ingrid Noll, Andrea Camilleri, Arnold Stadler, Gerhard Falkner, Henning Mankell, Nino Filastò, Florian Illies und Tanja Kinkel im Kurzgeschichtenband „Maler Mörder Mythos“, herausgegeben von Jean-Hubert Martin und Bert Antonius Kaufmann, über den nach seinem Heimatort kurz Caravaggio genannten, sagenumwobenen Italiener versammelt.

 

Caravaggio war ein Mann aus einfachen Verhältnissen, einer, der sich in Kneipen herumtrieb, pöbelte und ständig in Schlägereien verwickelt war. Er war ein Maler, der Prostituierte als Modelle für seine Bilder wählte und der dies selbst auf Gemälden, die er im Auftrag der Kirche malte, provozierend zur Schau stellte. Er wurde schon zu Lebzeiten als ein Meister seines Metiers geschätzt und verehrt und war gleichzeitig ständig auf der Flucht vor der Justiz. Kurz: Caravaggio war ein kriminelles Genie, das die Kunst revolutionierte. In „Maler Mörder Mythos“ erwecken acht spannend erzählte Geschichten den legendenumwobenen Künstler und sein außergewöhnliches Werk wieder zum Leben. So erzählt etwa bei Ingrid Noll eine der Modell stehenden Prostituierten von ihrer Begegnung mit dem Maler, während bei Andrea Camilleri auf rätselhafte Weise Caravaggios Tagebuch auftaucht, aus dem Italienischen von Moshe Kahn übersetzt. Nino Filastò schreibt über den Mord, der den Künstler zur Flucht zwang, von Esther Hansen aus dem Italienischen übersetzt, Krimibestsellerautor Henning Mankell schreibt sehr poetisch über Caravaggios letzten Tage und seinen Tod, von Wolfgang Butt aus dem Schwedischen übersetzt, und Florian Illies über ein gestohlenes Gemälde, das noch heute die italienische Mafia und das FBI beschäftigt.

 

Packend erzählt und gut recherchiert sind die Kurzgeschichten, durch die in „Maler Mörder Mythos“ genauso informativ wie in einer Biografie, dafür aber um einiges spannender, vom Leben eines außergewöhnlichen Mannes berichtet wird. Doch nicht nur über das Leben Caravaggios, sondern vor allem auch über seine Kunst, erfährt der Leser durch die Geschichten, die sich jeweils auf eines oder auch mehrere Bilder Caravaggios beziehen, einiges: Wie die Bilder entstanden sind, was an Caravaggios Malweise revolutionär war und welche Details die Gemälde so provokant machten.

 

„Maler Mörder Mythos“ ein unterhaltsames und spannendes Buch für all diejenigen, die sich mit dem italienischen Vorreiter des Barock beschäftigen wollen – ohne dabei auf trockene kunsthistorische Abhandlungen zurückgreifen zu müssen. Denn wenn es eines gibt, auf das sich die Autoren von „Maler Mörder Mythos“ besonders gut verstehen, dann darauf, ihren Lesern mit packender Kost ein mörderisches Lesevergnügen zu bereiten!

Maler Mörder Mythos

Jean-Hubert Martin und Bert Antonius Kaufmann (Hrsg.)

Maler Mörder Mythos

Geschichten zu Caravaggio

Aus dem Italienischen von Moshe Kahn und Esther Hansen

Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt

Hatje Cantz Verlag, Ostfildern

ISBN 978-3-7757-1807-3

1. Auflage 2006, 112 Seiten, Broschur, Format 12,2 x 19 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 7,95 (D) / € k. A. (A) / sFr 15.-

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