Komponisten und ihre Häuser
Neun Biographien der bekanntesten klassischen Komponisten
(mag).
Wenn man vor dem Haus eines berühmten Komponisten steht, von dem man ein
paar Musikstücke kennt, ist man vielleicht ganz ehrfürchtig, weil
der große Mann in diesen Räumen gelebt hat und möchte mehr erfahren
über den Menschen und das Leben, das er geführt hat. In seinem informativen
Sachbuch „Komponisten und ihre Häuser“ schreibt Autor Peter Braun über
neun Biographien der namhaftesten deutschsprachigen Komponisten.
In chronologischer Reihenfolge beginnt er mit Händel, Mozart und Haydn, schreibt über Beethoven, Liszt und Wagner und kommt schließlich zu Schumann, Brahms und Strauß. Jeder Text ist circa 20 Seiten lang und erzählt die interessantesten Begebenheiten im Leben der Komponisten. Dabei ordnet Peter Braun die Biographien nicht nur geschickt in den jeweiligen historischen Kontext ein (französische Revolution, Napoleon, Goethe …) er zeigt auch die Beziehungen der Komponisten, (Lehrer – Schüler, Konkurrenten oder Förderer, Verwandte …) untereinander auf. Peter Braun zeichnet ein lebendiges Bild der unterschiedlichen Lebensläufe. Es ist interessant zu lesen, unter welchen Bedingungen die schönsten klassischen Musikstücke entstanden sind. Der Mensch hinter diesen großartigen Leistungen wird erkennbar.
Der Autor Peter Braun arbeitet auch als Journalist, was man dem gut geschriebenen Sachbuch anmerkt. Sein flotter Stil ist informativ und die sorgfältig recherchierten Texte stecken voller interessanter Informationen. Jede Biographie hat ihre eigene Form, mal voller stichwortartiger Reihungen wie im Kapitel über Georg Friedrich Händel oder in vielen kleinen Skizzen, die sich zu einem Gesamtbild von Franz Liszt zusammenfügen. Die Texte sind alle sehr unterhaltsam und auch für Leser ohne Vorkenntnisse gut nachvollziehbar. Peter Braun gelingt es, das Leben der Komponisten interessant darzustellen, ohne langweilig belehrend zu sein.
Das reich bebilderte Taschenbuch „Komponisten und ihre Häuser“ enthält 59 Schwarz-weiß-Fotografien der Außenansichten der Wohnhäuser und einiger Interieurs. Wer einen opulenten Bildband mit vielen farbigen Aufnahmen erwartet, den man dekorativ aufs Klavier legt, wird enttäuscht sein. Der Titel des Buches „Komponisten und ihre Häuser“ ist ungeschickt gewählt, da er falsche Erwartungen weckt. Natürlich geht es in den Biographien auch um die Häuser, in denen die Männer gewohnt haben. Im Vorgrund steht aber das Leben der Künstler, die Häuser bilden nur den Rahmen. Leser, die interessant geschriebene, abwechslungsreiche Biographien über die berühmtesten deutschsprachigen Komponisten lesen möchten, werden begeistert sein.
„Komponisten und ihre Häuser“ macht neugierig auf das Umfeld der Musiker. Daher listet Peter Braun im Anhang alle Komponistenhäuser, die besichtigt werden können, auf und notiert zu jedem Museum Adresse und Öffnungszeiten sowie Website im Internet. Ausgerüstet mit diesen nützlichen Informationen steht einer Reise zu den Wirkungsstätten der Künstler nichts mehr im Wege. Das Buch ist ebenfalls geeignet, sich ganz unkompliziert und unterhaltsam auf den Besuch eines der Museen einzustellen. Auch für interessierte Jugendliche oder solche, die sich interessieren sollen, kann „Komponisten und ihre Häuser“ eine unverkrampfte Annäherung an das Thema sein.
„Komponisten und ihre Häuser“ ist ein unterhaltsames Sachbuch über das Leben der bekanntesten deutschsprachigen Komponisten, über die man, abgesehen von ihrer Musik, oft nur wenig weiß!
Autorenportrait:
Peter Braun arbeitet als Autor und Journalist für den „Bayerischen Rundfunk“, die „Deutsche Welle“, den „MDR“. Neben zahlreichen Büchern zu E.T.A. Hoffmann und Hörspielen schreibt er für Tageszeitungen und hat einen Lehrauftrag für Kommunikationswissenschaft an der Universität Bamberg.
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