Klaus Fledermaus kommt ganz groß raus
Wie sich eine „halbe Portion“ Respekt verschafft
(tkr).
Die Kinder des Waldes haben Wandertag. Ihre Lehrerin Miss Muh hat sich mit ihnen
einen Spaziergang durch den Wald vorgenommen. Schnell sind die Rücksäcke
von Eric Ente, Charlotte Schaf, Willy Wolf und Hilda Hase gepackt. Nur der kleine
Klaus Fledermaus braucht etwas länger. In Paaren sollen die fünf am
Schwanz ihrer Lehrerin durch den Wald gehen. Der, der übrig bleibt, ist
wie immer Klaus Fledermaus. Tapfer läuft er allein hinterher und wird ständig
als halbe Portion belächelt. Mit seinen kurzen Beinen tapst er unbeholfen
durch das Gestrüpp und sorgt so immer wieder für komische Geräusche
im Wald. Die anderen befürchten, es könnte ein Löwe oder ein
Drache dahinter stecken. Doch jedes Mal stellen sie fest: „Es ist nur der
kleine Klaus Fledermaus, und der zählt nicht!“ Aber als die Gruppe
von einem Bären überfallen wird, wächst Klaus Fledermaus über
sich hinaus und beweist wie groß er wirklich ist.
„Klaus Fledermaus kommt ganz groß raus“, von Mirjam Pressler aus dem Englischen übersetzt, erzählt die Geschichte eines ewig Unterschätzten, der sich durch seinen Einsatz für die Gruppe Respekt und Anerkennung verschafft. Eine Geschichte, die Mut machen soll. Denn Autor David Melling greift hier ein Thema auf, das unter Kindern immer aktuell ist und war. Seine pointierten Texte werden beim Leser für Überraschung sorgen. Da sie in großer Schrift gedruckt sind, ist das Bilderbuch gerade für Leseanfänger ab drei Jahren empfehlenswert.
Die Illustrationen von David Melling sind mit lebhaftem Bildwitz und großer Liebe zum Detail gemalt. Die phantasievolle Gestaltung jedes Tieres erweckt es zu einer wahren Persönlichkeit und wird dem Betrachter sowohl tiefes Mitleid als auch ein breites Grinsen ins Gesicht treiben.
„Klaus Fledermaus kommt ganz groß raus“ reiht sich in die Riege der fantastischen Bilderbücher von David Melling problemlos ein!
Autorenportrait:
David Melling, 1962 in Oxford/Großbritannien geboren, wuchs in London auf. Sein Vater war Bildhauer und er verbrachte viele Stunden damit, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Er studierte Fotografie und arbeitete als Fotograf und für Trickfilmstudios, wo sein Interesse an der Buchillustration geweckt wurde. Zunächst illustrierte er Texte anderer Autoren, bis er 1994 sein erstes eigenes Bilderbuch herausbrachte. Mit seinen humorvollen Texten und virtuosen Bildern, wie auch in „Der Gute-Nacht-Kuss, der danebenging“, „Die wilden Strolche“ und „Gut gemacht, jetzt gute Nacht“, erntete er große Anerkennung und wurde unter anderem für den renommierten britischen „Smarties Book Award“ nominiert.
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