Im Schatten des Himalaya

Tibet – Bhutan – Nepal – Sikkim – Eine fotografische Erinnerung von John Claude White 1883-1908

Im Schatten des Himalaya(pr). Mit „Im Schatten des Himalaya“ bringen die Autoren Kurt Meyer und Pamela Deuel Meyer eine längst vergangene Zeit zurück. Bei der Lektüre, des von Christine Bendner aus dem Englischen übersetzten Bildbandes taucht der Leser in die Himalaya Region der Kolonialzeit ein. Dank der Fotografien, die John Claude White zwischen 1883 und 1908 machte, ist es möglich, die unberührte Schönheit des Himalayas zu genießen, die so schon längst nicht mehr existiert.

 

John Claude White war britischer Kolonialbeamter und verbrachte insgesamt 25 Jahre in Sikkim, Nepal, Bhutan und Tibet. Während dieser Zeit machte er zahlreiche beeindruckende Fotografien, die ihn nicht nur als guten Fotografen ausweisen, sondern auch als intimen Kenner und Liebhaber der Region und ihrer Menschen. Da er, was nicht selbstverständlich für die Kolonialherren aus England war, den Einheimischen Respekt entgegenbrachte, erntete er auch ihren Respekt, was ihm dazu verhalf, an Stätten fotografieren zu dürfen, die ein Engländer normalerweise nie zu Gesicht bekommen hätte.

 

Einen Teil dieser Fotografien konnten Kurt Meyer und Pamela Deuel Meyer für diesen Bildband zusammentragen, das neben John Claude Whites Fotografien auch welche seines Schwiegersohnes Henry Hyslop enthält, der ihn auf einigen Reisen begleitete. Die Fotografien machen allerdings nicht den größten Teil von „Im Schatten des Himalaya“ aus. Vielmehr spielen die Texte eine wesentliche Rolle: Zum einen sind das Ausschnitte und Zitate aus John Claude Whites Reisetagebüchern, zum anderen Texte des Autorenpaares Kurt Meyer und Pamela Deuel Meyer, das eine große Fülle an Hintergrundinformationen liefert. So gibt es Kapitel zu jedem, des von John Claude White bereisten Landes, in dem ein Überblick über die jüngere Geschichte und die politische Situation um die Jahrhundertwende gegeben wird. Teil dieser Geschichte ist immer auch die Kolonialmacht England, die oftmals als Aggressor auftrat und den Staaten ihre Unabhängigkeit raubte. Umso erstaunlicher mutet dabei an, dass John Claude White, obwohl er als Engländer und Kolonialbeamter Teil der Kolonialmacht war, von jeglicher negativer Wertung von Seiten der Himalayabewohner ausgenommen war.

 

Der vielleicht erstaunlichste Wesenszug von John Claude White war sein Eintreten für eine ökologische Politik. So setzte er sich zum Beispiel schon damals für den Erhalt der Wälder in Sikkim, wo er als britischer Resident stationiert war, ein. Ihm ist es zu verdanken, dass der Großteil des Waldbestandes in Sikkim gerettet werden konnte, während in den Nachbarländern der Baumbestand immer weiter zurückging. Außerdem führte er zahlreiche Reformen in Sikkim durch, die zur Folge hatten, dass die Volkswirtschaft florierte. So kommt es, dass der Name „White“ in Sikkim noch immer gute Erinnerungen hervorruft.

 

Diesem Namen auf der Spur haben die beiden Autoren ein Buch geschaffen, das zum Einen eine Hommage an den Fotografen und Verwaltungsbeamten John Claude White darstellt, zum Anderen aber mit Fotografien begeistert, die eine Region zeigen, die noch kaum von dem zerstörerischen Einfluss des Westens gezeichnet ist. Man möchte den Brüdern Niépce, Louis Daguerre und all den anderen Pionieren der Fotografie danken, dass solche Bilder damals schon möglich waren, denn sonst wäre die ursprüngliche Schönheit dieser Region nur zu erahnen gewesen.

 

„Im Schatten des Himalaya“ ist ein großartiges Buch, um die Himalaya-Region besser kennen zu lernen!

 

Autorenportrait:

Kurt Meyer ist gebürtiger Schweizer und hat 40 Jahre lang als Architekt in den USA gearbeitet.

Pamela Deuel Meyer ist Journalistin und arbeitete für Umweltorganisationen in Kalifornien und Washington DC. Die beiden lebten zehn Jahre lang in Nepal und arbeiteten im „Zentrum für nepalesische und asiatische Studien“ an der „Tribhuvan Universität“ in Kathmandu. Während ihrer Recherchen zu diesem Buch reisten sie durch Nepal, Sikkim, Bhutan und Tibet.

Im Schatten des Himalaya

Kurt Meyer und Pamela Deuel Meyer

Im Schatten des Himalaya

Tibet – Bhutan – Nepal – Sikkim – Eine fotografische Erinnerung von John Claude White 1883-1908

Aus dem Englischen von Christine Bendner

Nymphenburger Verlag, München

ISBN 978-3-485-01095-5

1. Auflage 2006, 192 Seiten, mit zahlreichen s/w-Fotografien, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag.

Unverbindliche Preisangabe: € 49,90 (D) / € 51,30 (A) / sFr 85,50

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