Ich sehe was … Schatzsuche
Ein Vergnügen für alle Rätselfans mit Adleraugen
(mag).
Aus dem bekannten Ratespiel hat die Autorin Jean Marzollo zusammen mit dem Fotografen
Walter Wick die originelle „Ich sehe was …“-Bilderbuchreihe entwickelt. Im fünften
Band „Ich sehe was … Schatzsuche“ schicken sie den neugierigen Betrachter auf
die Suche nach einem Piratenschatz: Ein Pirat hat sein Gold versteckt /
und niemals wurde es entdeckt. / Lies die Rätselreime, schau hin und such
,/ dann ist er dein: der Schatz im Buch“
Anhand von zwölf doppelblattgroßen Wimmelbildern und kurzen Reimen fordern die Amerikaner den Leser auf, sich die farbigen Fotografien ganz genau anzusehen und nach bestimmten Details zu suchen. Die Fotografien von Walter Wick zeigen den kleinen Ort „Piratennest“ an der Küste. Die Suche beginnt am Bahnhof, führt durch den Ort zu einem Antiquitätenladen, schließlich zum Leuchtturm, der von einem Gewitter in unheimliches Licht getaucht wird, bis zu einer kleinen vorgelagerten Insel.
Der Ort „Piratennest“ und die ihn umgebende Landschaft existiert nicht wirklich, sondern wurde als 5 x 5 m großes Modell im Maßstab 1:87 – Modelleisenbahnfans wissen, das ist H0 – von Walter Wick und zahlreichen Mitarbeitern aufgebaut. Die bunten Fotografien zeigen das Modell aus verschiedenen Perspektiven und Einstellungen. In dem Modell stecken viele Gegenstände, die dort eigentlich nicht hingehören, aber erst auf den zweiten, dritten Blick auffallen. Ein Schornstein ist bei genauem Hinsehen ein Hammer, ein Ornament über dem Fenster ein Kleiderbügel und ein Fischernetz ein übergroßer Teebeutel auf einem Bootssteg. Genau nach diesen versteckten Dingen soll der Betrachter suchen. Die Gegenstände haben oft einen anderen Maßstab als das Model, was das Auffinden noch schwieriger macht.
Die Idee der Autorin Jean Marzollo Kinder mit Hilfe des Bilderbuches „Ich sehe was … Schatzsuche“ zum genauen Betrachten und aufmerksamen Hinsehen anzuregen, ist gut umgesetzt. Die wuseligen Fotos fesseln den Blick von großen und kleinen Schatzsuchern und schulen ganz nebenbei die Ausdauer. Einige Gegenstände lassen sich recht leicht finden, andere sind so geschickt versteckt, dass selbst Erwachsene lange suchend den Blick schweifen lassen müssen. Wenn man den Schatz gefunden hat, ist man fast traurig darüber, dass die Sucherei ein Ende hat. Daher gibt es noch einmal zwölf Reime, die zum Suchen auffordern, diesmal mit der zusätzlichen Hürde, dass der Betrachter erst einmal herausfinden muss, auf welcher Doppelseite er nachsehen muss. Als Krönung gibt es auch noch einen Gegenstand, der sich in jedem Foto befindet, der aber nicht benannt wird. Die Reime wurden von Ann-Katrin Heger, Kathrin Schmidt und Martina Zierold aus dem Amerikanischen übertragen, man merkt dem Text nicht an, dass er erst in Deutsche übersetzt werden musste.
Das Wimmelbuch „Ich sehe was … Schatzsuche“ ist ein Vergnügen für alle Rätselfans mit Adleraugen. Die verzwickten Bilderrätsel begeistern schon kleine Kinder ab vier Jahren. Der Spaß ist sicher größer, wenn die Kinder die Reime selber lesen können. Wenn ein kleines Kind zusammen mit einem Erwachsenen auf Schatzsuche geht, ist das für beide ein spannendes Abenteuer. Auch Erwachsene müssen sich die Zeit nehmen, ganz genau hinzusehen.
„Ich sehe was … Schatzsuche“ gelingt das Kunststück, Kinder und Erwachsene für die gleiche Sache zu begeistern, ohne das einer zu kurz kommt. Diese faszinierende Schatzsuche ist selbst für Menschen, die sonst nie ein Buch in die Hand nehmen, geeignet – und das ist nun wirklich das größte Kompliment!
Autorenportrait:
Jean Marzollo hat die Reime zu den „Ich sehe was …“- Büchern geschrieben. In Amerika hat sie auch noch viele weitere Kinderbücher veröffentlicht.
Fotografenportrait:
Walter Wick, der Erfinder von zahlreichen Fotospielen für die amerikanische Zeitschrift „Games“, ist der Fotograf der „Ich sehe was …“-Reihe. Er hat als freischaffender Fotograf schon für mehr als 300 Bücher und Zeitschriften Titelbilder gestaltet.
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