Glennkill
Ein Schafskrimi
(mag).
In dem kleinen irischen Küstenort Glennkill geschieht ein Mord. Der Schäfer
George Glenn liegt mit einer Schaufel im Brustkorb tot auf seiner Weide. Bevor
die Nachbarn aus dem Ort die grausige Tat entdecken, steht schon George Glenns
Schafsherde ratlos um dessen Leiche und versucht das Geschehene zu begreifen.
In ihrem spannenden Krimi „Glennkill“ erzählt die deutsche Autorin Leonie
Swann, wie die Schafe nach anfänglichem Zögern begreifen, dass ihr
Schäfer eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Da George Glenn seinen Schafen
nicht nur „Sturmhöhe“ von Emily Brontë, sondern auch immer wieder
Kriminalgeschichten vorgelesen hat, verfügen die Schafe über einige
kriminalistische Kenntnisse. Angeführt von „Miss Maple“, dem klügsten
Schaf der Herde, versuchen die Tiere den Mord an ihrem Schäfer aufzuklären.
Leonie Swann hat den Krimi in bester englischer Tradition geschrieben, verfolgt das Geschehen jedoch konsequent aus der Perspektive der Schafe. Die Schafe nehmen die Ermittlungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf, sie begeben sich auf Spurensuche und hören sehr genau zu, was die Menschen, die nach und nach am Tatort erscheinen, miteinander besprechen. Ein großer Vorteil für die Schafsdetektive ist, dass „Othello“, ein schwarzer Widder, einmal beim Zirkus war und dass „Mopple The Whale“ ein sehr gutes Gedächtnis hat. Außerdem verfügen alle Schafe über einen hervorragenden Geruchssinn.
Da die Schafe nicht alle Ereignisse um sie herum richtig verstehen, entstehen immer wieder sehr witzige Situationen. Leonie Swann verbindet hier den Krimi mit Elementen des Schelmenromans und zeigt dem Leser auf unterhaltsame Art, die Absurdität des menschlichen Handelns auf. Die humorvolle Geschichte kippt aber an keiner Stelle ins Alberne ab. Durch geschickte Perspektivwechsel und eingestreute Fehlinterpretationen der Schafe hat der Kriminalroman „Glennkill“ eine nachvollziehbare Handlung, die sich um Drogenhandel, Schmuggel und Mord dreht. Das Buch wird jeden Freund englischer Kriminalromane begeistern und lässt den Leser Schafe mit ganz anderen Augen sehen.
Dem Krimi „Glennkill“ ist ein „Dramatis Oves“ („Handelnde Schafe“) vorangestellt, indem Leonie Swann zu jedem Schaf eine kleine Charakterstudie oder besondere Merkmale wiedergibt. Schon auf diesem ersten Blatt zeigt sich der sympathische Humor der jungen Autorin. Die Namen der Schafe und vieler handelnder Personen sind sprechende Namen, die den Leser teilweise zu voreiligen Schlüssen verleiten, beispielsweise der Ortsname „Glennkill “, das ermittelnde Schaf „Miss Maple“ oder „Ham“, der Schlachter.
Ein weiteres liebevolles Detail begeistert den Leser: Auf jedem Blatt ist in der rechten unteren Ecke ein Schaf gezeichnet. Wenn man das Buch zügig durchblättert, beginnt das Schaf fröhliche Sprünge zu machen. Dieses Daumenkino erstreckt sich über mehr als 180 Blätter und lässt das Schaf bis zur Auflösung der Geheimnisse um Glennkill eifrig springen.
Jedem, der nicht einschlafen kann und ans Schafezählen denkt, sei der „tierisch gute“ Kriminalroman „Glennkill“ aufs Kissen gelegt. Einschlafen wird man beim Lesen zwar ganz sicher nicht, da das wunderbare Buch spannend und witzig ist, aber dafür hat man ein paar unterhaltsame Stunden mit einer ganzen Schafsherde.
Autorenportrait:
Leonie Swann, der Name ist ein Pseudonym, wurde 1975 in der Nähe von München geboren. Sie studierte Philosophie, Psychologie und Englische Literaturwissenschaft in München und Berlin. Die Idee zu ihrem Buch entstand während eines Aufenthaltes in Paris, als sie plötzlich eine große Sehnsucht nach dem Landleben überkam – und nach Schafen, mit denen sie auf einer Irlandreise Bekanntschaft geschlossen hatte. „Glennkill“ ist ihr erster Roman und hat inzwischen auch internationale Verlage begeistert; die Übersetzungsrechte wurden bisher nach England, Frankreich, Italien, in die USA und die Niederlande verkauft.
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