Elvis

Ein Bildband über den „King des Rock 'n' Roll“

Elvis(tkr). Elvis Presley: Als Jugendlicher lebt er mit seiner Familie im sozialen Wohnungsbau und nimmt nach der Schule einen Job als Maschinenschlosser an. Doch seine große Leidenschaft ist die Musik. Auf seinem Abschlussball tanzt Elvis nicht, weil er überzeugt ist, dass er es nicht kann. Einige Zeit später fallen die Mädchen wegen seines heißen Hüftschwungs reihenweise in Ohnmacht, und die Öffentlichkeit debattiert, ob man diese Hüften im Fernsehen zeigen darf. Zu Anfang seiner Karriere spaltet Elvis das Publikum wie kaum ein Zweiter. Die einen lieben ihn, die anderen stempeln ihn als mittelmäßigen Sänger und schlechten Schauspieler ab. Doch über Jahrzehnte etabliert sich der Musiker aus Memphis und wird zur Legende. Noch heute, 30 Jahre nach seinem Tod, wird seine Villa Graceland zur Pilgerstätte für 600.000 Fans jährlich. Elvis ist unvergessen!

 

Die amerikanische Journalistin Tara McAdams hat sich diesem Phänomen in ihrem Bildband „Elvis“ gewidmet. Sie dokumentiert chronologisch das Leben des King auf über 230 – teils privaten – Fotos. Den Rahmen bilden eine umfangreiche Zeittafel seines Lebens sowie Interviews und Zitate von Freunden und Weggefährten. In sechs Kapiteln stellt die Autorin Aufstieg und Fall sowie das Vermächtnis des King dar. Dabei verfällt die Autorin, die selbst großer Elvis-Fan ist, nicht in Huldigungsarien. Vor allem ihre Einleitung ist ein sehr kritischer Einstieg. „Als ich geboren wurde, hatte der King gerade seine Armeezeit hinter sich und schlug sich mit Filmen herum (…) mit dem lauen Charme der hirnlosen Dialoge konnte ich wenig anfangen. (…) Elvis war eine Witzfigur. ‚Thank ya very much'-Getue, Koteletten, Schlaghosen, riesige Sonnenbrillen.“ Umso erstaunlicher ist der Wandel, den die Autorin vollzogen hat.

 

In „Elvis“ nimmt Tara McAdams sowohl den begeisterten Fan als auch den skeptischen Elvis-Neuling an die Hand. Beiden bietet sie eine vergoldete Wundertüte über den „King des Rock 'n' Roll“, die viele Anekdoten aus seinem Leben enthält, aus dem Englischen von Michael Sailer übersetzt. Von seinen Eltern, über sein striktes Management bis hin zu Elvis' letzten Geliebten, bleibt dem Leser nichts verborgen. Dabei wird leider häufig das reproduziert, was bereits bekannt ist. Ein Wermutstropfen: Die Interviews in „Elvis“ stammen aus anderen Publikationen und werden hier nur wiederverwertet. Das mindert die Exklusivität des kleinformatigen Bildbandes. Der Fan wird vermutlich einiges aus seinem Regal wieder erkennen, was nicht unbedingt die Freude über den Bildband mindern muss. Für den Elvis-Neuling ist der Band mit Sicherheit ein guter Einstieg in das Leben der Legende und infiziert ihn vielleicht sogar mit dem „King-Fieber“.

 

Die Gestaltung des Bildbandes orientiert sich an Elvis Presley selbst. Der kitschig-goldene Buchumschlag erinnert an seinen unverwechselbaren Stil. Ansonsten ist das Layout angenehm schlicht und übersichtlich gehalten. Das alphabetisch sortierte Register erleichtert die Suche nach bestimmten Personen, Filmen oder Orten, und ein umfangreiches Quellenverzeichnis liefert eine Liste für die Dinge, die im Fanregal noch fehlen.

 

„Elvis“ lässt die Herzen der Fans höher schlagen!

Autorenportrait:

Tara McAdams ist Journalistin und ausgewiesene Expertin in Sachen Musik, Film und Popkultur. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter über Elvis' Filme und verschiedene Soulgrößen, machten sie einem großen Publikum bekannt. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Autor und Musikjournalisten Robert Gordon in Memphis, Tennessee.

Elvis

Tara McAdams

Elvis

Aus dem Englischen von Michael Sailer

Verlag Collection Rolf Heyne, München

ISBN 978-3-89910-328-1

1. Auflage 2006, 432 Seiten, mit zahlreichen meist farbigen Abblidungen, Hardcover gebunden mit Lesebändchen, Format 13 x 17 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 24,90 (D) / € 25,60 (A) / sFr 43,70

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