Eis
Fruchteis, Sorbets, Granités, Eis am Stiel und Eisgetränke – alles selbstgemacht
(mag).
Es gibt Bücher, die einem vom ersten Satz an gefangen nehmen und bis zum
Ende nicht mehr loslassen. Ganz ähnlich ist es mit dem Buch „Eis – Fruchteis,
Sorbets, Granités, Eis am Stiel und Eisgetränke – alles selbstgemacht“
von Sunil Vijayakar, gleich das erste Rezept „Cranberry-Mangoeisriegel“ ist
ein Traum: Man braucht nur zwei Zutaten, Cranberrysaft und Mangopüree,
sowie sechs kleine Förmchen und hat ganz schnell ein super einfaches, köstliches
und schön aussehendes Eis im Kühlfach stehen. Ganz ohne Eismaschine
macht man so im Handumdrehen jedem gekauften Eis locker Konkurrenz. Nicht alle
Rezepte in diesem Buch, aus dem Englischen von Franziska Weyer übersetzt,
sind so simpel, aber originell sind sie fast alle.
Der in London lebende Inder Sunil Vijayakar hat Rezepte für Fruchteis in vielen interessanten Varianten kreiert, leider gibt es kein Schokoladeneis. Sein Eis am Stil aus Früchtepüree oder Säften füllt er in witzige Formen. Aufwändiger in Zutaten und Herstellung sind die Sorbets, gefrorenen Joghurts und geeisten Soufflees. Schon beim Lesen der Überschriften, wie „Kiwi-Ingwer-Sorbet“ oder „Gefrorene Pfirsichjoghurtwürfel mit Ahornsirup“, läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Die Gratinés mit ihrer typisch körnigen Konsistenz, die leichten Parfaits und das Wassereis brauchen etwas Zeit, lohnen aber die Mühe. Das abschließende Kapitel beschäftigt sich dann mit Frappés, Halbgefrorenem und Eisgetränken.
Sunil Vijayakar stellt Rezepte zusammen, die leicht nachzumachen sind, und er setzt kaum Vorkenntnisse voraus. Die Zutaten, die verwendet werden, sind vor allem einheimische Früchte, aber auch einige leicht zu kaufende Exoten. Auch wenn Sunil Vijayakar in der Einleitung betont, dass eine Eismaschine nicht unbedingt erforderlich ist, sind doch einige Rezepte ohne dieses Hilfsmittel recht zeitaufwändig nachzumachen. Bei jedem Rezept, bei dem Sunil Vijayakar eine Eismaschine für nötig hält, zum Beispiel „Blutorangen-Wassereis“, „Geeiste Piña Colada“ oder „Chili-Limetten-Sorbet“ hat er einen entsprechenden Hinweis geschrieben. So kann der Leser, der noch keine Eismaschine hat, sich erst einmal diese Rezepte aussuchen. Im Anhang des Buches „Eis“ gibt es ein übersichtliches Rezeptverzeichnis.
Zu jedem der 36 Rezepte in dem Buch „Eis“ hat Fotograf Richard Ford eine Aufnahme gemacht, so dass man sich zu jeder Eiskreation ein Bild machen kann. Die farbigen Fotografien überzeugen zum Teil durch ihre schlichte, sehr reduzierte Darstellung, das Spiel mit der Tiefenschärfe wird gekonnt eingesetzt und einige Nahaufnahmen machen das Buch zu einer Augenweide. Die Bilder machen neugierig auf die Rezepte und sind gleichzeitig informativ.
„Eis – Fruchteis, Sorbets, Granités, Eis am Stiel und Eisgetränke – alles selbstgemacht“ ist ein schön gestaltetes Buch voller Köstlichkeiten, das Lust aufs Ausprobieren macht!
Autorenportrait:
Sunil Vijayakar wurde in Mumbai/Indien geboren und führte dort ein erfolgreiches Catering-Unternehmen. Heute arbeitet er in London als Fooddesigner und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und schreibt regelmäßig für verschiedene Publikationen.
Fotografenportrait:
Richard Jung arbeitete als Fotograf bereits in San Francisco, New York und London und hat den Fotografenpreis der „James Beard Stiftung“ gewonnen.
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