Die Totenleserin
Die Ärztin der Toten
(pr).
Mit dem Kriminalroman „Die Totenleserin“ entführt Autorin Ariana Franklin
den Leser in das England im Hochmittelalter. Die Heldin Adelia ist eine Totenärztin,
also Pathologin, aus Italien. Zusammen mit Simon aus Neapel, einem Ermittler,
und dem Sarazenen Mansur reist sie auf Geheiß des Königs von Sizilien
nach England. Dort sollen sie bestialische Ritualmorde an Kindern aufklären,
die den Juden in die Schuhe geschoben werden. Auf dem Weg nach Cambridge, der
Stadt, in der die Verbrechen geschehen sind, treffen sie auf eine Gruppe Pilger,
unter denen sich auch Prior Jeffrey befindet. Er, der Prior des nahegelegenen
Klosters, wird von der Medizinerin von einem Leiden erlöst und bleibt den
Dreien in Dankbarkeit als wichtigster Verbündeter erhalten. Ihm ist es
auch zu verdanken, dass Adelia heimlich die Möglichkeit bekommt, die Leichen
der ermordeten Kinder zu untersuchen. Eine Tat, die ihr – wäre sie dabei
erwischt worden – große Schwierigkeiten bereitet hätte. Doch erzählen
ihr die Toten wer der Mörder ist? Schon bald drängen sich eine ganze
Reihe von Verdächtigen auf: Neben den beiden Kreuzfahrern Sir Joslin und
Sir Gervais gerät auch Sir Roland Pickett, der Steuereintreiber des Königs,
in ihren Verdacht.
Der historische Krimi „Die Totenleserin“, aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann übersetzt, ist zwar nicht so düster wie der Titel erahnen lässt, ist aber dennoch spannend zu lesen und führt in die Abgründe der menschlichen Seele. Autorin Ariana Franklin schafft es spielend, den Leser in das 12. Jahrhundert zu versetzten, obwohl sie sich durchaus einige Freiheiten bezüglich der Authentizität nimmt. Da diese aber zugunsten des Lesevergnügens gehen, seien sie erlaubt. Lesern, die in historische Romane die gleichen Erwartungen setzten wie in Geschichtsbücher sei von „Die Totenleserin“ jedoch abgeraten. Wer Krimis mag und sich gerne in die Vergangenheit entführen und unterhalten lässt, für den ist „Die Totenleserin“ genau richtig. Und natürlich kommen auch die Romantiker in diesem historischen Roman nicht zu kurz.
Erzählerin Beate Himmelstoss macht bei der Lesung des Romans „Die Totenleserin“ alles richtig. Sie gibt jeder Figur eine eigene Stimme und unterstreicht somit deren Charakter, doch macht sie nicht den Fehler zu überzeichnen. Vielmehr sind es nur Nuancen, die zwischen ihren Charakteren liegen. Und auch die Hauptfigur Adelia bringt Beate Himmelstoss dem Hörer näher, indem sie es schafft, die in der Figur angelegten Charakteristiken aufzunehmen und ihr so eine sympathische Ausstrahlung zu verleihen.
Das Booklet komplettiert das gelungene Hörbuch und hat allerlei Wissenswertes zu bieten: Neben einer Zeittafel mit den wichtigsten Daten Englands im Mittelalter wird auch auf die historischen Vorbilder eingegangen, die in den Roman einfließen.
„Die Totenleserin“: Ideal für alle, die das Mittelalter und eine außergewöhnliche Frau kennenlernen wollen!
Autorenportrait:
Hinter dem Pseudonym Ariana Franklin verbirgt sich eine Autorin, die nach langjähriger journalistischer Tätigkeit nicht nur historische Romane sondern auch ein Buch über Gerichtsverfahren im 12. Jahrhundert verfasst hat. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann in Hertfordshire bei London.
Erzählerportrait:
Beate Himmelstoss wurde am 31.Oktober 1957 in Starnberg geboren. Nach dem Abitur studierte sie Philosophie und Theaterwissenschaft in München und absolvierte eine private Schauspielausbildung. Seit 1987 arbeitet sie als Sprecherin beim Bayerischen Rundfunk.
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