Der Tod bedeutet gar nichts
Worte und Bilder, die über den Tod hinweg trösten
(mkb).
Wenn der Tod uns einen Menschen nimmt, gibt er sich nur selten mit dem Körper
zufrieden, reißt in der Regel einen Teil der Hinterbliebenen gleich mit.
Dass Trauernde Trost finden, verdanken wir Menschen wie dem Philosophen und
Geistlichen Henry Scott Holland, der in „Der Tod bedeutet gar nichts“ Worte
gefunden hat, die dem Kondolierenden meistens in der Kehle stecken bleiben.
Besonders in unserer „zivilisierten“ Welt ist er das Tabuthema Nummer eins geworden, dabei sitzt er manchem bereits mit der Sense im Genick. Nicht nur haben wir verlernt, den Tod als sicher eintretendes Ereignis in unser Leben zu integrieren, sondern wir haben auch verlernt, Worte für die Hinterbliebenen zu finden. Henry Scott Holland hat die Leichtigkeit in Vergangenem gefunden und tröstet die Zurückgelassenen mit dem Geschenk, das die Verstorbenen hinterlassen haben: die Erinnerung. Sätze wie „Ich bin nur still nach nebenan gegangen“oder „Lache über die kleinen Dinge, über die wir immer miteinander gelacht haben“holen Sonne in die Gegenwart der Verlassenen.
Rainer Groothuis hat für die tröstenden Worte das Meer gefunden, hat den Fels in der Brandung, die umwehte Düne am Meer, einsame Strandkörbe im Winter oder eine an den Klippen zerschlagende Sturmwelle beigefügt. Bild für Bild, Satz für Satz stehen sich der Fotograf und der Autor gegenüber, der eine findet die Worte, der andere die Stimmung – daraus ist ein kostbares Büchlein geworden, das wenigstens für einen Augenblick Licht ins Dunkel zu bringen vermag: „Warum sollte ich denn aus dem Sinn sein, nur weil du mich nicht mehr sehen kannst“. Leider ist nirgendwo erwähnt, wer diesen unter die Haut gehenden Text so einfühlsam übersetzt hat und uns auch in deutscher Sprache direkten Zugang zu Henry Scott Hollands Trost verschafft hat.
„Der Tod bedeutet gar nichts“ wirkt lindernd auf dem pulsierenden Seelenschmerz, legt sich ermutigend über aufflammende Todesangst. Eine Investition, die sich vielfach auszahlt!
Autorenportrait:
Henry Scott Holland lebte von 1847-1918. Nach seinem Studium in Oxford war er viele Jahre lang Professor für Philosophie an verschiedenen englischen Hochschulen. 1884 wurde er als Domherr an die „St. Paul's Cathedrale“ in London berufen und veröffentlichte während dieser Zeit viele Schriften zu Philosophie und Religion, unter anderem den vorliegenden Text.
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