Das richtige Leben

Ein Familienroman zwischen Revolution und Establishment

Das richtige Leben(tkr). Während im Berlin der 1960er Jahre Demonstrationen, Drogen und freie Liebe unter Studenten an der Tagesordnung sind, wächst der kleine Karl Ho Bob zusammen mit seiner Zwillingsschwester Janis in einer schmuddeligen Revoluzzerkommune auf. Sein Vater, ein Protestler der ersten Stunde“, der von der Presse nur der „rote Kajo“ genannt wird, plant eifrig die Revolution. Die Mutter Mo ist eine bildhübsche Naturwissenschaftlerin. Erzogen werden die Kinder nicht, kennen weder Grenzen, noch sicheren Halt. Nach einer aufregenden Jugend zwischen Scheidung, Schulabbruch und Punk-Karriere lebt Ho mit 37 Jahren ein ganz anderes Leben: Er ist inzwischen Inhaber einer Werbeagentur, die zwar wegen seiner fehlenden Autorität kurz vor dem Ruin steht, aber immerhin. Die revolutionären Ideen seiner Eltern sind nur noch eine blasse Rauchwolke, die mit jedem Windstoß durch frische Spießer-Luft verdrängt, ja bereinigt wird; desinfiziert von der Erkenntnis im verhassten „Establishment“ angekommen zu sein.

 

Ho stolpert durch sein Leben, wirft unendlich viele Fragen auf und traut weder sich selbst noch den Antworten seiner Mitmenschen über den Weg. Hat er Bindungsängste, weil seine Eltern in wilder Ehe leben? Darf der Sohn des „roten Kajo“ einfach so glücklich sein? Oder ist das zu unkritisch? Und warum fängt seine Freundin Celia, die er abgöttisch liebt, mitten in der Nacht an zu heulen?

 

Autor Daniel Bielenstein hat mit „Das richtige Leben“ einen klugen und herrlich ironischen Roman über den Wertewandel zwischen Generationen geschrieben. Dieser trifft die heute junge Generation genau ins Mark, denn er karikiert unsere Gesellschaft der ewig Flexiblen, des Sich-nicht-festlegen-wollens, der Lebensabschnittspartner. Dabei verfällt der Autor jedoch nicht dem „Früher war alles besser“-Klischee, denn „Das richtige Leben“ zeigt wie die Elterngeneration genauso um ihr Lebensglück ringen musste und bis heute muss. Damit hält Daniel Bielenstein in „Das richtige Leben“ ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, Mut zu beweisen, sich zum gewählten Lebensentwurf zu bekennen und dafür zu kämpfen. Lebensnah und kurzweilig erzählt er in „Das richtige Leben“ die gesamte, anekdotenreiche Familiengeschichte von Ho. Besonders witzig sind dabei die Rückblenden in die Zeit der Kommune, die aus Kindersicht erzählt werden.

 

„Das richtige Leben“ ist ein kluger und leidenschaftlicher Familienroman, der zeigt, was Menschen zusammenschweißen und trennen kann – absolut lesenswert!

 

Autorenportrait:

Daniel Bielenstein, geboren am 31. Juli 1967 in Bonn, studierte in Deutschland, Japan und den USA Politik, Jura, Japanologie. Er war Redaktionsassistent der japanischen Tageszeitung „Asahi Shimbun“, Lokalredakteur in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein, Redaktionsleiter einer Wirtschaftszeitschrift in Hamburg und baute ein chinesischsprachiges Magazin über europäische Märkte in Shanghai auf. Seit 2002 lebt er als freier Journalist und Autor in Hamburg. Für seine Kurzgeschichten ist er mehrfach ausgezeichnet worden. 2003 erschien sein Bestseller „Die Frau fürs Leben“, ein Jahr später folgte der Roman „Max und Isabelle“, zuletzt erschien „Ein Mann zum Stehlen“.

Das richtige Leben

Daniel Bielenstein

Das richtige Leben

Scherz Verlag, Frankfurt am Main

ISBN 978-3-502-11001-9

1. Auflage 2007, 256 Seiten, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag.

Unverbindliche Preisangabe: € 17,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 32,20

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