Das Gespenst von Canterville
Ein Orchesterhörspiel nach Oscar Wilde
(tkr).
Nachdem Sir Simon de Canterville vor über 300 Jahren seine Frau ermordete,
ließ man ihn zur Strafe verhungern. Als das Gespenst von Canterville spukt
er seitdem durch das Schloss und hat schon so manchen zu Tode erschreckt. Doch
bei Familie Otis, die nun in das Schloss einzieht, hat der Geist keine Chance.
Er jault durchs Schlüsselloch, rasselt mit seinen rostigen Ketten und verteilt
Blutflecken im Haus. Doch nichts kann diese aufgeklärte amerikanische Familie
erschrecken. Das Gespenst fühlt sich überflüssig und verzweifelt.
Schon lange sehnt es sich nach der ewigen Ruhe, doch wer kann es erlösen?
Virginia, die Tochter des Hauses, entdeckt das traurige Gespenst und empfindet
Mitleid mit ihm. Ob sie ihm helfen kann?
Das Orchesterhörspiel „Das Gespenst von Canterville“, komponiert von Henrik Albrecht, verhilft der alten Erzählung von Oscar Wilde zu neuem Glanz. Ausgezeichnet mit dem „Deutschen Hörbuch-Preis 2007“ in der Kategorie „Das besondere Hörbuch/Musik“, ist dieses Orchesterhörspiel ein wirkliches Muss für alle Kinder ab sechs Jahren. Denn es erzählt nicht nur eine spannende Geschichte zwischen Grusel und ironischem Witz, aus dem Englischen übersetzt von Wolf Harranth. Es führt genauso in die klassische Musik ein. Das „SWR-Rundfunkorchester Kaiserslautern“ untermalt die Handlung nicht nur mit einigen schönen Melodien, nein, die Musik treibt die Erzählung erst richtig voran und bestimmt diese perfekte Komposition zwischen Erzählung und Musik.
Auch die Sprecher gehen auf die Musik ein. Virginia, gesprochen von Laura Maire, kommentiert ab und zu das Spiel des Orchesters und fragt welches Instrument das jetzt gerade war. „Eine Bassklarinette“, schallt es dann brummend zurück. So entstehen neben der eigentlichen Handlung kurze Dialoge zwischen den Sprechern. Diese lenken nicht ab, sondern tragen zum Verständnis des Hörspiels bei und charakterisieren die Figuren näher. Die Stimmen der drei Sprecher, Peter Fricke, Laura Maire und Stefan Kaminski sind angenehm und gut zum Zuhören. Besonders beeindruckend ist der Stimmenwechsel, den Stefan Kaminski hinlegt. Er springt zwischen acht Figuren hin und her, ohne dass der Hörer es bemerkt.
Auch das Outfit der CD kommt gut gemacht daher. Die Coverillustration mildert die Geschichte von einem Schreckenschauer zu einer kindgerechten Gruselvariante. Enthalten ist auch ein Brief von Komponist Henrik Albrecht an seine jungen Hörer. Mit diesem macht er Lust auf die Musik und beschreibt wie eine Geige funktioniert. Eine Zeichnung erklärt, wo sich welches Teil an der Geige befindet.
Das Orchesterhörspiel „Das Gespenst von Canterville“ vereint alles, was ein gutes Hörbuch braucht: Eine spannende Geschichte, fesselnde Musik und virtuose Sprecher. Fantastisch!
Autorenportrait:
Oscar Wilde wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren. Er studierte klassische Literatur in Oxford und war als Dandy bekannt. Er starb am 30. November 1900 in Paris.
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