Das Boot
Auf der Suche nach der Crew der U 96
(pr/sl).
Das reich bebilderte Buch „Das Boot“, herausgegeben vom „Deutschen Filmmuseum“
und dem „Deutschen Filminstitut“, informiert umfassend über den gleichnamigen
Film-Klassiker von Wolfgang Petersen. Das Werk ist deshalb mehr als nur eine
Begleitliteratur zum Film, denn darüber hinaus gibt es zusätzlich
einen Überblick über die Entwicklung der U-Boot-Filme und über
den Stellenwert von U-Booten in der Geschichte, wobei besonders der Zweite Weltkrieg
im Fokus steht. Dieser ist auch Schauplatz des gleichnamigen Romans von Lothar-Günther
Buchheim, der dem Film zugrunde liegt. Lothar-Günther Buchheim war selbst
als Kriegsberichterstatter an Bord der U 96, eben jenem U-Boot, dessen Schicksal
in „Das Boot“ nachgestellt wurde.
Es geht den Autoren des Filmbuches durchaus um eine kritische Berichterstattung, was man daran merkt, dass auch die wenig schmeichelhaften Kritiken, die beim Filmstart in den großen deutschen Zeitungen erschienen, einen Platz in diesem Buch finden. Damals mussten sich die Verantwortlichen vor allem dem Vorwurf widersetzten, sie würden zu unkritisch mit der deutschen Geschichte umgehen. Nichtsdestotrotz feierte „Das Boot“ im Ausland, besonders in England und den USA, grandiose Erfolge und gehört immer noch zu den erfolgreichsten deutschen Filmen überhaupt.
Fans des inzwischen zum Klassiker gewordenen Films bietet das Buch eine ganze Menge: Angefangen bei den Problemen, die sich vor Drehbeginn auftaten und die größtenteils mit Lothar-Günther Buchheim zu tun hatten, über den Dreh selbst bis hin zur Nachbearbeitung sowie der Entstehung der verschiedenen Versionen fürs Kino und das Fernsehen informiert „Das Boot“ ausführlich. Basis der hier verwendeten Texte sind Interviews, die Sven Femerling und Georg Grill mit einem Großteil der an dem Projekt Beteiligten geführt haben. Dass neben Schauspielern auch Produzent, Regisseur und zum Beispiel Maskenbildner zu Wort kommen, ist die Stärke dieses Buches, da es dadurch sehr facettenreich ist.
Komplettiert wird „Das Boot“ von einem umfangreichen Personen- und Filmregister, wobei letzteres notwendig ist, da sowohl eine Einordnung des Films in den Deutschen Film der 70er und 80er Jahre vorgenommen, als auch eine Übersicht über das Subgenre U-Boot-Film geleistet wird.
„Das Boot“ begeistert durch die fast 400 Abbildungen, die sich aus offiziellen und privaten Fotos zusammensetzen. Neben Filmausschnitten und Kinoplakaten von „Das Boot“ und anderen Filmen, Storyboardzeichnungen sowie Premieren- und Pressebildern finden sich in diesem beeindruckenden Buch auch Schnappschüsse, die während des Drehs entstanden sind, Polaroid-Fotos, die helfen, Kontinuitätsfehler zu vermeiden, sowie Fotos, die die Crew während des Drehs zeigen und vieles mehr.
Abgesehen von den Problemen vor Drehbeginn gab es natürlich auch währenddessen jede Menge große und kleine Probleme, die es zu lösen galt. Schließlich betrat die Crew mit „Das Boot“ Neuland und schuf einen für den deutschen Film ungewöhnlich actionreichen und teuren Film. So waren es neben der Finanzierungsfrage auch immer wieder technische Schwierigkeiten, die den Dreh begleiteten. Auch der Zeitraum des Drehs ist rekordverdächtig: Nach 166 Drehtagen und Kosten in Höhe von ungefähr 25 Millionen D-Mark war „Das Boot“ fertig. Ein Grund dafür war sicher auch Wolfgang Petersens perfektionistischer Arbeitsstil, der alle Beteiligten manchmal in den Wahnsinn trieb. Der Regisseur verlangte seinen Schauspielern alles ab: Tonnen von eiskaltem Wasser, nicht enden wollende Drehtage, die Enge eines nachgebauten U-Boots und andere Herausforderungen mussten Jürgen Prochnow, Herbert Grönemeyer, Martin Semmelrogge und Co. über sich ergehen lassen. Ein Wunder, dass keiner vorzeitig von Bord gegangen ist …
Rückblickend scheinen sich aber alle Strapazen gelohnt zu haben, da nicht nur der Film sehr erfolgreich war, sondern er auch Ausgangspunkt vieler erfolgreicher Karrieren war, zuallererst derjenigen von Wolfgang Petersen, der mittlerweile zu den gefragtesten Regisseuren Hollywoods gehört. Doch auch für die meisten Jungschauspieler wie Uwe Ochsenknecht oder Jan Fedder war ihre Mitarbeit an dem Film der Ausgangspunkt ihrer teils sehr erfolgreichen Karrieren im Kino und Fernsehen. Die beruflichen Laufbahnen der einzelnen Schauspieler sowie einiger anderer Crew-Mitglieder können anhand kurzer Biografien verfolgt werden.
„Das Boot“ ist das ideale Buch für alle, die mehr über den beeindruckenden Filmklassiker erfahren und in Erinnerungen abtauchen wollen!
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