Bücher auf Rädern
Ein Roman aus der irischen Provinz
(mag). Der Londoner Israel Armstrong kann sein Glück kaum fassen: Endlich hat er eine Stelle als Bibliothekar gefunden. Voller Elan reist er ins nordirische Provinznest Tumdum, um dort die Leitung der Bezirksbücherei zu übernehmen. Sein Entsetzen ist groß, als er vor der geschlossenen Bibliothek, die in Wohnungen und Geschäfte umgebaut werden soll, steht. Im Amt für Unterhaltung, Freizeit und Gemeindedienste verweißt man ihn auf den Bücherbus, der die Bücherei ersetzten soll …
In bester Tradition der Screwball-Komödie erzählt der Engländer Ian Sansom in seinem Roman „Bücher auf Rädern“ wie der Tollpatsch Israel Armstrong von einen Missgeschick zum nächsten stolpert. Die Fahrbücherei ist nicht nur ein alter klappriger Oldtimer, zu allem Ungemach sind auch alle 15.000 Bücher verschwunden. In dem Bus befinden sich nicht einmal mehr Regale! Mit den Einheimischen hat der übergewichtige Großstädter auch wenig Glück: Er kommt auf einem Bauernhof unter, wo er zusammen mit einigen Hühnern im Hühnerstall schläft. Der Altbauer ist ein ultrakonservativer Katholik, was zu allerhand Missverständnissen zwischen ihm und dem Juden Israel Armstrong führt. Die Iren begegnen ihm mit großem Misstrauen, vor allem, als Israel Armstrong anfängt, jeden zu verdächtigen, die Bücher aus der Bücherei gestohlen zu haben.
Als der alte Fahrer der Fahrbücherei Ted Carson sich entschließt, Israel Armstrong zu unterstützten, kommt die Suche nach den Büchern langsam in Fahrt. Die beiden machen sich auf den Weg durch den gesamten Bezirk und sammeln erst einmal die ausgeliehenen Bücher wieder ein. Nachdem sie eine Generalamnestie für überfällige Bücher verkündet haben, öffnen ihnen die Einheimischen die Türen.
Der Roman „Bücher auf Rädern“ ist sehr unterhaltsam und leicht geschrieben. Der Text besteht zu großen Teilen aus lustigen Dialogen voller Wortwitz und Situationskomik. Auf der Suche nach den Büchern und deren Dieb trifft Israel Armstrong auf viele schrullige, eigenbrötlerische und sonderbare Iren. Der Autor Ian Sansom überzeichnet die Charaktere bis ins Urkomische, ohne ihnen jedoch die Würde zu nehmen. Er behält immer einen liebevollen Blick auf die Leute, die aus Sicht eines Engländers nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Den ungeschickten Israel Armstrong schließt der Leser sofort ins Herz, staunt aber auch über soviel naivem Charme.
Der Roman „Bücher auf Rädern“ – im Original ausführlicher: „The Mobile Library – The Case of the Missing Books“ – wurde von Werner Löcher-Lawrence aus dem Englischen übersetzt, ohne dass dabei der berühmte englische Humor verloren geht.
„Bücher auf Rädern“ ist ein Spaß für alle, die ein Herz für skurrile Charaktere haben und die klassische englische Komödie mögen!
Autorenportrait:
Ian Sansom, geborener Engländer, inzwischen aber überzeugter Nordire, studierte in Oxford Literatur und promovierte. Heute ist er Vater von drei Kindern, Journalist und Schriftsteller, und aus seinen Büchern spricht die Begeisterung für seine Wahlheimat. „Bücher auf Rädern“ ist das erste Buch von ihm, das auf Deutsch erscheint.
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