Bilder des Himmels

Die Geschichte des Jenseits von der Bibel bis zur Gegenwart

Bilder des Himmels(mag). Wenn wir etwas besonders schön finden, nennen wir es „himmlisch“, und den Kindern erzählt man, dass die verstorbene Oma nun im Himmel sei. Der Begriff des Himmels ist ein Synonym für Vollkommenes, ein Ort, an dem man es besser hat als auf der Erde. Das Bild des Himmels ist schon sehr lange Teil der Kultur und des Glaubens. In dem reich illustrierten Band „Bilder des Himmels“ versuchen drei Theologen und ein Kunsthistoriker die verschiedenen Ideen, die die Menschen mit dem Himmel seit jeher verbinden, darzustellen und zu erläutern.

 

Theologe Klaus Berger schreibt in seinem Kapitel „Himmel – Biblische Grundlegung“ über die Bilder des Himmels aus Sicht der biblischen Überlieferung und anderer religiöser Anschauungen. In kurzen Abschnitten zeigt er die ganze Bandbreite der menschlichen Ideen auf der Suche nach dem Vollkommenen und der Erlösung nach dem Tod im Himmel. Interessant sind die Wurzeln der Motive und der gegenseitige Einfluss, den die Religionen und Kulturen aufeinander haben. Er kommt zu dem Fazit, dass „kein Mensch Gott im Weltall suchen wird, sondern die Rede vom Himmel als Bild deutet“.

 

Wolfgang Beinert, ebenfalls Theologe, zeigt im Kapitel „Die Geschichte des Himmels“ dass die Vorstellungen, die die Menschen sich vom Himmel machen, stetig im Wandel sind. Seine Geschichte des Himmels ist auch eine Kulturanthropologie. Die kenntnisreichen Texte sind gut verständlich und erfordern von dem interessierten Leser wenige Vorkenntnisse ohne jedoch oberflächlich zu sein. Das Verständnis der Texte wird durch die passenden Illustrationen vertieft.

 

Kunsthistoriker Christoph Wetzel begleitet den Leser mit kurzen Einleitungen durch das Buch und führt ihn in dem Kapitel „Ikonographie des Himmels“ in die Geschichte der wechselnden Motive und Inhalte in der bildenden Kunst ein. Sein Text zeigt die große Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten der Künstler in Abhängigkeit von der Tradition. Christoph Wetzel erläutert ausführlich viele Motive und ermöglicht es so, weniger bibelfesten Kunstliebhabern ihre Wissenslücken nachhaltig zu schließen.

 

Der Theologe Medard Kehl betrachtet in dem Kapitel „Der Himmel – Die Botschaft christlicher Hoffnung“ die Vorstellungen des Himmels und der Unsterblichkeit aus der Sicht der heutigen Theologie. Sein gut verständlicher Text zeigt, dass die christlichen Kirchen auch aktuelle Sichtweisen in ihren Anschauungen des Himmels berücksichtigen. Medard Kehl hat einen vom tiefen Glauben geprägten Text geschrieben, der frei von frömmelnden Floskeln ist. Nur wenn er schreibt „Im christlichen Glauben bedeutet ‚Himmel' nicht bloß die Abwesenheit des irdischen Lebens, auch nicht dessen Verlängerung oder Steigerung, sondern seine Vollendung“ wird deutlich, dass auch dem eloquentesten Theologen im Angesicht des Himmels die wirklich verständlichen Worte fehlen.

 

Das gelungene Bildkonzept des Buches „Bilder des Himmels“ hat Christoph Wetzel entworfen. Die Auswahl der Bilder passt sehr gut zu den Texten und ergänzt sie. Beeindruckend ist die Fülle der Bilder und ihrer Bandbreite, die von der Himmelsscheibe von Nebra (um 1600 vor Christi Geburt) bis zu einem Bild von Roland Peter Litzenburger aus dem Jahr 1980 reicht. Jedes Bild ist mit einer ausführlichen Bildunterschrift versehen, neben den Angaben zum Künstler und dem Ort, an dem das Kunstwerk zu finden ist, schreibt Christoph Wetzel interessante Bemerkungen auf. Diese Bildlegenden allein machen das Buch „Bilder des Himmels“ schon lesenswert, da der Leser sehr viel über die abgebildeten Bilder erfährt und mit zunehmend geschultem Auge interessante Zusammenhänge und Details erkennt. Die Bilder illustrieren die Texte, stehen aber dank der hervorragenden Bildunterschriften auch für sich. So gelingt es, neben einem hervorragenden Textbuch auch einen wunderschönen und zugleich informativen Bildband zu gestalten.

 

In Anhang des Buches „Bilder des Himmels“ befinden sich ein Anmerkungsteil, der abhängig vom Autor unterschiedlich umfangreich und interessant ausfällt, der übliche Bildnachweis und ein umfangreiches Register, das nicht nur den Text sondern auch die Bildlegenden beinhaltet.

 

„Bilder des Himmels“ ist ein facettenreiches Buch, das den Leser einen Blick auf die unendliche Schönheit des Himmels werfen lässt!

Bilder des Himmels

Klaus Berger, Wolfgang Beinert, Christoph Wetzel und Medard Kehl

Bilder des Himmels

Die Geschichte des Jenseits von der Bibel bis zur Gegenwart

Verlag Herder, Freiburg im Breisgau

ISBN 978-3-451-29086-2

1. Auflage 2006, 240 Seiten, mit zahlreichen meist farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 22 x 27 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 29,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 49,90

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