Bei Astrid Lindgren zu Tisch

Ein literarisches Lese- und Kochbuch für die ganze Familie

Bei Astrid Lindgren zu Tisch(sl). Erinnern Sie sich daran, dass bei Festen in Lönneberga die Gäste als Mitbringsel einen Käsekuchen dabei hatten? Oder dass Matti und Mia in „Madita“ auf der Veranda Makkaroni mit Fleischklößchen und zum Nachtisch Rote Grütze essen? Und dass in „Bullerbü“ erst Weihnachten beginnt, wenn die Kinder Pfefferkuchen backen dürfen? – Astrid Lindgren hat in ihren Büchern immer wieder von Festessen, Backwerk und anderen Rezepten geschrieben, oftmals war die Küche der zentrale Ort, an dem man sich nicht nur zu den Mahlzeiten traf, sondern auch lebte. Mit dem richtigen Näschen hat sich Sybil Gräfin Schönfeldt auf die kulinarische Spur in Astrid Lindgrens Büchern begeben und ganz nebenbei ein Buch gezaubert, das Biografie und Kochbuch in einem ist: „Bei Astrid Lindgren zu Tisch“.

 

Eingangs erzählt Sybil Gräfin Schönfeldt im Kapitel „Astrid Lindgren und ihre Welt“ wie die Kinderbuchautorin im schwedischen Småland aufwuchs und schreibt kenntnisreich welche Gepflogenheiten damals in Schweden herrschten. So weiß Sybil Gräfin Schönfeldt beispielsweise, dass es feste Regeln für die Knechtsküche gab, die derb und kräftig war, und bei der die Männer morgens Hering und Milchsuppe bekamen, während in den schwedischen Städten in den Großbürgerhäusern die Mode herrschte, Menüs mit sieben bis acht Gängen zu servieren. Immer wieder stellt die Autorin den Zusammenhang zwischen Astrid Lindgrens Kindheit und dem Thema Essen dar, weiß genau, wo Astrid Lindgren welche Ereignisse, wie Schlachten und Krebsfang, oder Rezepte ihrer Familie in ihre Bücher einfließen ließ.

 

Sybil Gräfin Schönfeldts biografische Reise wird von historischen Fotos und mit Bildern von Carl Larsson illustriert, der Maler, der insbesondere das einfache schwedische Landleben in seinen bekannten Bildern einfing.

 

Im zweiten Teil des Buches „Bei Astrid Lindgren zu Tisch“ hat Sybil Gräfin Schönfeldt 40 Rezepte zusammengestellt, die auf appetitanregenden Fotos von Wolfgang Franz zu sehen sind. Seine Bilder sind ebenso schlicht wie die meisten Rezepte, keine von Foodstylisten aufgetakelten Aufnahmen, was man als sehr angenehm empfindet. Leider sind jedoch nicht alle vorgestellten Gerichte bebildert.

 

Eingeteilt sind die Rezepte in „Sommeressen“, „Alltagsessen“ und „Festessen“, zu denen beispielsweise Ananaspudding, Erbsensuppe und Kalbsrouladen gehört, sowie Kuchen – „Karlssons Sahnetorte“ – und Weihnachten mit „Butterkaramellen“ und „Weihnachtssülze“. Zum Schluss folgen „Astrids Lindgrens Lieblingsgerichte“, zu denen „Kartoffelknödel mit Speck“ ebenso gehört wie Fischauflauf und „Reistorte zum Geburtstag“, sowie „Schwedens klassische Rezepte“, bei denen sich „Elch-Gulasch“ und „Seemannsbeef“ findet. Auch der Käsekuchen nach Hannas Rezept, Astrid Lindgrens Mutter, fehlt nicht in der Sammlung.

 

Garniert sind die abwechslungsreichen Rezepte mit den Helden der eigenen Kindheit: Michel aus Lönneberga und Pippi begegnen einem ebenso wie die Kinder aus Bullerbü und Madita. Sybil Gräfin Schönfeldt zitiert genau die passenden Textpassagen aus Astrid Lindgrens Büchern, in denen es um die Gerichte geht, deren Rezepte sie verzeichnet hat.

 

Ein alphabetisches Verzeichnis der Rezepte fehlt ebenso wenig wie der Anhang mit Astrid Lindgrens Lebensdaten und Sybil Gräfin Schönfeldts Danksagung, in der nachzulesen ist, dass Karin Nyman, Astrid Lindgrens Tochter, ihr Familienrezepte geschickt hat, sie aber vor allem das Glück hatte, Astrid Lindgren selbst noch kennenzulernen und die schwedische Gastfreundschaft der Kinderbuchautorin hautnah zu spüren. „Mögen alle (…) das genießen, was ich auf diesen Seiten zusammengetragen, gekocht, gebacken und gebraten und mit Wolfgang Franz fotografiert habe“ – na, liebe Sybil Gräfin Schönfeldt, dass lassen wir uns doch nicht zweimal sagen!

 

„Bei Astrid Lindgren zu Tisch“ öffnet die Tür, um in eigenen Kindheitserinnerungen zu schwelgen und die Familie mit original schwedisch-lindgrenschen Rezepten zu überraschen!

 

Autorenportrait:

Sybil Gräfin Schönfeldt in Nassau a. d. L., Göttingen und Berlin aufgewachsen. Studium der Germanistik und Kunstgeschichte. Promotion in Wien. Journalistin, Übersetzerin, Kinderbuch- und Kochbuchautorin. Lebt in Hamburg. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, vor allem zur Kulturgeschichte des Essens, wie „„Feine Leute kommen spät…“ oder Bei Thomas Mann zu Tisch“, „Gestern aß ich bei Goethe“, „Weihnachtsgans und Lichterglanz“ und Auszeichnungen.

Bei Astrid Lindgren zu Tisch

Sybil Gräfin Schönfeldt

Bei Astrid Lindgren zu Tisch

Mit Illustrationen von Carl Larsson

Mit Fotos von Wolfgang Franz

Arche Verlag, Hamburg

ISBN 978-3-7160-2374-7

1. Auflage 2007, 185 Seiten, mit 80 farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden mit Lesebändchen.

Unverbindliche Preisangabe: € 19,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 34.-

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