Zu Gast bei André Heller
Sinnlich speisen, glücklich flanieren, märchenhaft feiern, einzigartig wohnen und tief Atem holen in einem italienischen Paradies
(mag).
Der österreichische Künstler André Heller hat sich 1988 ein
13.000 qm großes Anwesen mit einer im venezianischen Stil erbauten Villa
am Gardasee gekauft. Der Vorbesitzer, der Zahnarzt Dr. Arthur Hruska, hatte
dort einen botanischen Garten angelegt. André Heller durchbricht die
botanische Ordnung der Pflanzen und schafft mit Hilfe zahlreicher Kunstwerke
einen zauberhaften, verwunschenen Garten. Dabei hat er neben den unverwechselbaren
eigenen Skulpturen auch Werke von Keith Haring, Edgar Tezak, Roy Lichtenstein
und anderen aufgestellt. André Heller gestaltet die Villa nach seinen
Vorstellungen um und öffnet sein Zuhause für Gäste. Auch die
Journalistin Sabine Rudas genießt mehrfach die Gastfreundschaft des Österreichers.
Inspiriert durch ihre Besuche entsteht der Bildband „Zu Gast bei André
Heller“. Sabine Rudas beschreibt darin die geschmackvoll eingerichtete
Villa und den phantasievoll gestalten Garten sowie das Leben André Hellers
mit seinen Gästen. Der Blick der Journalistin ist wie verzaubert von der
sie umgebenden vielfältigen Schönheit. Sie nimmt den Leser mit auf
einen Besuch bei André Heller und macht ihre Begeisterung nachvollziehbar.
Ihre Beschreibungen sind detailliert aber nicht voyeuristisch.
Der überwiegende Textteil des Buches „Zu Gast bei André Heller“
besteht aus insgesamt 101 Rezepten. In André Hellers Küche herrscht
seine italienische Köchin Filomenas. Viele Rezepte stammen daher aus der
lombardischen Küche, es gibt aber auch ein Kapitel über arabische
Vorspeisen, und die österreichische Küche kommt ebenfalls nicht zu
kurz. Die Sammlung der Rezepte ist ebenso vielfältig und bunt, wie die
Kunst von André Heller. Die zubereiteten Mahlzeiten sind unterschiedlich
aufwändig, alle Rezepte sind leicht verständlich geschrieben und für
den etwas geübten Koch gut nachvollziehbar. Nicht jedes Gericht ist bebildert,
die guten Beschreibungen machen dennoch Lust, die Köstlichkeiten nachzukochen.
Das Kochbuch „Zu Gast bei André Heller“ ist sehr großzügig
und mit farbenfrohen Bildern des Fotografen Harald Eisenberger ausgestattet.
Die überwiegend blattgroßen Abbildungen und kunstvoll zusammengestellten
Kollagen zeigen den Garten und die Innenräume der Villa sowie die sorgfältig
angerichteten Speisen. Mit seinen Bildern zeigt Harald Eisenberger, dass er
den einmaligen Zauber des Anwesens wiedergeben und dem Betrachter einen Eindruck
der dortigen Atmosphäre vermitteln kann. Seine Nahaufnahmen geben einen
Eindruck von seinem Gespür für Details und leicht übersehbare
Kleinigkeiten. Harald Eisenberger hat einen wunderschönen opulenten Bildband
geschaffen. Seine Arbeit wird durch kleine Illustrationen von Susanne Schmöger
ergänzt, wobei diese Zeichnungen das sonstige hohe Niveau der Gestaltung
des Buches nicht immer erreichen.
Im Anhang des Bildbandes „Zu Gast bei André Heller“, der
beim „World Gourmand Cookbook Award 2005“ als „Best Foreign
Cookbook“ ausgezeichnet wurde, befindet sich ein nützliches Register
der Rezepte.
„Zu Gast bei André Heller“ ist ein wunderschönes Bilder-
und Kochbuch, das zu einem Besuch in die verzauberte Welt des Künstlers
einlädt!
Autorenportrait:
Sabine Rudas-Tschinkel lebt und arbeitet als Staatsanwältin und freie Journalistin
in Wien.
Fotografenportrait:
Harald Eisenberger, Fotograf, zahlreicher Veröffentlichungen in europäischen
Lifestyle- und Wohnmagazinen sowie Buchprojekten (Schwerpunkt „Bewegung“
und „lebendiger Raum“), lebt in Wien und in der Steiermark.
Gastgeberportrait:
André Heller, geboren 1947 in Wien, zählt zu den einflussreichsten
und erfolgreichsten Multimediakünstlern der Welt. Seine Verwirklichungen
umfassen Gartenkunstwerke, Wunderkammern und Prosaveröffentlichungen ebenso
wie die Erneuerung des Zirkus und Varieté, Millionen verkaufter Schallplatten
als Chansonnier eigener Lieder, großer fliegender und schwimmender Skulpturen,
Filme Feuerspektakel und Labyrinthe sowie Theaterstücke und Shows, die
vom Broadway bis zum Wiener Burgtheater, von Indien bis China, von Südamerika
bis Afrika ihr Publikum fanden. Er lebt in Wien, der Lombardei und auf Reisen.
An den Bildbänden „André
Heller – Bilderleben“ und „Augenweide“
war er ebenfalls beteiligt.
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