Winterberge – das etwas andere Wander- & Tourenbuch
Bayerische Alpen, Vorarlberg, Tirol, Salzburger Land, Südtirol
(mkb).
Die Fitnesswelle hat nun auch die Bergwelt erreicht, ein neues Gesundheitsbewusstsein
ist in Europa eingekehrt. Der Stammtisch nach dem Gipfelsturm, Germknödeln,
ein Schoppen und der Ausblick über den Grat in die Täler hinein. Immer
mehr Berggeher suchen die Einsamkeit, anstatt des belebten Skizirkus. Die Autoren
Ernst Vogt, Stefan Frühbeis, Thomas Hainz, Georg Weindl und Andrea Zinnecker,
das „Rucksack-Radio-Team“ des Bayerischen Rundfunks, haben sich
mit „Winterberge“ der alternativen Bergbegehung verschrieben, führen
über die Bayerischen Alpen bis ins Südtirol und lassen den Massentourismus
weit hinter sich.
Bevor der Leser allerdings in das Gipfelglück geführt werden kann,
wird er mit den Gefahren abseits gewalzter Pisten konfrontiert: mit der Lawine!
Egal ob Lockerschnee- und Schneebrettlawine: sie ist unberechenbar und endet
nicht selten tödlich. „Jeden Winter kommen in den Alpenländern
im Durchschnitt 100 Personen in Lawinen ums Leben. Die meisten Opfer haben dabei
die Lawinen, die ihnen zum Verhängnis wurden, selbst ausgelöst.“
Eine sichere Lawinenvorhersage gibt es nicht, und es gilt einiges zu beachten,
vorzugsweise einen erfahrenen Bergführer mit in die Tour einzuplanen. Dann
kann es losgehen: Schneeverwehte Landschaften, die Alm für den Einkehrschwung,
das Panorama scharfer Bergkonturen, die sich am Horizont abzeichnen –
der Berg ruft!
Ob auf der Loipe, mit Schneeschuhen, dem Rodel oder den Brettern, die bekanntlich
die Welt bedeuten: „Winterberge“ entführt in rare Kostbarkeiten
viele Meter über Meer: „Der Nachbar-Berg eines prominenten Gipfels
hat so unglaublich viele Vorteile, dass man sich wundern muss, dass nicht schon
viel mehr Bergsteiger auf den „Nachbar-Trick“ gekommen sind.“
Die Rede ist vom Breitenstein und die Aussicht auf das Treiben am gegenüberliegenden
Wendelstein. Statt Seilbahnen und feuchtfröhliches Après-Ski passiert
der Besucher des Nachbarn ein „Kircherl mit Aussicht“, kann ungestört
seine Blicke wandern lassen, während der Zauber der Berge auf ihn wirkt.
Der Aufstieg wird zur Meditation, der Abstieg zum Genuss fern ab vom Pumpen
des Technosound aus den Schneebars und lärmendem Liftbetrieb. Die Autoren
sind den Spuren von Wilhelm Busch nach Berchtesgaden gefolgt, führen vom
Alpsee zum Königshaus – aber Vorsicht! Plant man den Abstieg, vielleicht
sogar in angeheiterter Stimmung, mit dem Rodelschlitten, könnte den Rasern
ein höllischer Zusammenstoß mit einem aufstrebenden Pferdeschlitten
im Gegenverkehr drohen.
Dass die Alternative zum bequemen Liftaufstieg ihre Reize hat, darüber
sind sich nicht nur die sieben Autoren einig: „Der gleichmäßige
Schritt mit den Tourenskiern beruhigt das Gemüt. Der Takt, den das Klacken
der Bindung vorgibt, entspricht mehr dem menschlichen Rhythmus als das Carven
und Wedeln auf den Pisten.“ Und „Winterberge“ ist das
Werkzeug für diese ruhige Art des Bergsports. In liebevoller Kleinstarbeit
haben die Bergbegeisterten Alternativen zu technisch erschlossenen Berglandschaften
gefunden, zeigen inklusive detaillierten Karten beschriebene Touren und bestechen
nicht nur mit herrlichen Aufnahmen, sondern ebenso in und zwischen den Zeilen
mit Schönheit: „In kalten Wintern gefriert der „Grand Canyon
des Allgäus“ zu einer Märchenwelt aus Eis.“
Die Autoren nennen ihr Werk „das etwas andere Wander- & Tourenbuch“
und haben „Winterberge“ zu etwas geraten lassen, das man gerne in
die Hand nimmt. Mit Hilfe dieses Führers kann der Winterurlaub in Planung
gehen, dessen Umsetzung zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.
Autorenportrait:
Ernst Vogt, Jahrgang 1955, geht leidenschaftlich gern im Winter in die Berge,
am liebsten mit Tourenskiern, seit 1987 Leiter der Bergsteigerredaktion des
„Bayerischen Rundfunks“, sowohl Schneestürmen als auch Hüttenterrassen
nicht abgeneigt.
Stefan Frühbeis, Jahrgang 1961, passionierter Bayer und Ski-Verächter,
seit anderthalb Jahrzehnten Bergsteiger-Redakteur beim „Bayerischen Rundfunk“,
schätzt am Winter besonders die warmen Kachelöfen in den Berghütten
und Schnee in allen Facetten – nur nicht im Kragen…
Dr. Andrea Zinnecker, Jahrgang 1963, dem Sternzeichen nach stierischer Sturkopf,
Allgäuerin mit Leib und Seele, für diese Region seit 1993 als Hörfunk-Korrespondentin
des „Bayerischen Rundfunks“ tätig, noch länger als Mitarbeiterin
der Bergsteiger-Redaktion. Bei Wind und Wetter im Gebirge unterwegs, lässt
sich gerne zwischen Pulverschnee und Bruchharsch Schneeflocken um die Nase wehen,
bevorzugt auf dem Rodel.
Georg Weindl, Journalist und Buchautor, schreibt für „Stern“,
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Die Welt“ und „Merian“
über kleine und große Berge, mit und ohne Lifte, solange sie ohne
Haken und Seile bezwingbar sind. Als regelmäßiger Mitarbeiter des
„Rucksackradios“ zieht es ihn zu den auf den ersten Blick unscheinbaren
und authentischen Themen, denn die schönsten Dinge im Leben kosten keinen
Eintritt.
Thomas Hainz, Jahrgang 1968, passionierter Skibergsteiger und Lift-Verächter,
verantwortlich für die Bergsteigersendungen des Senders „Bozen“
der „RAI“ und gelegentlicher Mitarbeiter der BR-Bergsteigerredaktion,
liebt gemäßigte Schneegestöber, Tiefschneeabfahrten und den
Galopp in der Winterlandschaft – wenn möglich mit weicher Landung…
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