Warum Jungen nicht mehr lesen
und wie wir das ändern können – Mit 50 Lesetipps von Jungs für Jungs
(ini).
„Bücher? Find ich langweilig!“, „Mir langt es schon,
dass ich für die Schule so viel lesen muss!“, „Mein Sohn liest
einfach nicht, dabei lesen wir sonst alle in der Familie.“ – Sätze
wie diese sind heute eher die Regel als die Ausnahme. Einer Studie zu Folge
lesen nur noch 18 Prozent der 15-jährigen Jungen aus Spaß am Lesen.
Karin Müller-Walde kennt diese Situation. Sie hat selbst einen Sohn, dessen
„Lesefaulheit“ sie unter anderem dazu bewogen hat, ihr Buch zu schreiben.
„Warum Jungen nicht mehr lesen“ bietet zweierlei: Einmal erklärt
die Autorin anhand von Studien und Forschungsergebnissen, warum Jungs so ungern
lesen. Im zweiten Teil gibt sie Buchtipps, die von 2.000 Jugendlichen aus ganz
Deutschland erstellt wurden und liefert praktische Hilfen, wie Eltern und Lehrer
Jungen wieder „ans Buch“ bringen können.
Die Gründe, warum Jungen nicht mehr lesen, sind vielfältig. Neben
vielen bereits bekannten Argumenten, wie männlicher Gruppendruck oder das
Vorurteil, Lesen sei „unmännlich“, liefert die Autorin auch
eine ganze Reihe an neuen Erkenntnissen. Interessant ist beispielsweise, dass
Jungen „in jungen Jahren Gehirnpotenzial [verlieren], das heißt,
Fähigkeiten, die zur Lesekompetenz führen könnten. Der Grund:
Sie werden nicht aktiv von ihnen abgerufen.“ Alarmierend ist, dass
das „Lesekompetenzfenster“, das heißt die Fähigkeit,
mit Texten qualifiziert umzugehen, zwar bis zum 15. Lebensjahr offen bleibt,
sich danach aber endgültig schließt. Was der Jugendliche bis zu diesem
Zeitpunkt nicht über sinnentnehmendes Lesen gelernt hat, lernt er danach
auch nicht mehr. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sollte man den zweiten
Teil des Buches nicht nur aufmerksam lesen, sondern auch umsetzen. Hier geht
es um praktische Tipps, aber nicht um das „pädagogisch wertvolle“
Buch, sondern um das, was Jungs wirklich interessiert. Deshalb finden sich hier
auch Autoren wie Dieter Bohlen, Stephen King oder Rüdiger Hoffmann. Dazu
gibt es Hinweise auf interessante Webseiten.
Karin Müller-Waldes Buch „Warum Jungen nicht mehr lesen“ ist
ein echter Gewinn: leicht verständlich, fundiert und praktisch, ein guter
und wirksamer Beitrag zur Leseförderung!
Autorenportrait:
Karin Müller-Walde, Fernsehjournalistin, von 1994-2000 „heute“-Redakteurin,
dann USA-Aufenthalt. Sie ist selbst Mutter eines Sohnes.
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