Warum?
Ein tierischer Spaß für neugierige Kinder
(mag).
Warum? Warum? Warum? Kinder fragen viel und ständig. Spätestens beim
hundertsten „Warum?“ merken genervte Eltern, dass es den Kleinen
nicht immer nur um sinnvolle Antworten geht. Sie wollen manchmal einfach weiter
im Gespräch bleiben, unterhalten werden und ihren Spaß haben. In
dem Sachbilderbuch „Warum?“ verbindet die slowenische Künstlerin
Lila Prap kongenial den Wissensdurst der neugierigen Kinder mit der Lust der
Kleinen an Spaß und Blödsinn.
Die Künstlerin hat 14 Zootiere ausgesucht, zu denen sie jeweils eine Frage
stellt, die uns alle eigentlich immer schon mal interessiert hat: „Warum
haben die Nashörner Hörner?“, „Warum haben die
Löwen Mähnen?“ oder „Warum haben die Schlangen
keine Beine?“. Jede Frage wird jeweils mit vier verschiedenen Antworten
beantwortet. Diese witzigen und phantasievollen Antworten sind durchweg nicht
ernst gemeint und könnten genauso gut von den Kindern selbst oder einem
ratlosen Erwachsenen stammen. Die Frage, warum die Kängurus Beutel haben,
wird zum Beispiel so beantwortet: „Um ihren Bauchnabel zu verstecken.
– Um Ihr Spielzeug reinzutun. – Darum! – Damit die Babys beim
Hüpfen nicht rausfallen.“ Bei den simplen Antworten merken die
Kinder jedoch sehr schnell, dass alles Quatsch ist. Sie antworten dann mit einem
amüsierten, langgezogenen „Nein! Stimmt ja gar nicht!“ und
sind schon dabei, eigene Antworten zu erfinden. Das Bilderbuch ist für
Kinder ab fünf Jahren ein herrlicher Spaß, und auch Erwachsene werden
sehen, wie lustig es sein kann, einfach nur zu phantasieren und sich lustige
Antworten auszudenken.
Kinder wollen aber nicht nur ihren Spaß haben, sie wollen auch ernst genommen
werden. Daher gibt es zu jeder Frage auch eine fünfte, richtige Antwort.
Diese zoologische Erklärung ist etwas ausführlicher, aber in einer
einfachen, für die Kinder leicht verständlichen Sprache geschrieben.
So haben alle nicht nur ihren Spaß, sondern lernen auch noch etwas über
die Besonderheiten der Tiere. Die Erwachsenen kommen auch nicht in die Verlegenheit,
dass sie nicht erklären können, warum zum Beispiel die Giraffen lange
Hälse haben. Die Texte wurden von Thomas Minssen aus dem Englischen übersetzt,
dabei gelingt es ihm auch im Deutschen, die Sprache der Kinder genau zu treffen.
„Warum?“ ist vor allem aber ein farbenfrohes Bilderbuch. Die Künstlerin
Lila Prap hat auf jeder Doppelseite das entsprechende Tier gezeichnet. Ihre
prachtvollen Bilder sind dabei eine Mischung aus naiver Malerei und humorvoller
Darstellung der Zootiere. Die Zeichnungen erinnern in ihren klaren runden Formen
ein bisschen an Kinderbilder und zeigen lauter freundliche Tiere. Die verwendeten
warmen Farben fügen sich harmonisch zusammen und machen die Seiten zusammen
mit der eingefügten Schrift zu einem Sehvergnügen. Das ganze Buch
wurde bis in die Details liebevoll gestaltet. Das Vergnügen geht schon
auf dem Vorsatzpapier los. Dort sind in verkleinerter Größe alle
14 Tiere abgebildet, dazwischen befinden sich Phantasietiere, die jeweils aus
zwei Tieren zusammengesetzt wurde, zum Beispiel „das Löwhorn“
oder „das Giraffamel“.
Lila Prap hat mit einfachen Mittel ein wunderbares Buch geschaffen, mit dem
Kinder und Vorleser viel Spaß haben und das durch die liebevollen Gesamtgestaltung
einfach ein Augenschmaus ist. So überrascht es nicht, dass dieses außergewöhnlich
schöne Buch gleich nach seinem Erscheinen für einige Buchpreise vorgeschlagen
und inzwischen auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde.
„Warum?“ ist wunderschönes Bilderbuch, das vor allem zum Lachen
und Phantasieren anregt. Ganz nebenbei lernen die Kinder, dass nicht alles,
was in Büchern steht, stimmen muss und dass man auch mit Erwachsenen herzlich
über Quatsch lachen kann.
Autorenportrait:
Lilijana Praprotnik Zupancic (Lila Prap), geboren 1955, ist eine bekannte slowenische
Künstlerin. Sie arbeitet als freie Autorin, Illustratorin, Grafikerin und
Innendekorateurin. Ihre Werke wurden mehrmals auf der Kinderbuchmesse in Bologna
ausgestellt. Die Bilder aus „Warum?“ gingen in einer Ausstellung
des „Art Institute of Chicago“ rund um die Welt.
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