Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Das Hausbuch der Gespenster- und Gruselgeschichten

Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen(pr). Für die Anthologie „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ werden die Leser gute Nerven brauchen. 23 klassische und moderne Gespenster- und Gruselgeschichten von verschiedensten Autoren, gesammelt von Arnhild Kantelhardt, werden sie das Fürchten lehren. Die Erzählungen sind geordnet in die Rubriken „Schreckensnächte“, „Schaurige Gestalten“ und „Aus dem Totenreich“. Ein Vorwort der Herausgeberin Arnhild Kantelhardt geht auf die Wirkung von Spukgeschichten ein: „Gute Gruselgeschichten lassen den Leser oder Zuhörer die ganze Welt um sich herum vergessen und versetzen ihn mitten in ein grauenvolles Geschehen – und lassen ihn doch zu der Gewissheit zurückkehren, dass die Welt der Geschichte nicht die wirkliche Welt ist, dass ihm selbst nichts Schreckliches zustoßen wird.“ Dabei ist „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ kein Buch für Kinder! Arnhild Kantelhardt gibt Eltern im Vorwort den Rat, die Geschichten erst selbst zu lesen, bevor sie das Buch ihren Kindern zu lesen geben oder es gemeinsam gelesen wird.

Bei den abgedruckten Gruselgeschichten darf natürlich auch das „Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ der Gebrüder Grimm nicht fehlen. Darin verzweifelt ein Vater über seinen Sohn, den er als dumm ansieht. Der Sohn selbst jedoch hat nur einen Wunsch: zu lernen, was Gruseln bedeutet. Und so verlässt er seine Heimat, um das Fürchten zu lernen. Dabei verbringt er eine Nacht bei einem Galgen, an dem Mitternachts wieder alle Menschen zu sehen sind, die je an ihm gestorben sind. Aber auch dies bringt den Jüngling nicht dazu, sich zu fürchten. Dann hört er die Geschichte von einem König, der demjenigen, der es schafft, drei Nächte in dessen verwunschenem Schloss zu verbringen, seine Tochter zur Frau versprochen hat. Genau die Gelegenheit für den jungen Mann, doch noch das Gruseln zu lernen...

Auch andere klassische Autoren sind in dieser Anthologie zu finden, so auch E.T.A. Hoffmann mit „Eine Spukgeschichte“. Darin geht es um die Familie eines Obristen, dessen Tochter sich einbildet, jeden Abend um genau neun Uhr, ein Gespenst zu sehen. Darüber wird beinahe die ganze Familie wahnsinnig. Die Gruselgeschichte „Die Lampe“ von Agatha Christie handelt von einem alten leerstehenden Haus. Darin soll ein Vater seinen Sohn verhungert haben lassen. Als die Familie von Mrs. Lancaster dort einzieht, können die Familienmitglieder nachts das Weinen eines Kindes hören. Und der Sohn Geoffrey behauptet, einen kleinen einsamen Jungen im Haus sehen zu können. Dann wird Geoffrey krank...

Unter den gesammelten Geschichten sind aber auch lustige Gespenstergeschichten, wie Charles Dickens’ „Das Gespenst im Aktenschrank“. Darin mietet ein ärmerer Herr eine alte Wohnung. In der ersten Nacht entsteigt ein Gespenst dem alten Aktenschrank und erzählt von seinem jämmerlichen Leben. Der Mieter der Wohnung schlägt kurzerhand vor, der Geist solle doch nicht immer am Ort seines traurigen Lebens bleiben, sondern lieber irgendwo wohnen, wo es schöner sei.

Diese und andere Gruselgeschichten verschiedener Autoren, wie Heinrich von Kleist, Joan Aiken oder Otfried Preußler stellen eine gelungene Mischung unterschiedlicher Gespenstergeschichten dar, die einem zum Teil einen Schauer über den Rücken laufen lassen, aber auch zum Lachen anregen. Die Geschichten wurden von Kat Menschik mit schaurig-schönen Bildern illustriert. Diese bieten eine ansprechende Ergänzung zum Text. Im Anhang des Buches findet sich außerdem ein Verzeichnis der Autoren, in dem kurze Lebensläufe der Verfasser zu lesen sind.

„Von einem, der auszog, das Fürchten zu lesen“ ist eine gelungene Anthologie toller Gespenstergeschichten, die jeden, der sich gerne fürchtet, viel gruseligen Spaß bereiten wird!

Herausgeberportrait:
Arnhild Kantelhardt, geboren 1948, verantwortet das Kinderbuchlektorat der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen. Sie ist Herausgeberin einer Reihe von Anthologien für Kinder und Jugendliche.

Illustratorenportrait:
Kat Menschik, geboren 1968, studierte Visuelle Kommunikation in Paris und in Berlin. Seit 1999 arbeitet sie als freie Illustratorin, u.a. für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Sie hat zahlreiche Bücher illustriert.

Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Arnhild Kantelhardt (Hrsg.)
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen
Das Hausbuch der Gespenster- und Gruselgeschichten
Mit Illustrationen von Kat Menschik
Gerstenberg Verlag, Hildesheim
ISBN 3-8067-5088-2
1. Auflage 2005, 192 Seiten, mit zahlreichen farbigen Illustrationen, Halbleinen gebunden, Format 27 x 22 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 24,90 (D) / € 25,60 (A) / sFr 43,80

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