’tschuldigung!
Ein kleines Wort verändert die Welt
(tep).
Marc Basset ist Restaurantkritiker und das mit Leib und Seele. Seine Kritiken
sind so treffend formuliert, dass sich eines Tages ein seinem beißenden
Verriss zum Opfer gefallener Sternekoch das Leben nimmt. Ein echter Schock für
den Verfasser der bösen Worte: Marc Basset fühlt sich schuldig und
würde sich dieser Last gern entledigen – er entschuldigt sich bei
den Hinterbliebenen. Die Erlösung, die er dadurch erfährt, verleiht
ihm ein ungewohnt glückliches und befreites Gefühl. Er beschließt,
in seinem Leben aufzuräumen und sich bei sämtlichen Menschen, denen
er jemals Unrecht getan hat, zu entschuldigen. Es wird eine wahre Manie daraus,
die ihm sogar einen neuen Beruf einbringt: Er wird zum Chefentschuldiger der
UN ernannt. Denn nicht nur bei Personen, auch bei Ländern kann man sich
für seine Untaten entschuldigen. Das wirkt sich mildernd auf die zu zahlenden
Entschädigungssummen aus....
Eine grandiose Idee, die Autor Jay Rayner da mit seinem Roman „’tschuldigung“
hatte: Er entsinnt eine aberwitzige Geschichte, die dennoch glaubhaft klingt,
da sie sich auf eine fiktive Studie stützt, die besagt, dass eine Entschuldigung
den Gekränkten milde stimmt. Diese Tatsache ist wichtiger Bestandteil von
Marcs Arbeit, denn schließlich soll er der UN helfen, Geld zu sparen.
Also entschuldigt er sich bei den Ländern dieser Erde, die durch Krieg,
Kolonialisierung und andere Machenschaften gekränkt wurden. Marc, der für
seine neue Passion seine Frau verlassen hat und seiner anderen Leidenschaft,
dem Essen, gar nicht mehr nachgeht, ist mehr und mehr enttäuscht, nur Mittel
zum Zweck zu sein. Er erkennt, dass eine Entschuldigung nur um der Ent-Schuldigung
willen keinen Sinn macht.
Aus dem Englischen von Marlies Ruß übersetzt, spielt „’tschuldigung“
ironisch mit kulturellen Unterschieden und den Bemühungen eines Mannes,
ein besserer Mensch zu werden. Sein Irrweg ist bissig und intelligent beschrieben.
Und nebenbei ist „’tschuldigung“ auch noch ein echter Lesegenuss
für Fans der Haute Cuisine.
Autorenportrait:
Jay Rayner, 1966 geboren, ist preisgekrönter Journalist und Autor. Nach
Stationen wie „GQ“, „Esquire“ und „Cosmopolitan“
ist er heute Reporter und Restaurantkritiker beim „Observer“. Er
ist außerdem ein eher mittelmäßiger Jazzpianist, produziert
Beiträge fürs Fernsehen und lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen
in London.
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