Sylt – 700 Jahre Kampf der Friesen gegen den „Blanken Hans“
Eine Küstenschutz-Chronik
(mkb).
Sylt: Ferienparadies und Treffpunkt der High Society. Nacktbadestrände
und endlos lange Strandspaziergänge, Tee mit Rum und kulinarische Köstlichkeiten
mit Nordseeblick. Die Nordsee: rau und unzähmbar, faszinierend und zerstörerisch
zugleich. Sylt und die Nordsee: ein Kampf ums Überleben! In der Küstenschutzchronik
„Sylt – 700 Jahre Kampf der Friesen gegen den „Blanken Hans““ spult Werner Matthiesen
die Zeit zurück und lässt den Kampf um eine Insel inmitten der Nordsee
Revuepassieren, zeigt eindrücklich auf, wie aus Sylt ein vom Untergang
bedrohter Streifen Land hatte werden können.
Der Autor schließt menschliches Verschulden nicht aus, schiebt den Landverlust mitunter auf den exzessiven Salzabbau im frühen Mittelalter, was der Bevölkerung zwar zu bescheidenem Wohlstand verholfen hat, mit dem Abbau des Salzes aus der Torfschicht allerdings ganze Landmassen schutzlos der See überlassen hat – noch ein Beispiel davon, wie das Streben nach Fortschritt und wirtschaftlichem Überleben den Biorhythmus der Erde stören kann. In der Dokumentation findet der Leser neben zahlreichen Abbildungen und Skizzen, die als Zeitzeugen den War- und Ist-Zustand Sylts aufzeigen, ebenso Erinnerungen und sachliche Hinweise, die den Kampf gegen und um die Naturgewalten eindrücklich schildern. Ein Kampf mit dem „Blanken Hans“, den heftigen Nordseestürmen, die in regelmäßigen Abständen über die Insel toben, deren Verlauf Sylt stetig verändern.
Nach der Allerheiligen Flut 1438 setzte man sich erstmalig mit den Dünen auseinander, die einen Schutzwall um die Insel, ihre Bewohnern und Dörfer bildeten, die gefräßigen Wassermassen aufhalten könnten. Man bepflanzte die Sandhügel, nahm ihnen die Wanderlust, positionierte Tetrapoden in den Strand, versuchte den brechenden Wellen so die Wucht zu nehmen und tätigte Sandvorspülungen. Es scheint jedoch eine Frage der Zeit, dass Teile von Sylt in der Nordsee versinken, was nicht alleine an dem ansteigenden Meeresspiegel hängt, der von Forschern seit Jahren vorhergesagt wird. Tatsache ist, dass weltweit die Stürme an Heftigkeit zunehmen, und es bleibt zu befürchten, dass die von Menschenhand verzweifelt erschaffenen Schutzmaßnahmen der See auf Dauer nicht standhalten werden.
„Sylt – 700 Jahre Kampf der Friesen gegen den „Blanken Hans““ birgt neben der aufschlussreichen Bebilderung mindestens so aufschlussreiche Theorien und Informationen zu einer Insel, die seit ihrem Bestehen von der Nordsee bedroht worden ist, dem bereits ganze Dörfer zum Opfer gefallen sind. Eine Dokumentation, die sich phasenweise liest wie ein Krimi. Es ist die Aufzeichnung der Vergänglichkeit einer Insel und der Appell an die Öffentlichkeit, die Bedrohung ernst zu nehmen!
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