Phaic Tan – Land des krampfhaften Lächelns
Ein fiktiver Reiseführer voller Ironie und spektakulären Ideen
(dsz).
Seit kurzem gibt es auf der Landkarte ein neues Reiseziel, das internationale
Besucher anzieht: „Phaic Tan“ liegt mitten in der wunderschönen
„Achselhöhle Asiens“. Die Autoren Santo Cilauro, Tom
Gleisner und Rob Sitch haben nach ihrer letzten erfolgreichen Expedition nach
„Molwanîen“
nun, gemeinsam mit einigen anderen fiktiven Reisefachleuten, das tropische Land
besucht und alles Wissenswerte, Nützliche und Informative in einem erstklassigen
Reiseführer zusammengefasst – ohne den allerdings eine Reise nach
„Phaic Tan“ keineswegs zu empfehlen ist.
„Phaic Tan“ blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück.
Gegründet von den Neandertalern, die auf der Reise von Afrika nach Europa
vorbeikamen und die Weggefährten mit den kleineren Gehirnen dort zurückließen,
haben viele unterschiedliche Lebensformen das Land geprägt. Heute wird
es regiert von der dominanten Königsfamilie, der gegenüber allerdings
Vorsicht geboten ist. Es sollte niemals in der Öffentlichkeit behauptet
werden, die Königin habe ein Doppelkinn: „So forderte man erst
vor einigen Jahren einen ausländischen Besucher, der sich kritisch über
das Königshaus geäußert hatte, auf, ein Flugzeug der Phaic Tan
Airways zu verlassen, obwohl es sich gerade 10.000 Meter über der Andamanen-See
befand.“
Doch weiß man über derartige Gewohnheiten Bescheid, steht einem tollen
Urlaub nichts mehr im Weg. Genau wie der Reisende es gewohnt ist, verfügt
auch „Phaic Tan“ über ein „effizientes Busnetz, mit
dem man relativ einfach von A nach B gelangt. Allerdings sorgt der entsetzliche
Zustand vieler Straßen dafür, dass man nie weit kommt, ohne dass
Bus oder Fahrer den Geist aufgeben. Überlandbusse verbinden alle größeren
Städte und sind erstaunlich schnell, was darauf zurückzuführen
ist, dass sie keinen richtigen Bremsmechanismus haben. Die meisten Busse verfügen
über eine Klimaanlage und haben Toiletten an Bord oder riechen zumindest
so, als hätten sie welche.“ – Somit ist es also überhaupt
kein Problem, beispielsweise von der Küstenprovinz Tan Gah nach Lut Sham
Dingh zu kommen – denn auch hier warten einzigartige Sehenswürdigkeiten
auf den Besucher – wie „die Hängegärten von Tamboy,
die so heißen, weil dort zahlreiche öffentliche Exekutionen stattfinden.“
Egal ob Rucksacktourist oder Erste-Klasse-Reisender – im Reiseführer
„Phaic Tan“, aus dem Englischen von Verena Kilchling übersetzt,
findet jeder die richtigen Tipps und Hinweise: „Wer eine Kostprobe
authentischer Küche wünscht, wird an einem traditionellen Straßenstand,
salmonellah genannt, fündig.“ Unterkünfte und
Restaurants sind in drei verschiedene Kategorien eingeteilt, so dass viele Etablissements
Erwähnung finden. Des Weiteren gibt es noch gut gemeinte Ratschläge
„für den vorsichtigen Reisenden“, „für den Billigreisenden“
und „für das authentische Reiseerlebnis“, so wie es bereits
beim Vorgänger „Molwanîen“
der Fall war – wie beispielsweise diesen schier unbezahlbaren Tipp: „Taschendiebe
und Kleinverbrecher treten vermehrt in Touristengegenden in Aktion. Ich rate
Ihnen daher, Sehenswürdigkeiten von kultureller oder historischer Bedeutung
zu meiden.“
Wer also von der letzten Reise nach „Molwanîen“
noch nicht genug hat und unbedingt wieder vom heimischen Sofa aus in die Ferne
fliehen möchte, der darf „Phaic Tan“ auf keinen Fall verpassen.
Sarkasmus und Ironie, schräge Fotos und spektakuläre Ideen machen
auch diesen Reiseführer aus, der völlig überzogen über die
Touristenattraktionen im fiktiven Südosten Asiens spricht.
Eine lustigere Reise ist wohl kaum vorstellbar – also auf nach „Phaic
Tan“!
Autorenportrait:
Santo Cilauro, Tom Gleisner und Rob Sitch sind Mitglieder der australischen
Comedy-Truppe „Working Dog“, die mit ihrer wöchentlichen Show
„The Panel“ und vielen anderen TV- und Radioproduktionen hinter
„AC/DC“ und Russell Crowe die erfolgreichsten Entertainer des Landes
sind. Von ihnen stammt auch das Buch „Molwanîen
– Land des schadhaften Lächelns“.
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