Mein Leben als Leser
Nick Hornbys Autobiographie in Büchern
(dsz).
„Mal ehrlich, Bücher sind besser als alles andere. Wenn man Bücher
über fünfzehn Runden gegen das Beste in den Ring schickt, was andere
Kunstformen zu bieten haben, gewinnen Bücher eigentlich immer. Na los,
versuchen Sie es mal: Die Zauberflöte gegen Middlemarch?
Middlemarch Sieger durch KO in der sechsten Runde. Das letzte
Abendmahl gegen Schuld und Sühne? Fjodor siegt nach Punkten.
Alles klar?“
Nick Hornby ist einer dieser Menschen, die an keiner Buchhandlung vorbeigehen
können, ohne etwas zu kaufen. Da kommt es ihm gerade gelegen, dass er für
die amerikanische Literaturzeitschrift „The Believer“ eine Kolumne
schreiben durfte, die sich um Bücher dreht. Diese gesammelten Kolumnen
befinden sich in Nick Hornbys Buch „Mein Leben als Leser“ und wurden
von Clara Drechsler und Harald Hellmann aus dem Englischen übersetzt.
Nick Hornby ist schon durch seine anderen Bücher dafür bekannt, dass
sein Leben durch Musik und Bücher beeinflusst wird. Wie weit aber seine
Bücherliebe geht, wird erst aus diesen Kolumnen deutlich. Nick Hornby liest
alles: Klassiker und Neuerscheinungen. Und er erklärt, wie die Bücher
in sein Leben passen, wie sie am Thema vorbei geschrieben sind, und warum man
manche Bücher kaufen, von anderen aber lieber die Finger lassen sollte.
Dabei sind seine Schilderungen so persönlich, dass der Leser einen interessanten
Einblick in Nick Hornbys Leben bekommt: Dass er in der Weihnachtszeit gerne
Charles Dickens liest, aber nie genügend Zeit dafür hat. Dass er extrem
viele Bücher kauft, die meisten aber dann doch ungelesen im Regal verstauben.
Und wo der beste Ort ist, bestimmte Bücher zu lesen – viktorianische
Romane wirken in Kalifornien nicht so besonders.
In „Mein Leben als Leser“ kann sich jeder neue Anregungen holen;
besonders auch von Büchern, die bisher in Deutschland noch nicht so bekannt
sind. Dabei erfreut Nick Hornby durch seine ihm eigene, erfrischende Schreibweise
den Leser und lässt durch die persönlichen Einwürfe zu keinem
Zeitpunkt Langeweile aufkommen.
Wer also auf der Suche nach einem guten Buch ist, sollte mit Nick Hornbys „Mein
Leben als Leser“ beginnen – die nächsten Bucheinkäufe
sind dann keine Frage mehr.
Autorenportrait:
Nick Hornby, 1957 geboren, studierte in Cambridge und arbeitete zunächst
als Lehrer. Mit seinen Romanen wie „Fever
Pitch“ feierte er sensationelle Erfolge. „High Fidelity“
wurde mit John Cusack und Iben Hjelje von Stephen Frears verfilmt und „About
a Boy“ mit Hugh Grant. Er lebt in London.
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