Kaffeehäuser in Wien
Ein Führer durch eine Wiener Institution. Klassiker, moderne Cafés, Konditoreien, Coffeeshops
(ini).
„Nicht zu Hause und doch an der frischen Luft“ –
so hat der Wiener Peter Altenburg seinen bevorzugten Aufenthaltsort beschrieben:
das Kaffeehaus. Peter Altenburg „residierte“ im „Café
Central“ im ehemaligen Börsenpalais, dem berühmten „Stammlokal
der literarischen Welt“ im ersten Bezirk. Das Café mit roten
Marmortischen, vielen Säulen und Sitznischen ist eines von rund 130 Kaffeehäusern,
die Autor Christopher Wurmdobler in seinem Führer „Kaffeehäuser
in Wien“ beschreibt. Die wunderschönen und stimmigen Fotos dazu lieferte
Gerhard Wasserbauer.
Der Band ist ein echtes Kaffeehaus-Kompendium. Neben zahlreichen Fotos zu jeder
Lokalität gibt es ein wenig Geschichte. Jedes Kurzporträt schließt
mit Informationen über Einrichtung und Atmosphäre, das kulinarische
Angebot, ausliegende Zeitungen, Spielmöglichkeiten, Preise und Klientel
sowie einem Fazit, ob und für wen sich ein Besuch lohnt. Daneben enthält
„Kaffeehäuser in Wien“ ein Kaffeehaus-ABC mit Stichworten wie
„Obers“ oder „Schanigarten“ sowie
zwei charmante Essays von Wolfgang Paterno. Einmal ein Porträt des Wiener
Traditionscafetiers Engelbert Drechsler, der „Kaffeehauskönig
Engelbert III.“, zum anderen beschreibt Wolfgang Paterno die Kaffeehaus-Kartenspieler
im legendären „Café Ritter“ in Ottakring, vier Pensionisten,
die seit Jahren fünf Tage in der Woche im „Ritter“ auftauchen.
Manche sind seit mehr als 20 Jahren dort Stammspieler.
Christopher Wurmdobler liebt sein Sujet und weiß, wovon er spricht: Seit
Jahren befasst er sich als Redakteur der Wiener Stadtzeitung „Falter“
mit dem Stadtleben und der Kaffeehauskultur. Seine Porträts sind deshalb
immer mit persönlichen Eindrücken gewürzt. Dabei hält er
sich auch mit Kritik nicht zurück. So schreibt er über das „Café
Maximilian“: „Man müsste halt die Einbauten der letzten
fünfzig Jahre herausreißen und die Radioberieselung einstellen.“
Über das „Café Schirk“ kann man lesen: „Obwohl
es Ober gibt, fühlt man sich hier ein bisschen wie im SB-Restaurant.“
Man könnte fast meinen, auch Christopher Wurmdobler verbringe seine Tage
im Kaffeehaus… . Sein Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den Traditionscafés
wie dem „Central“, dem „Café Hummel“ oder dem
„Hawelka“. Aber auch Filialen der Coffeeshop-Ketten wie „Coffeeshop
Company“ werden erwähnt.
Wer Wien durch und in seinen Kaffeehäusern entdecken will, dem sei „Kaffeehäuser
in Wien“ dringend ans Herz gelegt!
Autorenportrait:
Christopher Wurmdobler, geboren 1965, studierte Theaterwissenschaft und arbeitet
heute als Redakteur bei der Wiener Stadtzeitung „Falter“, wo er
vor allem mit dem Stadtleben, aber auch mit Kultur und Medien befasst ist.
Fotografenportrait:
Gerhard Wasserbauer, Jahrgang 1971, arbeitet als selbstständiger Fotograf
mit Schwerpunkt Editorial und Werbung und hat einen Lehrauftrag an der Höheren
Graphischen Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt Wien mit Schwerpunkt Fotografie.
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