Hugh Johnsons Weinwelt

Mit dem bekannten Weinkenner durch die Welt der Weine

Hugh Johnsons Weinwelt(alü). „Manche haben einfach mehr zu sagen als andere. Wenn man ihnen zuhört, ihnen nachspürt und ihre Geschichten mit denen anderer verknüpft, begibt man sich auf einen Weg, dessen Ende nicht in Sicht ist. Höchste Zeit, dass ich mich aufmache.“ Hugh Johnson hat sich aufgemacht. Bereits vor über 40 Jahren. So lange beschäftigt sich der weltweit geschätzte Weinkenner nämlich schon mit den edlen Tropfen: als erster Weinredakteur der „Vogue“, als Herausgeber der Zeitschrift „Wine & Food“, als Generalsekretär der britischen „Wine and Food Society“, als Weinkorrespondent und Reiseredakteur der „Sunday Times“, als Weinberater für „British Airways“ und als Mitglied im Verwaltungsrat von „Château Latour“. In „Hugh Johnsons Weinwelt“ legt er nun seine nach einer Aussage „mit dem Korkenzieher verfassten Memoiren vor: ein Buch aus geschmacklichen Vorlieben und Ansichten, einigen Behauptungen, ein paar Folgerungen – und keiner einzigen Weinliste.

 

Sehr unterhaltsam und kurzweilig schreibt Hugh Johnson auf über 380 Seiten über seine Weinwelt – ganz anders, als die fünf eher nüchternen Kapitelüberschriften „Ausblicke“, „Perlend“, „Weiß“, „Rot“ und „Süß“ vermuten lassen. So erzählt Autor Hugh Johnson im ersten Kapitel wie er zu College-Zeiten im Weinkeller von Cambridge auf den Weingeschmack kam, wann er gerne mal ein Gläschen trinkt und welchen Wein er am liebsten mag. Er plaudert darüber, wie viel ein guter Wein kosten darf, wie er es als männlicher Auszubildender bei der „Vogue“ aushielt, und wie er zum Magazin „Wine & Food“ kam. Seinen privaten Weinkeller beschreibt er ebenso wie seine ersten Schritte als Winzer im französischen Sancerre. Doch neben den zahlreichen lustigen Anekdoten und Begebenheiten aus seinem Leben gibt es auch in diesem Buch eine Menge über Wein zu lernen: Wie die professionelle Weinherstellung aussieht, wie man Wein richtig dekantiert und dass Weinglas nicht gleich Weinglas ist.

 

Um perlenden Champagner geht es im zweiten Kapitel von „Hugh Johnsons Weinwelt“: „Diese ausgesprochen künstliche, leicht perverse Mischung aus Wein und Gas ist die Gesellschaftsdroge par excellence“, stellt der Weinexperte mit einem zwinkernden Auge fest, bevor er sich dem Werdegang der sprudelnden Köstlichkeit widmet. Eine Köstlichkeit, die mit ihren seltsamen Bläschen zunächst nicht nur die Chinesen befremdete. Obwohl Hugh Johnsons Texte, aus dem Englischen von Reinhard Ferstl übersetzt, stellenweise sehr komplex sind, gelingt es ihm immer wieder, seine Leser mit einfachen Worten und eindrücklichen Bildern in die Welt der Weine zu entführen. So hat Champagner für Hugh Johnson geschmackliche Ähnlichkeiten mit Apfelkuchen, der bei richtig guten Champagnern mit einer zarten Kirsch- oder Pflaumennote verfeinert ist.

 

Mit genauso blumigen, ausgeschmückten Beschreibungen spürt Hugh Johnson Weiß- und Rotweinen nach. Was isst man dazu? Welche Sorten gibt es, welche favorisiert der Experte? Rund um die Welt ist er gereist, immer den besten Tropfen auf der Spur, wie die zahlreichen Fotos aus dem Familienalbum des Autors zeigen. Deutschen Riesling, französischen Chardonnay und seine Äquivalente in Kalifornien und Australien, die Weine der Loire, Bordeaux aus dem Médoc-Anbaugebiet, rote Weine aus Australien und von Sizilien, oder edelsüße Weine, die ihren lieblichen Geschmack dem „Botrytis“-Pilz zu verdanken haben – Hugh Johnson kennt sie alle.

 

Auch wenn das ausführliche Register mit Wein- und Ortsnamen, Fachbegriffen und Namen bekannter Winzer und Weingrößen den Anschein erwecken könnte, dass „Hugh Johnsons Weinwelt“ ein reines Sachbuch ist, ist es nichts weniger als das. Es ist viel mehr ein Lesebuch, ein Buch zum Schmökern und Genießen. Und ganz nebenbei lernt der Leser Wissenswertes, Spannendes und Kurioses über Wein. Autor Hugh Johnson schreibt dazu Folgendes: „Was also muss der vernünftige, nicht zu Extremen neigende Weinfreund wissen? Dass Wein vieles ist. Um ihn zu schätzen, braucht man kein Lexikon zu verschlingen, doch zuwenden muss man sich ihm schon“ – dieses Buch ist bestens dafür geeignet.

 

„Hugh Johnsons Weinwelt“ ist das bisher persönlichste Buch des Weinautors – und eines seiner besten!

Autorenportrait:

Hugh Johnson gilt heute weltweit als der führende Weinkenner. Er erwarb sein Weinwissen zunächst als Mitglied der „Wine and Food Society“ in Cambridge. 1963 wurde er Herausgeber der Zeitschrift „Wine and Food“ und trat damit in die Fußstapfen des legendären André Simon. Sein unnachahmliches Talent, die kompliziertesten Zusammenhänge verständlich darzustellen, hat in einer bemerkenswert langen Reihe von Büchern, wie zum Beispiel in „Der große Johnson“ oder in „Hugh Johnsons Weingeschichte“, seinen Niederschlag gefunden. Nach zahlreichen Ehrungen, darunter der begehrte „Literaturpreis der Akademie von Bordeaux“ (1987), wurde ihm 1998 die höchste Auszeichnung der „Gastronomischen Akademie Deutschlands“ (GAD), der „Carl-Friedrich-Rumohr-Ring“, als Anerkennung für sein Gesamtwerk verliehen.

Hugh Johnsons Weinwelt

Hugh Johnson

Hugh Johnsons Weinwelt

Aus dem Englischen von Reinhard Ferstl

Gräfe und Unzer Verlag, München

ISBN 3-8338-0341-X

1. Auflage 2006, 384 Seiten, mit zahlreichen Farbfotos und meist farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 18,5 x 24,2 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 39,90 (D) / € 41,10 (A) / sFr 69,40

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