Handbuch für Voyeure
Das erotische Sammelsurium
(ini).
„Wenn Sex Spaß machen soll, muss man auch genau hinsehen“
– diesen Rat stellt Professor Werner Habermehl seinem „Handbuch
für Voyeure“ voran. Seiner Meinung nach steigern „Einblicke“
in die ganze Vielfalt des Themas den Spaß an der Sexualität an sich.
Deshalb hat er den Titel „Handbuch für Voyeure“ gewählt,
ein Kompendium also, in dem man viele dieser Einblicke gewinnen kann.
Der Autor ist Sexologe und hat somit einen durchaus wissenschaftlichen Ansatz.
Seit Jahrzehnten forscht er zum Thema Lust und Sexualität in deutschen
Betten. Teile dieser Studien sind auch in sein vorliegendes Werk eingeflossen.
Dazu gibt es detaillierte Informationen über Kussarten – beispielsweise
mit der schönen Bezeichnung „Schmetterlingskuss“ –
Pornodarstellerinnen, die Ansichten von Männern und Frauen über die
Ehe, Verhütungsmethoden, Sexspielzeuge zum Selbermachen und vieles mehr.
Unter der Überschrift „Der lexikalische Eintrag“ findet der
Leser ungewöhnliche Fakten zum Thema Sexualität, wie zum Beispiel
den „Cellohoden“: Wer weiß schon, dass Cellisten
überdurchschnittlich häufig von Potenzproblemen betroffen sind? Immer
wieder meldet sich der Autor in „Professor Habermehls wissenschaftlicher
Exkurs“ auch selbst zu Wort und befasst sich psychologisch fundiert mit
Fragen wie „Was hält uns zusammen oder was ist eigentlich Liebe?“.
Viele andere Informationen dieses „erotischen Sammelsuriums“ hingegen
– ein Sammelsurium im wahrsten Sinne des Wortes, denn eine Inhaltsangabe
fehlt, wer etwas sucht, muss schon im Register nachsehen – eignen sich
vor allem als Partyspaß oder zur vergnüglichen Lektüre zu zweit.
Als Anschauungsunterricht für Schüler, wie im Klappentext erwähnt,
ist es grundsätzlich weniger geeignet.
Nach all der Information über das Sexualleben und den Akt an sich, schließt
das schön gestaltete Büchlein mit einem bemerkenswerten Kapitel. Ein
junger Amerikaner erzählt, warum er und seine Frau vor der Ehe auf Sex
verzichtet haben: erholsam nach so vielen „knallharten" Fakten!
Autorenportrait:
Professor Werner Habermehl ist Sexologe und leitet ein Institut zur Sexualforschung
in Hamburg. Einem breiten Publikum ist er durch seine Aufsehen erregenden Studien
bekannt, die in „Bild“, „Playboy“ oder „Bunte“
veröffentlicht werden.
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