Die Lagune der Galeeren

Abenteuerroman aus dem Venedig des 16. Jahrhunderts

Die Lagune der Galeeren(bhs). Mit seinen historischen Romanen für Jugendliche und die ganze Familie hat Rainer M. Schröder sich im Laufe der Jahre in die Herzen seiner Leser geschrieben. Informativ, unterhaltsam und landeskundlich gut recherchiert zeigt sich auch sein Werk „Die Lagune der Galeeren“. Trotzdem ist der Autor kein Künstler des spannenden Einstiegs. So baut sich auch die Geschichte von Matteo, einem jungen Italiener, der im 16. Jahrhundert vor der Pest nach Venedig flieht, zunächst etwas mühsam auf: Venedig, in den vergangenen Jahren beliebter Schauplatz der Kinder- und Jugendliteratur, ist langatmiger Bestandteil des ersten Kapitels, die Hauptperson Matteo hingegen eher eine Nebenfigur.

Hat der Leser dies jedoch hinter sich gebracht, eröffnet sich die facettenreiche wie spannende Schattenseite des traumhaft schönen Hafenbeckens vom Künstler Antonio Canaletto, welches auch den Vorsatz des Buches schmückt: Italien, 1570. Um nicht, wie seine gesamte Familie, der Pest zum Opfer zu fallen, flieht der 17-jährige Matteo Lombardi gemeinsam mit dem Dienstmädchen Fiona aus der Stadt San Bernardo. Bei Fionas Eltern, auf dem Bauernhof Rosario, findet er für ein paar Monate eine Heimat. Doch die Intrigen von Fionas Schwester zwingen ihn, Rosario zu verlassen. Matteo bleibt nur eines: Er bittet seinen einzigen, noch lebenden Verwandten, seinen Halbonkel Tommaso Rovelli, in Venedig um Unterkunft und Arbeit. Dieser ist ein „Arsenalotto“, ein Schiffsbaumeister, der im berühmten „Arsenal“ arbeitet – in der riesigen, streng geheimen Schiffswerft Venedigs. Die Umstände in der Stadt der Träume sind allerdings alles andere als märchenhaft. Venedig scheint bestenfalls für die Besitzer der Paläste schön. Das Leben in den Gassen hinter den Palästen ist von dunkler Feuchtigkeit bestimmt. Nur das Arsenal, in der die gewaltigen Kriegsgaleeren gebaut werden, mit denen die Militärmacht Venedig den bevorstehenden Kampf um die Vormacht im Mittelmeer gegen die Osmanen gewinnen will, bietet Arbeit und so Überlebensmöglichkeiten. Hier kommt Matteo einem entsetzlichen Verrat auf die Spur: Das ganze Arsenal soll gesprengt werden...

Das Titelbild und die herrlich anschaulichen Vignetten und Stadtpläne von Illustrator Klaus Steffens lassen „Die Lagune der Galeeren“ nicht allein Jugendbuch sein, sondern zugleich eine anschauliche Zeitreise, einen spannenden historischen Roman und eine kriminalistische Liebesgeschichte rund um das mysteriös wirkende, versinkende Venedig.

Trotz des mangelhaften Einstiegs gelingt es Rainer M. Schröder in „Die Lagune der Galeeren“ einen unkomplizierten und interessanten historischen Roman zu schreiben. Einen Roman, der sich beinahe wie ein Krimi liest. Vielleicht ist dieser Roman mit über 450 Seiten für Jugendliche etwas umfangreich. Dennoch halten sie mit diesem Werk eine spannende, geschichtsträchtige Geschichte in der Hand, die nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene begeistern wird.

Autorenportrait:
Rainer M. Schröder, Jahrgang 1951, lebt nach vielseitigen Studien und Tätigkeiten in mehreren Berufen seit 1977 als freischaffender Schriftsteller in Deutschland und Amerika. Seine großen Reisen haben ihn in viele Teile der Welt geführt. Dank seiner mitreißenden Abenteuergeschichten ist er einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren historischer Romane.

Die Lagune der Galeeren

Rainer M. Schröder
Die Lagune der Galeeren
Mit Illustrationen von Klaus Steffens
Arena Verlag, Würzburg
ISBN 3-401-05324-8
1. Auflage, 464 Seiten, mit zahlreichen s/w-Illustrationen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, Format 14 x 21 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 17,50 (D) / € 18.- (A) / sFr 30.-

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