Die Bücher und das Paradies

Über Literatur

Die Bücher und das Paradies(ini). Umberto Eco hat es seinen Lesern noch nie ganz einfach gemacht. In „Die Bücher und das Paradies“ gibt der italienische Semiotiker, Romanautor, Essayist und Universitätsprofessor Einblick in die zahlreichen Fassetten seiner sprach- und literaturwissenschaftlichen Tätigkeit. Seine Aufsätze, meist als Beiträge zu Kongressen entstanden, sind etwas für Kenner. Einem oberflächlichen Leser erschließen sie sich nicht. Das liegt nicht unbedingt an den behandelten Themen – Don Quijote, Rotkäppchen, das Kommunistische Manifest oder die Werke Oscar Wildes gehören zur Allgemeinbildung –, sondern am sprachwissenschaftlichen Überbau des Autors. Viele Aufsätze beruhen auf der von Umberto Eco entwickelten Semiotik und erfordern einiges Vorwissen über seine Lehre über die sprachlichen Zeichen. Dass diese Gedankengänge aber trotzdem so gut lesbar sind, verdanken sie der hervorragenden Übersetzung des Stammübersetzers von Umberto Eco, Burkhart Kroeber. Wer nur etwas über einen oder mehrere Autoren erfahren möchte, kann das detaillierte Register der zitierten Autoren konsultieren.

Wer etwas über den Schriftsteller und den Menschen Umberto Eco erfahren möchte, dem sei das Kapitel „Warum ich schreibe“ ans Herz gelegt. Hier erzählt der Autor von seinen ersten Schreibversuchen im Gymnasium, seiner Entscheidung, erst einmal wissenschaftliche Bücher zu schreiben und schließlich von der Lust am Roman, die ihn mit 46 Jahren gepackt hat und deren Ergebnis der Roman „Der Name der Rose“ war.

Schreiben ist laut Umberto Eco ganz einfach: „Ist die Welt einmal entworfen, ergeben sich die Worte von selbst.“ Zuvor aber wird gelesen, dann Porträts von Personen und Karten der Orte entworfen. Der Autor erzählt von „Schachteln voller Hefte, Notizblöcke mit Seiten in verschiedenen Farben“ – er scheint das Musterbeispiel eines „Schriftstellers der alten Schule“ zu sein und wird gerade hier, trotz seiner komplizierten Themen, seinen Lesern vertraut und sympathisch.

Und auch sein Schlusssatz spricht für ihn: „Man schreibt nur für einen Leser. Wer sagt, er schreibe nur für sich selbst, ist (…) ein Lügner.

Autorenportrait:
Umberto Eco, geboren 1932 in Alessandria, ist Professor für Semiotik an der Universität Bologna und wurde mit seinen Romanen weltberühmt.

Die Bücher und das Paradies

Umberto Eco
Die Bücher und das Paradies
Über Literatur
Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
ISBN 3-423-34276-5
1. Auflage 2006, 348 Seiten, Taschenbuch.
Unverbindliche Preisangabe: € 12.- (D) / € 12,40 (A) / sFr 21,10

Buch bestellen.

 

Die Bücher und das Paradies Umberto Eco
Die Bücher und das Paradies
Über Literatur
Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber
Hanser Verlag, München
ISBN 3-446-20313-3
1. Auflage, 352 Seiten, Hardcover.
Unverbindliche Preisangabe: € 23,50 (D) / € 24,20 (A) / sFr 42,20

Buch bestellen.

© Copyright by: Public Dialog Hamburg

www.literaturtipp.com

Impressum