Die besten Beerdigungen der Welt
Eine federleichte Geschichte über das Leben, den Tod und Hamsterbeerdigungen
(alü).
Alles beginnt mit einer toten Hummel, die Ester auf der Fensterbank findet.
Begraben werden muss sie, in einem richtigen Grab auf der geheimen Lichtung,
mit einem Holzkreuz, Blumen, einem Gedicht und auch ein paar Tränen. Und
dann hat Ester eine Idee: „Die ganze Welt ist voll von Toten. (…) In jedem
Gebüsch liegt ein Vogel, ein Schmetterling, eine Maus. Jemand muss nett
sein und sich um sie kümmern. Jemand muss sich opfern und sie beerdigen.“
In Autor Ulf Nilssons Bilderbuch „Die besten Beerdigungen der Welt“, von Eva
Eriksson liebevoll illustriert, machen drei Kinder ihre ersten Erfahrungen mit
toten Tieren – und gründen voller Begeisterung über die willkommene
Abwechslung an einem langweiligen Sommertag ein eigenes Beerdigungsinstitut
…
„Einmal hatten wir Langeweile und wollten etwas Lustiges machen“, beginnt Esters kleiner Spielkamerad seine Geschichte. Und wirklich, Beerdigungen auf einer versteckten Lichtung im Wald können durchaus zu einer unterhaltsamen Beschäftigung werden – jedenfalls wenn man die Welt aus Kinderaugen betrachtet. Ester ist fürs Buddeln zuständig, ihr Gefährte für die letzten Worte und Esters kleiner Bruder Putte soll ein bisschen weinen und damit für die richtige Stimmung am Grab sorgen. Mit federleichten Worten und Gedanken erzählt Ulf Nilsson die Geschichte über „Die besten Beerdigungen der Welt“ schlicht und einfach so, wie sie ein Kind erzählen würde.
Natürlich haben auch die ihre Zweifel: Ob eine tote Hummel noch stechen kann? Vor allem Esters Freund, aus dessen Sicht „Die besten Beerdigungen der Welt“ erzählt wird, ist angesichts der leblosen Tiere etwas unsicher: „Ester war immer sehr mutig. Ich war klein. Und hatte Angst vor dem Leben und vor dem Tod. Ich kannte nicht mal jemand, der tot war.“ Doch während Putte einfach noch zu klein ist, um zu verstehen, dass man Hamster Nuffe nicht wieder ausbuddeln kann, wenn es ihm besser geht, hat Esters kleiner Freund ein paar Mäuse-, Hühner- und Hasenbeerdigungen später seine anfängliche Scheu verloren. Aber schließlich gibt es ja auch eine Menge zu tun, wenn man professioneller Tierbestatter ist: Ein Koffer mit Schaufeln, hübschen Grabsteinen und bunten Blumen muss her. Dann muss man natürlich noch tote Tiere finden. Und manchmal ist vor der Beerdigung auch noch eine schnelle Taufe angesagt. So läuft das eben, wenn Kinder Beerdigung spielen.
Ulf Nilssons Text, von Ole Könnecke aus dem Schwedischen übersetzt, und die subtilen, ausdrucksstarken Illustrationen von Eva Eriksson machen „Die besten Beerdigungen der Welt“ zu einem ganz besonderen Buch für Kinder ab fünf Jahren. Nicht allein wegen des für ein Bilderbuch ungewöhnlichen Themas, sondern vor allem durch die einzigartige Herangehensweise: einerseits humorvoll, andererseits, auf eine irgendwie kinderleichte Art, todernst. Eine Mischung, die genau das richtige ist, wenn es darum geht, dem Tod zu begegnen. So unbefangen wie Ester und ihre Freunde, oder zumindest so ähnlich, haben wir schließlich alle unsere ersten Tier-Beerdigungen erlebt: Als „Die besten Beerdigungen der Welt“.
Autorenportrait:
Ulf Nilsson, geboren 1948 in Helsingborg, lebt als freier Autor in Stockholm. Er schreibt für Kinder und Erwachsene, wobei ein wichtiges Thema für ihn der Sieg des Guten über das Böse ist. Er beschäftigt sich stark mit biblischen Geschichten, sieht er in ihnen doch die Eckpfeiler unserer Kultur und unserer Moralvorstellungen.
Illustratorenportrait:
Eva Eriksson, geboren 1949 in Halmstad, ist eine der beliebtesten Kinderbuchillustratorinnen Schwedens und wurde auch international mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sie lebt außerhalb von Stockholm und hat drei erwachsene Kinder.
© Copyright by: *tipp Redaktionspool Butjadingen