Die Ballerina

Historischer Roman um eine Liebe im 18. Jahrhundert

Die Ballerina(mag). Als die umjubelte italienische Ballerina Barbara Campanini erfährt, dass ihr Mentor einen Vertrag für sie mit der Oper in Berlin unterschrieben hat, ist sie entsetzt. Das preußische Berlin des Königs Friedrich II. gilt als tiefste Provinz und ist für den Star der Pariser Oper wie eine Verbannung.

Autorin Susanne Fengler erzählt in ihrem historischen Roman „Die Ballerina“, wie die junge Tänzerin versucht, sich dem Engagement durch eine Flucht nach Ägypten zu entziehen. Die Pläne werden vereitelt, und die schöne Ballerina wird nach Berlin entführt. In der preußischen Hauptstadt angekommen, fügt sie sich in ihr Schicksal und erobert durch ihren federleichten Tanz die Herzen der Berliner Bevölkerung. Auch Friedrich der Große ist begeistert von der italienischen Tänzerin. Barbara Campanini wird durch die Gunst des Monarchen zum Star des königlichen Hofes. Wie dünn das Eis ist, auf dem sie tanzt, wird ihr schmerzlich bewusst, als sie sich eine Zukunft mit dem geliebten Graf Karl Ludwig von Cocceji aufbauen will. Die nicht standesgemäßen Liebenden müssen einige Intrigen und Ungerechtigkeiten erdulden, bis sie endlich zusammen sein können.

Susanne Fengler führt den faszinierten Leser mit dem historischen Roman „Die Ballerina“ in die Welt des Balletts in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein. Der Spitzenschuh hat sich noch nicht durchgesetzt und das Ballett ist vor allem schmückende Einlage zwischen Opernakten ohne eigene Handlung. Die Autorin bettet die Geschichte geschickt in die historischen Ereignisse um Friedrich den Großen ein, der mit Österreich Krieg um Schlesien führt und den Bau des Schlosses Sanssoucis in Potsdam plant. Obwohl die Autorin fleißig zahlreiche historische Fakten zusammenträgt – die Kosten für die Kerzenbeleuchtung in der Oper, die kulinarischen Spezialitäten, die bei einer adeligen Hochzeit angeboten werden, die Gehälter der Staatsbedienstete –, gelingt es ihr kaum, dem Leser etwas von dem Lebensgefühl in Berlin um 1750 zu vermitteln. Die historische Ebene der Geschichte bleibt eher oberflächlich. Darüber hinaus weicht Susanne Fengler zugunsten ihrer gut erzählten Geschichte von den historischen Ereignissen ab.

Die Stärke der Geschichte „Die Ballerina“ liegt vor allem darin, dass Susanne Fengler mit spielerischer Leichtigkeit die Intrigen und Machenschaften am königlichen Hof und die Unberechenbarkeit der königlichen Gunst darstellt und so eine durchgehende Spannung aufbaut. Die Liebesgeschichte zwischen der Tänzerin und dem Grafen ist wunderbar erzählt, ohne kitschig zu sein. Der amüsante Roman ist eine vergnügliche Unterhaltung über die berühmteste italienische Tänzerin des 18. Jahrhunderts, die liebevoll „La Barberina“ genannt wurde und über das strenge preußische Berlin.

Der historische Roman „Die Ballerina“ ist eine schwerelos erzählte Liebesgeschichte, die nicht nur Ballettfreunden gefallen wird!

Autorenportrait:
Susanne Fengler, 1971 in Dortmund geboren, ging zunächst an eine Schauspielschule in New York und studierte dann Kommunikationswissenschaft in Berlin. Nach ihrer Promotion arbeitete sie zwei Jahre für eine große Partei. Sie lehrt Kommunikationswissenschaft in Zürich und lebt in Berlin.

Die Ballerina

Susanne Fengler
Die Ballerina
Historischer Roman
Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin
ISBN 3-7466-2172-0
1. Auflage 2005, 408 Seiten, Taschenbuch.
Unverbindliche Preisangabe: € 8,95 (D) / € 9,20 (A) / sFr 16,60

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